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Von Airbus bis Boeing

Platz sparendes Energiezuführungs-System für Sicherheitsleisten an Toranlagen

Jeder Flugzeughangar ist mit einem hochwertigen Tor ausgestattet. Ob Airbus oder Boeing, Privatoder Militärflugzeug: Es handelt sich immer um eine kundenspezifische Lösung, akribisch geplant und ausgeführt. Da bei den hoch komplexen Anlagen die Sicherheitsanforderungen ständig steigen, werden die Tore immer öfter mit Schließkantensicherungen ausgerüstet. Spezielle Energiezuführungssysteme sorgen hier für eine reibungslose Informationsübertragung, so dass im Notfall weder Mensch noch Technik zu Schaden kommen.

„Kein Tor gleicht dem anderen“, stellt Thomas Ruf, Leiter der Konstruktion der Butzbach GmbH Industrietore in Unterroth, zunächst einmal fest. „Für jeden Kunden planen wir grundsätzlich eine individuelle Anlage, da sich die Grundlagen der Nutzung immer unterscheiden.“ Von A wie Ankara bis Z wie Zürich: Es gibt fast keinen Flughafen und keine Fluglinie in Europa, die nicht auf Torlösungen des Unternehmens zurückgreift. „Auch für die Zeppelinhalle in Friedrichshafen haben wir ein Spezialtor entwickelt“, so der Konstruktionsleiter zu den vielfältigen Aufgabenstellungen.

Sicherheitsleisten an Toranlagen

Kompakt gebaut: Energiezuführung der Sicherheitsleiste an Toranlagen

 

Der Airbus A380 bescherte vor einigen Jahren Butzbach den bis dahin größten Einzelauftrag der Firmengeschichte. „Hier haben wir ein Hangartor mit 190 m Breite und 27 m Höhe für den deutschen Stützpunkt in Hamburg geplant und erstellt. Selbst Torlösungen für Militäroder Frachtmaschinen mit oben liegenden Leitwerken bereiten uns keine Probleme. Wir sind flexibel und erfüllen fast jeden Kundenwunsch“, verdeutlicht Thomas Ruf die Philosophie des Hauses. Selbst Hangartore mit über 300 m Breite und 30 m Höhe stellen keine konstruktive Herausforderung dar. „Weit über 500 installierte Sondertore machen uns zum Marktführer in Europa.“

Energiekette für horizontale Anwendungen

Jedes Tor ist eine Sonderkonstruktion. Je nach Platzbedarf und Anforderungsprofil realisiert der Spezialist individuelle Lösungen für Industrie und Luftfahrt aller Größenordnungen. Es gibt Schiebetore mit einzeln verfahrbaren Torflügeln, Teleskop- sowie Rundlauf-Tore – jeweils mit oder ohne elektrischen Antrieb. Speziell beim Platz sparenden Teleskopsystem, das immer öfter zum Einsatz kommt, bewährt sich seit annähernd zwei Jahren die Spezial- Energiezuführung „Micro flizz®“ der igus® GmbH, Köln. Es handelt sich um eine Energiekettenlösung für horizontale Anwendungen, die über einen Roll- bzw. Gleitwagen einen beweglichen Verbraucher mit Energie versorgt. Sie läuft in einem kompakt gebauten Führungskanal aus Aluminium, der das Ober- und das Untertrum der Energiekette Gewicht sparend voneinander trennt. Durch die geringe Krafteinwirkung minimieren sich Reibung und Verschleiß. Nach oben hin ist das kompakte, Platz sparende System geschlossen und bietet so Schutz vor Schmutz und Staub.

Stromschienen vermeiden

Das Funktionsprinzip des Teleskopsystems hat eine Reihe von Vorteilen: Der erste Torflügel ist der Antreibende. Alle anderen werden mitgenommen und laufen über ein Seilsystem mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Alle Torelemente einer Torseite erreichen die Parkposition zu gleichen Zeit (oder Schließposition). Die Vorteile liegen auf der Hand: Der Bediener muss nur einen Fahrknopf betätigen, damit sich alle Flügel bewegen. Da nicht jeder einzelne Flügel separat verfahren wird, braucht man insgesamt weniger Antriebe, weniger Stromzuführungen und Stromschienen.

Sicherheitsleisten an Toranlagen

Unter anderem in Rundlauftoren kommt die Energiezuführung „Micro flizz®“ von igus® zum Einsatz. Sie bewährt sich gegenüber wartungsintensiven Stromschienen und unsicheren Schleifleitungen.

 

„Da das Sicherheitsbestreben unserer Kunden immer größer wird, wünschen sie, jeden Torflügel einzeln mit einer Schließkantensicherung zu versehen“, berichtet Thomas Ruf aus seiner Praxis. „Damit die Informationen von den einzelnen Schließkantensicherungen von Torflügel zu Torflügel fließen können, wird eine durchgehende sichere Verbindung benötigt. Keine Schleifleitung. Und hier kommt jetzt die Energiezuführungs-Lösung „Micro flizz®“ ins Spiel.“

Bei Toranlagen werden nämlich hohe Massen bewegt, die sicher gebremst werden müssen. Das Gewicht eines Torflügels kann 500 kg, aber auch 60 t betragen. Die Energiezuführung wird am angetriebenen Torflügel angebaut. Die Informationen der einzelnen Schließkantensicherungen werden von Torflügel zu Torflügel 'durchgeschleift' und an die Torsteuerung angeschlossen. Wird eine Schließkante angesprochen, reagiert die Steuerung unmittelbar, der Motor fährt sofort herunter, das gesamte Tor bleibt stehen. Danach wird es reversiert und fährt ca. 1 m zurück, so dass das Hindernis freigegeben wird.

