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Wie nachhaltig sind Kunststoffe für Bewegung?

Kunststoff ist ein vieldiskutierter Werkstoff. Wir wissen, dass die Hochleistungskunststoffe von igus einen Beitrag zum Schutz von Ressourcen und der Umwelt leisten können und haben diesen Aspekt in den Fokus unseres unternehmerischen Handelns gerückt. So ist es unser erklärtes Ziel, bis 2025 mit unseren Gebäuden und der Produktion CO₂-neutral zu sein. Um dieses Ziel zu erreichen, setzen wir verschiedene Maßnahmen um, von denen wir Ihnen einige auf dieser Seite vorstellen. Die Kunststoffe unserer Produkte betrachten wir dabei in drei Phasen:

Mehr zur Nachhaltigkeit bei igus


Nachhaltige Innovationen


Vorher: Produktion von Kunststoffen und Kunststoffteilen

Diagramm Energiebilanz Stahl, Aluminium, Kunststoff

Energiebilanz

Die Herstellung von 1 m³ Kunststoff benötigt rund 50 % weniger Energie als die von 1 m³ Stahl oder Aluminium.
Grafik Ölverbrauch bei Kunststoffen

Ölverbrauch

Gerade einmal 0,5 % des weltweiten Erdölverbrauchs fallen für die Produktion von Hochleistungskunststoffen an.
RheinEnergie Ökostrom-Siegel

Stromverbrauch

Wir beziehen zu 100 % Ökostrom und reduzieren den Verbrauch unserer Maschinen und Anlagen. Wir schaffen Spritzgussmaschinen an, die 40 % energieeffizienter sind und tauschen alte aus. Der Stromverbrauch wurde 2021 in Relation zu den gestiegenen Produktionsstunden um 11 % reduziert. 
Icon Kreislauf

99 % recycelt

99 % unseres Ausschusses in der Spritzguss-Produktion (Angüsse, Fehlteile) werden recycelt und dem Prozess wieder zugeführt.
clean igus

clean igus

Um Kunststoffabfälle in unserer Produktion zu vermeiden, haben wir unsere Maschinen und Förderbänder optimiert. Mit verschiedenen clean igus Maßnahmen konnten wir so in 2021 die Abfallquote (Produktionsabfall + verarbeitetes Material) um 21 % reduzieren.

Umwelt- und Klimazertifizierungen

Wir sind bestrebt, fortlaufende Verbesserungen in unserem Umwelt- und Energiemanagement zu erzielen. Dabei verpflichten wir uns zu einer nachhaltigen Unternehmensstrategie in Bezug auf ökologische, ökonomische und soziale Aspekte. Diese haben wir in unserer Energie- und Umweltpolitik zusammengefasst.
 
Umweltmanagement-Norm ISO 14001

Umweltmanagement-Norm ISO 14001

Um unsere Umweltpolitik transparent und nachvollziehbar zu machen, sind wir seit 2019 nach der ISO-Norm 14001 zertifiziert, einer international anerkannten Grundlage für Umweltmanagement­systeme. Sie unterstützt uns auf unserem Weg zu einer CO2-neutralen Fabrik.
Schriftzug ISO 50001 vor igus Fabrik mit Fußabdruck

Energiemanagement-Norm ISO 50001

Unser Energiemanagementsystem ist nach internationalem Standard zertifiziert. Das wesentliche Ziel der Norm ISO 50001 ist es, Unternehmen dabei zu unterstützen, ihre energiebezogene Leistung mit dem Aufbau von Systemen und Prozessen zu verbessern. 

Während: Kunststoffe im Einsatz

Schmierfreiheit

27 Mio. Tonnen Schmierfett verunreinigen jährlich weltweit die Umwelt. Unsere Kunststoffe benötigen keine Schmierung.
Ölkanne und Globus
50 % aller Schmierstoffe, die weltweit verkauft werden, landen in der Umwelt. (Quelle: M. P. Schneider, 2006)
Ölflasche und Trinkwasserflaschen
1 Liter Öl vergiftet 1.000.000 Liter Trinkwasser. (Quelle: Saskatchewan Association for Resource Recovery Corp., 2008)
Autosilhouette
1/3 des gesamten Kraftstoff­verbrauchs eines PKWs wird zur Überwindung der Reibung in Motor, Getriebe, Reifen und Bremsen verbraucht. (Quelle: K. Holmberg, P. Andersson, A. Erdemir, 2012)
Weltkarte mit Ölfässern
Die weltweite Nachfrage nach Schmiermitteln wird um 2 % jährlich steigen, so Prognosen = 45,4 Mio. Tonnen im Jahr 2019. (Quelle: The Freedonia Group, 2015)
Nachhaltigkeit - Langlebige Produkte

Hohe Lebensdauer

Unsere Kunststoffe sind auf Verschleiß optimiert. Sie korrodieren nicht und verdrecken nicht durch Fett und Schmutz. Sie halten länger und müssen nicht so oft ersetzt werden. Ihre Lebensdauer können dank unserer zahlreichen Versuche im Testlabor genau berechnet werden.
Nachhaltiger - Geringer Gewicht

