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Zurück an die Wurzel: Hacken statt Herbizide

Hacken und Striegel erleben derzeit ihre Renaissance. Worauf bisher nur der Biolandbau zurückgreift, wird auch in den konventionellen Landwirtschaftsbetrieben immer wichtiger. Denn Pflanzenschutzmittel wie Glyphosat sind in der Unkrautbekämpfung immer umstrittener. Auch in Österreich ist das Mittel bereits soweit in der Diskussion, dass ein Gesetzesentwurf zu einem Glyphosatverbot vorbereitet ist. Um Unkraut erfolgreich zu bekämpfen, setzen derzeit vor allem Bio-Landwirte auf Hackgeräte, die dem Unkraut an die Wurzel gehen. Das Problem an den herkömmlichen Geräten: sie müssen durch die Bank mechanisch und im Stand an bis zu 60 Punkten via Schraubschlüssel und Zollstock eingestellt werden. Vorgänge, die sehr zeitaufwendig sind. Daher haben Klemens Ollmaier, Hannes Hutter und Philipp Holl von der samo Maschinenbau GmbH zusammen mit ihrem Projektpartner Roman Romstorfer das VarioChOP System entwickelt. Der Name steht hier für das Programm, denn mit dem Gerät lässt sich variabel und stufenlos Hacken (engl. to chop=hacken). Eine patentierte Erfindung, die auch die DLG-Jury des Agritechnica Awards begeisterte und die Newcomer direkt mit einer Silbermedaille auszeichnete. Für eine sichere und wartungsfreie Lagerung der beweglichen Hack-Elemente sorgen iglidur Gleitlager vom motion plastics Spezialisten igus.

Mit der VarioCHOP lässt sich Bearbeitungsbreite ganz einfach manuell oder automatisch einstellen. So wird das Unkraut effizienter und nachhaltig gehackt.

Mit der VarioCHOP lässt sich Bearbeitungsbreite ganz einfach manuell oder automatisch einstellen. So wird das Unkraut effizienter und nachhaltig gehackt.

 

Problem

Die Hackelemente sind rauen Umgebungsbedingungen, wie z.B. Staub, Schmutz und Feuchtigkeit, ausgesetzt. Dementsprechend müssen die Lagerstellen äußerst widerstandsfähig sein und neben der Witterung auch Stößen und Schlägen standhalten.  

Lösung

Mit wartungsfreien Gleitlagern aus iglidur G kann samo Maschinenbau auch auf zusätzliche Schmiermittel verzichten. So gelangen keine Schmierstoffe in den Boden. Die Gleitlager sind sehr unempfindlich gegenüber Staub und Schmutz und können einfach gereinigt werden. Stöße und Schläge werden durch die Lagerung mit iglidur Gleitlagern abgefangen.  

„Wir haben nach einem Werkstoff gesucht, der schmiermittelfrei, robust und kostengünstig ist, daher entscheiden wir uns für die iglidur Gleitlager von igus“

Klemens Ollmaier, geschäftsführender Gesellschafter der samo Maschinenbau GmbH

Landtechnik im Blut

Hinter dem samo Maschinenbau stehen drei junge Ingenieure aus dem Bereich der Landtechnik. Alle aufgewachsen auf österreichischen Höfen und mit der Landwirtschaft verbunden, fanden die leidenschaftlichen Entwickler und Konstrukteure zusammen und übernahmen 2018 die samo Maschinenbau GmbH, bis dato ein klassischer Lohnfertiger für Werkzeugmaschinen. „Wir haben bereits viele Projekte in unserer Selbstständigkeit bis hin zur Marktreife entwickelt. Jedoch fehlte uns die direkte Fertigung. Daher entschlossen wir uns im Oktober 2018 die samo Maschinenbau zu übernehmen und so die beiden Expertisen miteinander zu verknüpfen. Jetzt können wir direkt neue Produkte in einem dynamischen Team nicht nur auf dem Papier entwickeln, sondern bis zum Endkunden bringen“, erklärt Klemens Ollmaier, einer der drei geschäftsführenden Gesellschafter der samo Maschinenbau GmbH

Insgesamt 14 iglidur G Gleitlager kommen pro Hackelement in der Höhenführung zum Einsatz.

Insgesamt 14 iglidur G Gleitlager kommen pro Hackelement in der Höhenführung zum Einsatz.

 

Gezielte und nachhaltige Unkrautvernichtung direkt an der Pflanze

Im Frühling säht der Bauer die Samen aus. Die Hackzeit beginnt anschließend von Mitte April und dauert bis zum Juli an. Das Ziel vom Hacken: so nah wie möglich an der Pflanze kommen, um den Unkrautdruck zu verringern und das händische Nacharbeiten zu reduzieren. Denn ein gehackter Boden trägt zu einer höheren Wasseraufnahme der Pflanze und zu einem verbesserten Wachstum der Wurzel bei. Je nach Kultur gibt es unterschiedliche Reihenabstände und Hackintervalle. Während einige Felder nur zwei Mal gehackt werden müssen, kommt bei anderen Feldern das Hackgerät bis zu fünf Mal zum Einsatz.

Da die Pflanze bei jedem Vorgang eine andere Entwicklungsgröße besitzt und der Boden wetterbedingt einen unterschiedlichen Zustand hat, muss das Hackgerät jedes Mal neu eingestellt werden. „Jahrelang ärgerten wir uns selbst über die mühsame Verstellung der Hackelemente, daher musste eine neue und praktische Lösung her, die dem Landwirt das Leben vereinfacht und das Hacken zentimetergenau, effizient und einfach macht“, so Roman Romstorfer, Bio-Bauer und Projektpartner von VarioCHOP. Gesagt, getan, entstand 2017 der erste Prototyp des modernen Hackgerätes, welches über mehrere Prototypenstadien nun Anfang 2020 serienreif am Markt verfügbar ist.