Durchgehende Verbindung über Energiezuführung

Da die Nennspannung der Sicherheitstechnik i.d.Regel 24 V beträgt, haben Stromschienen oder Schleifleitungen eine Reihe von Nachteilen. Da Umwelteinflüsse die Schleifkontakte oder Kupferbahnen beschlagen/ korrodieren ist kein störungsfreier Betrieb gewährleistet. Die Schienen hängen im Außenbereich und sind damit Wind und Wetter ausgesetzt. Ist es beispielsweise neblig, bildet sich eine Oxidschicht auf dem Kontakt. „Beträgt die Nennspannung 220 oder 230 V ist das kein Thema“, so der Konstruktionsleiter. „Aber bei 24 V ist das Risiko zu hoch, dass eine Unterbrechung stattfindet. Aus diesem Grund brauchen wir die Kabelverbindung, und die ist nur über die Energiekette machbar.“

Das Energiekettensystem kommt hauptsächlich bei Teleskoptoren zum Tragen. „Anfangs haben wir zur Datenübertragung unsere normale Standardstromschiene eingesetzt, mussten allerdings schnell feststellen, dass sie nur eingeschränkt funktionierte und zu anfällig war. Spätestens nach einem Jahr kamen die ersten Reklamationen“, blickt der Konstruktionsleiter zurück. Der Fehler lag an der Schiene. Sie war im Schlittenbereich nicht flexibel genug. Dazu kommen die äußerst engen Platzverhältnisse vor Ort, was die Montage oder die Reparatur erheblich erschweren.

Micro flizz®

igus®-System „Micro flizz®“: Sobald sich die Energiekette im Radius biegt, legen sich Seitenflügelchen flach. Die Kette kann so die Nut verlassen und sich frei ablegen.

 
Robuste „Chainflex“-Leitungen für Heiß und Kalt

„Unsere Anforderungen liegen im robusten Außeneinsatz“, berichtet Thomas Ruf. Die Energiezuführung muss Regen, Schnee, Nebel, Frost und Hitze aushalten. Zwar liegt die Energiezuführung immer unter dem Dach, sie ist allerdings von unten frei zugänglich. Wegen der geringen Geschwindigkeit von 0,25 m/s und der vergleichsweise seltenen Verfahrhäufigkeit konnte der Torspezialist Abstriche im bei den Biegeradien der eingesetzten biegefesten „Chainflex“-Leitungen für die Informationsübertragung machen. „Hier können wir aufgrund der relativ geringen mechanischen Beanspruchung nicht nur mehr Leitungen in die Energiekette legen, sondern senken in Absprache mit den Igus-Technikern den Biegeradius vom Faktor 5 auf den Faktor 3“, erläutert Thomas Ruf. „Und die Leitungen funktionieren trotzdem einwandfrei. Bis jetzt kam es zu keinerlei Ausfällen.“

Zwar ist eine klassische Standardschleifleitung im Prinzip günstiger, sie erreicht aber nicht das erforderliche Niveau der zuverlässigen Datenübertragung. Aufgrund der Anforderungen vor Ort – robust, sehr schmal bauend, klein und reine Informationsübermittlung – rechnet sich der Einsatz von „Micro Flizz“, so dass das Igus-System heute in den Teleskoptoren grundsätzlich verbaut wird.

„Micro Flizz“ gegenläufig montiert

Für Toranlagen die neben der klassischen Stromzuführung noch zusätzliche Leitungen für die Sicherheitstechnik benötigen, wurde die Energiekette mit doppelten Kettenstrang eingesetzt. Mit der Hilfe des zuständigen igus-Außendienstmitarbeiters wurde eine schlüssige Lösung gefunden. „Trotz der hohen Befüllung haben wir das Problem gelöst“, so Thomas Ruf. „Micro Flizz“ wurde gegenläufig montiert. Die Stromzuführung läuft in der einen Richtung, während in der anderen Richtung die Steuerungstechnik abgedeckt wird. Das Trennen der Daten- und der Leistungsversorgung bewährt sich übrigens auch EMVtechnisch. „Heute drückt der Kunde auf einen Knopf an der Wand und seine Toranlage fährt in die gewünschte Position.“

Micro flizz®

Beim „Micro flizz®“ von igus® sind Ober- und Untertrum Gewicht sparend von einander getrennt. Das System erlaubt Geschwindigkeiten von bis 6 m/s im Dauerbetrieb.

 

„Speziell am Anfang haben wir auf die Beratung von igus gebaut“, blickt Thomas Ruf zurück. „Hier stand natürlich das Thema Betriebssicherheit im Vordergrund. Heute haben wir einen Standard festgelegt, der Gültigkeit hat und nur der jeweiligen Anlage angepasst wird.“ In Schiebetoren kommt das System „Micro Flizz“ Serie MF08 mit vorkonfektionierten „Chainflex“-Leitungen, ebenfalls von igus, zum Einsatz. Es deckt in der Regel alle Anforderungen ab und hat sich von Anfang an bewährt. „Wir haben bei der Planung nichts dem Zufall überlassen und bieten unseren Kunden eine wirtschaftliche Lösung, die gleichzeitig höchsten Sicherheitsstandards gerecht wird“, bilanziert abschließend der Konstruktionsleiter.

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