Geringes Gewicht

Kunststoff ist leichter als Stahl und spart im Einsatz Gewicht und damit auch Energie, die für die Bewegung aufgebracht werden muss. Das macht z.B. rund 4 kg bei einem Flugzeug, das in den Flugsitzen iglidur Gleitlager statt metallisch gerollte Lager einsetzt. Und das äußerst sich positiv im Kerosinverbrauch.
Nachhaltigkeit - Wenige Reibung

Energieersparnis

Unsere Kunststoffe sind tribologisch optimiert und weisen eine geringe Reibung auf. Zusammen mit dem geringeren Gewicht sorgt das dafür, dass weniger Antriebsenergie aufgewendet werden muss, um ein Maschinenteil in einer Anwendung zu bewegen.
Nachhaltigkeit - smart plastics

Vorausschauende Wartung

Bauteile werden erst ausgetauscht, wenn sie das Ende ihres Produktlebenszyklus erreicht haben – diese Idee steckt hinter unserer Produktpalette smart plastics. Sensoren melden den Verschleiß, ausgetauscht wird, wenn es wirklich nötig ist, Ressourcen werden sinnvoll eingesetzt.
Nachhaltigkeit - Lagertausch

Ersetzbare Teile

Bei Verschleiß nicht die ganze Anwendung aus­tauschen müssen, das war einer der Leitgedanken in der Entwicklung unseres Austauschlagers für Linearführungen. Die Schiene wird nicht beschädigt und das Lagergehäuse kann wiederverwendet werden. Das schont Ressourcen – und verursacht gleichzeitig geringere Kosten.
Nachhaltigkeit - iglidur N54

Biopolymere

Mit iglidur N54 haben wir ein Standard-Gleitlager entwickelt, das universell einsetzbar ist und zu 54 % aus nachwachsenden Rohstoffen besteht. Das Lager aus Biopolymeren zeigt uns, dass Nachhaltigkeit bei Bauteilen funktioniert und motiviert uns in unserer zukunftsorientierten Produktentwicklung.

Nachher: Kunststoffe nach ihrem Einsatz

Klassisches Recycling mit chainge

chainge Recycling-Plattform

Wir recyceln technische Kunststoffe – sowohl von igus-Produkten als auch von anderen Herstellern. Das Material führen wir unserer Produktion oder Recycling-Partnern zu, Sie erhalten dafür einen Wertgutschein. Stand 6/2023 konnten wir bereits über 80.000 kg Material verwerten. Unsere einzigartige Plattform wurde im September 2022 mit dem Wirtschaftspreis Rheinland in der Kategorie "Nachhaltigkeit" ausgezeichnet und hat im Mai 2023 den Recycling-Wettbewerb "Going Circular" der IHK Köln gewonnen. 
Grafik Hydro Plastic Recycling Solution

HydroPRS-Recycling

Wir haben 5 Mio. Euro in das Unternehmen Mura Technologie investiert, das mit der neuen Technologie HydroPRS (Hydrothermal Plastic Recycling Solution) unsortierten Kunststoffmüll innerhalb von 30 Minuten in Rohöl umwandelt. Ressourcenschonend mit Druck, Temperatur und Wasser. Die erste Großanlage wurde am Industriestandort Wilton International in Teesside, Großbritannien, gebaut und am 26. Oktober 2023 eröffnet. Die Inbetriebnahme wird 2024 erfolgen. 


Baumpflanzungen

Baumpflanzungen von igus

44.470

Bäume
2023
Baumpflanzungen von igus

11.001

Bäume
2022
Baumpflanzungen von igus

20.809

Bäume
2019-2021
Unsere Baumpflanzungen fingen 2019 als Weihnachtsgeschenke für Kunden an, mittlerweile sind daraus sehr viele Aufforstungsprojekte entstanden. Nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. Von Schößlingen bis zu großen Stadtbäumen, in kleinen und großen Aktionen pflanzen und pflegen wir Bäume und Büsche. Mit der Schaffung neuer Baumflächen wollen wir dazu beitragen, die C02-Belastung in der Atmosphäre abzumildern und unser selbsterklärtes Ziel der C02-Neutralität zu erreichen.

Projekte und Initiativen zur Ressourcenschonung

UPS Carbon Neutral Shipping

Klimaneutraler Versand mit UPS

Zum 1. Januar 2024 haben wir bei igus Deutschland unseren Versand nachhaltiger gestaltet und eine neue Versandmöglichkeit eingeführt: "UPS Carbon Neutral Shipping". Seitdem versenden wir mit UPS klimaneutral und die beim Versand unserer Sendungen anfallenden CO2-Emissionen werden ausgeglichen. Dies geschieht über anerkannte, weltweite Projekte zur Reduzierung von Treibhausgasen, z. B. durch den Schutz des Regenwaldes in Brasilien, durch die Abwasserreinigung in Thailand oder durch die Methan-Rückgewinnung in den Niederlanden.