In der Parallelkinematik setzen die Konstrukteure pro Hackelement auf 18 schmiermittelfreie, und leichte Gleitlager aus dem Allrounder-Werkstoff iglidur G.

In der Parallelkinematik setzen die Konstrukteure pro Hackelement auf 18 schmiermittelfreie, und leichte Gleitlager aus dem Allrounder-Werkstoff iglidur G.

 

Schmiermittelfrei und wartungsfrei gelagert

Die VarioCHOP besteht aus mehreren Hackelementen, deren Anzahl der Kunde selbst bestimmen kann. Eine Parallelkinematik ermöglicht das einfache Verstellen der einzelnen Elemente. Hier waren wartungsfreie Gleitlager gefragt: „Wir haben nach einem Werkstoff gesucht, der schmiermittelfrei, robust und kostengünstig ist, daher entscheiden wir uns für die iglidur Gleitlager von igus“, erklärt Klemens Ollmaier. Insgesamt 18 iglidur Gleitlager aus dem Tribo-Polymer iglidur G kommen in der Parallelkinematik der Hackelemente zum Einsatz. Als Allrounder ist iglidur G äußerst verschleißfest, korrosionsfrei und leicht. Durch den Verzicht auf Fette und Öle gelangen keine Schmierstoffe in den Boden.

Weitere 14 Gleitlager aus dem gleichen Werkstoff sorgen für eine wartungsfreie Lagerung der Höhenführung. „iglidur G besitzt eine hohe zulässige Flächenpressung und ist auch als große Buchse mit einem Durchmesser von 35 Millimetern sehr kostenattraktiv im Preis. Die technisch beste und zugleich günstigste Lösung, die funktioniert. Durch eine Vielzahl an Tests im hauseigenen igus Labor ist der Werkstoff seit Jahren auch in Heavy-Duty Anwendungen bewährt“, erklärt Christoph Föttinger, Geschäftsleiter Gleitlagertechnik bei igus Austria.

Die Gleitlager werden einfach in die Elemente eingepresst. Sie sind schmiermittelfrei, staub- und schutzunempfindlich und damit optimal für den Einsatz in der Landmaschinentechnik geeignet.

Die Gleitlager werden einfach in die Elemente eingepresst. Sie sind schmiermittelfrei, staub- und schutzunempfindlich und damit optimal für den Einsatz in der Landmaschinentechnik geeignet.

 

Hacken vollautomatisiert

Das VarioCHOP System besitzt eine Reaktionszeit von fünf Sekunden und ist für 2- bis 99-reihige Hackgeräte denkbar. Einfach vorne sowie hinten an dem Schlepper montiert können Anwender die Hackelemente der VarioCHOP per Hand mit einem Splint oder noch praktischer direkt von der Schlepperkabine aus elektro-hydraulisch einstellen. Angetrieben wird die Parallelkinematik eines Elements durch einen Präzisionshydraulik-Zylinder, welcher mit einem Lenkwinkelsensor gekoppelt ist. Somit kann der Landwirt direkt von der Kabine aus die optimale Bearbeitungsbreite während der Fahrt einstellen. Während in der Vergangenheit noch eine Person hinten auf dem Schleppgerät saß, um die richtige Position des Hackgerätes zu überwachen, kann diese Funktion jetzt optional bei der VarioCHOP eine Kamera übernehmen. So lassen sich Verstellfehler komplett vermeiden und die Breite kann vollautomatisiert angepasst werden. Vor allem für Landwirte, die unterschiedliche Felder als Dienstleister hacken, ermöglicht die VarioCHOP einen enormen Zeit- und Kostenvorteil.

Zusätzlich kann der Anwender mit dem Hackgerät enorme Herbizid Kosten einsparen. „Wir selbst haben die VarioCHOP über mehrere Saisonen und in etlichen Kulturen auf unseren Feldern getestet und sind davon absolut überzeugt, daher haben wir unsere Erfindung auch bei dem Agritechnica Award eingereicht“, erklärt Romstorfer. Die Jury der Deutschen Landwirtschaft Gesellschaft zeigte sich direkt von der Erfindung und dem Zeitgeist des neuen Hackkonzeptes angetan. Die VarioCHOP gewann die Silbermedaille des begehrten Preises und setzte sich gegen etliche etablierte Landmaschinenhersteller durch. „Unser Ziel ist es 2020 die VarioCHOP international auf dem Markt zu verbreiten, denn das Gerät hat ein großes wirtschaftliches Potential für die Landwirte. Mit igus als Partner an Board können wir das schaffen, denn die Produkte sind direkt ab Lager erhältlich, haben eine hohe Qualität und sind gleichzeitig kostengünstig“, freut sich Ollmaier.

Klemens Ollmaier (rechts) von samo arbeitet seit vielen Jahren bei der Konstruktion von Landtechnikmaschinen mit igus Austria Geschäftsleiter Christoph Föttinger zusammen.

Klemens Ollmaier (rechts) von samo arbeitet seit vielen Jahren bei der Konstruktion von Landtechnikmaschinen mit igus Austria Geschäftsleiter Christoph Föttinger zusammen.

 
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