Grafik des Heizungskonzepts

Unser Heizkonzept mit Abwärme aus der Produktion

Heizen mit Gas, muss das sein? Im Produktionsprozess entsteht viel Wärme, damit muss man doch was machen können? Wie schaffen wir es, die Abwärme zu nutzen? Das fragte sich ein Team von igus Ingenieuren und fing an, auszuprobieren. Das Ergebnis: Das Konzept für eine Heizung, die die Abwärme der Maschinen nutzt. Der Plan: Kein Gebäude am Standort Köln mehr mit Gas heizen und das Konzept Ingenier:innen und Maschinenbauer:innen frei zugänglich zu machen, also: der Industrie. Wir nennen es MHRS - Machine Heat Recovery System. 

Plastikmüll in einer Auffangvorrichtung im Fluss und gereinigt Links angeschwemmter Müll in der Vorrichtung, rechts nach dem Einsammeln

Plastic Fischer – gegen den Plastikmüll in Flüssen

8 bis 12 Millionen Tonnen Plastik gelangen jedes Jahr in die Ozeane, meist über Flüsse. Plastic Fischer setzt genau hier an und sammelt den Müll bereits in den Flüssen, was günstiger als die Fischerei aus dem Meer ist. Wie funktioniert das Projekt? Menschen vor Ort fischen den Müll mit Vorrichtungen aus Flüssen und erhalten dafür ein geregeltes Einkommen. Der gesammelte Plastikmüll, der meist als nicht recycelbar eingestuft ist, wird an thermische Verwertungsanlagen weitergeleitet: Er wird mit Energierückgewinnung verbrannt. igus finanziert das Sammeln von insgesamt 10.000 kg Plastikmüll. Für die Dauer der Sammlung konnte so mindestens 34 Menschen in Kanpur und Mangalore (Indien) ein geregeltes Einkommen gegeben werden, an manchen Tagen kommen noch Helfende hinzu. 

Müllfalle auf dem Rhein bei Köln

Rheinkrake – igus unterstützt schwimmende Müllfalle

Jeden Tag schwimmt eine Tonne Müll über den Rhein in die Nordsee. Eine immense Zahl. Der Kölner Verein K.R.A.K.E. führt schon seit Jahren Aktionen zum Müllsammeln im und am Rhein durch. Mit der schwimmenden Müllfalle sind sie im September 2022 einen großen Schritt weiter gegangen. Das Konstrukt nach Londoner Vorbild ist eine Passiv-Falle, in die oben schwimmender Müll reintreibt. Die Müllkrake wird von den Vereinsmitgliedern regelmmäßig geleert und der Müll an Land erfasst. In Kooperation mit der Universität Bonn wird dieser wissenschaftlich ausgewertet, um eine Langzeitstudie zum Plastikmüll im Rhein durchzuführen.

clean igus

clean igus – unsere Maßnahmen zur Vermeidung von Kunststoffabfällen

Bei unseren Spritzgussmaschinen kam es in der Vergangenheit häufiger vor, dass neue Teile nicht in den Auffangbehältern landeten, sondern auf dem Boden – und damit im Müll. Die Abfallmenge häufte sich bei der großen Stückzahl an Produktionen und der Vielzahl an Maschinen. Durch verschiedene Optimierungen unserer Maschinen und Förderbänder konnten wir die Abfallquote in 2021 um 21 % reduzieren (Produktionsabfall + verarbeitetes Material): Lücken an Übergängen wurden mit Magnetfolien geschlossen, Maschinen und Auffangboxen wurden mit Blechen und Abdeckungen bzw. Deckeln versehen, Förderbänder wurden zentriert und fixiert, Bürsten und Leitbleche lenken Teile in die richtige Bahn, Bodenmarkierungen und Anschlagkeile sorgen für den richtigen Stand.

3D Bild einer Steckdose für Landstrom

Mit Landstrom gegen Schadstoffemissionen in Containerhäfen

Laufende Dieselgeneratoren von im Hafen liegenden Containerschiffen sind ein ernsthaftes Problem. Feinstaub, Stick- und Schwefeloxide sowies CO2 Emissionen gehen hier tonnenweise in die Umgebung und Atmosphäre. Mit der verfahrbaren Steckdose iMSPO haben wir 2022 die Möglichkeit geschaffen, damit Containerschiffe einfach, schnell und vor allem flexibel mit Landstrom versorgt werden können. Wenn der dann auch noch "grün" ist, ist der Weg zum "Zero Emission-Hafen" frei. 

Ressourcenschonende Maßnahmen weltweit



Update auf dem Weg zur Klimaneutralität


2021 haben wir 31,2 % weniger CO2-Emissionen verursacht als 2020. Diese Zahl bezieht sich auf Scope 1- und Scope 2-Emissionen. Einen wesentlichen Anteil hat hier der Umstieg auf Ökostrom Mitte 2021 und auf klimaneutrales Gas im Oktober 2021.
 



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