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iglidur® L350 - Werkstoffdaten

Werkstofftabelle

Allgemeine EigenschaftenEinheitiglidur® L350Prüfmethode
Dichteg/cm³1,54 
Farbe dunkelgrau 
Max. Feuchtigkeitsaufnahme bei 23°C/50% r. F.Gew.-%0,4DIN 53495
Max. WasseraufnahmeGew.-%1,4 
Gleitreibwert, dynamisch, gegen Stahlµ0,07 – 0,18 
pv-Wert, max. (trocken)MPa x m/s3,00 

Mechanische Eigenschaften
Biege-E-ModulMPa15.882DIN 53457
Biegefestigkeit bei +20°CMPa210DIN 53452
DruckfestigkeitMPa210 
Maximal empfohlene Flächenpressung (20°C)MPa59 
Shore-D-Härte 80DIN 53505

Physikalische und thermische Eigenschaften
Obere langzeitige Anwendungstemperatur°C+180 
Obere kurzzeitige Anwendungstemperatur°C+210 
Untere Anwendungstemperatur°C-100 
Wärmeleitfähigkeit[W/m x K]0,61ASTM C 177
Wärmeausdehnungskoeffizient (bei 23°C)[K-1 x 10-5]7DIN 53752

Elektrische Eigenschaften
Spezifischer DurchgangswiderstandΩcm> 105DIN IEC 93
OberflächenwiderstandΩ> 105DIN 53482

Tabelle 01: Werkstofftabelle iglidur® L350

Abb. 01: Zulässige pv-Werte für iglidur® L350-Gleitlager

Abb. 01: Zulässige pv-Werte für iglidur® L350-Gleitlager

 
pv-Werte von iglidur® L350

Mit iglidur® L350 steht ein weiteres schmier- und wartungsfreies iglidur® Material zur Verfügung, das für dauerhaft hohe Drehzahlen ausgelegt ist. Aufgrund der geringen Wärmedehnung und niedrigen Feuchtigkeitsaufnahme können Lager mit sehr geringem Grundspiel gefertigt werden. iglidur® L350 eignet sich vor allem für den Einsatz in Ventilatoren, Lüftern, oder Elektromotoren – und das zu noch einmal geringeren Kosten.

Abb. 01: Zulässige pv-Werte für iglidur® L350-Gleitlager mit 1 mm Wandstärke im Trockenlauf gegen eine Stahlwelle, bei +20 °C, eingebaut in ein Stahlgehäuse

X = Gleitgeschwindigkeit [m/s], Y = Belastung [MPa] 

MediumBeständigkeit
Alkohole+
Kohlenwasserstoffe+ bis 0
Fette, Öle, nicht additiviert+
Kraftstoffe+
verdünnte Säuren+
starke Säuren+
verdünnte Basen+
starke Basen+
Tabelle 02: Materialbeständigkeit von iglidur® L350 bei Raumtemperatur [+20 °C]
+ beständig      0 bedingt beständig      - nicht beständig
 

Elektrische Eigenschaften

spezifischer Durchgangswiderstand> 105 Ωcm
Oberflächenwiderstand> 105 Ω
Tabelle 03: Elektrische Eigenschaften von iglidur® L350

Feuchtigkeitsaufnahme

Die sehr geringe Feuchtigkeitsaufnahme von 0,4 Gew.-% bei Normalklima und 1,4 Gew.-% maximale Wasseraufnahme ermöglicht auch den Dauereinsatz bei hoher Feuchtigkeit bzw. in flüssigen Medien.

Vakuum

Im Vakuum gast vorhandene Feuchtigkeit aus. Wegen der geringen Wasseraufnahme ist jedoch ein Einsatz im Vakuum möglich.

Radioaktive Strahlen

Gleitlager aus iglidur® L350 sind strahlenbeständig bis zu einer Strahlungsintensität von 2 x 10² Gy. Höhere Strahlung greift den Werkstoff an und führt eventuell dazu, dass mechanische Eigenschaft in ihrem Wert merklich absinken.

UV-Beständigkeit

Die Materialeigenschaften von iglidur® L350-Gleitlagern verändern sich unter UV-Strahlung und anderen Witterungseinflüssen nicht.

Mechanische Eigenschaften

Mit steigenden Temperaturen nimmt die Druckfestigkeit von iglidur® L350-Gleitlagern ab. Abb. 02 verdeutlicht diesen Zusammenhang. Die maximal empfohlene Flächenpressung stellt einen mechanischen Werkstoffkennwert dar. Rückschlüsse auf die Tribologie können daraus nicht gezogen werden.

Maximal empfohlene Flächenpressung in Abhängigkeit von der Temperatur (59 MPa bei +20 °C)

Abb. 02: Maximal empfohlene Flächenpressung in Abhängigkeit von der Temperatur (59 MPa bei +20 °C)

X = Temperatur [°C], Y = Belastung [MPa]

 
Verformung unter Belastung und Temperatur

Abb. 03 zeigt die elastische Verformung von iglidur® L350 bei radialen Belastungen. Unter der maximal empfohlenen Flächenpressung von 59 MPa und bei Raumtemperatur beträgt die Verformung weniger als 2,5 %. Eine plastische Verformung kann bis zu diesem Wert vernachlässigt werden. Allerdings hängt diese auch von der Dauer der Einwirkung ab.

Verformung unter Belastung und Temperaturen

Abb. 03: Verformung unter Belastung und Temperaturen

X = Belastung [MPa], Y = Verformung [%]

 
Maximale Gleitgeschwindigkeit

m/srotierendoszillierendlinear
dauerhaft3,01,54,0
kurzzeitig4,03,06,0
Tabelle 04: Max. Gleitgeschwindigkeit von iglidur® L350

Zulässige Gleitgeschwindigkeiten

iglidur® L350 ist gerade für hohe Gleitgeschwindigkeiten
bei niedrigen Lasten entwickelt worden. Durch die hohe
Temperaturbeständigkeit von iglidur® L350 ist die physikalische
Grenze, die durch die Lagererwärmung gegeben ist,
sehr weit nach oben verschoben. Zudem erlaubt der sehr
geringe Verschleiß die bei hohen Umfangsgeschwindigkeiten
schnell erreichten hohen Gleitwege.Die maximalen
Geschwindigkeiten zeigt die nebenstehende Tabelle.

iglidur® L350Anwendungstemperatur
untere- 100 °C
obere, langzeitig+ 180 °C
obere, kurzzeitig+ 210 °C
zus. axial zu sichern ab+ 140 °C
Tabelle 05: Temperaturgrenzen von iglidur® L350

Temperaturen

Kurzzeitig sind iglidur® L350-Gleitlager bis Temperaturen von +210 °C einsetzbar. Zu beachten ist, dass eine mechanische Sicherung der Lager ab Temperaturen von +140 °C empfohlen wird. Durch höhere Temperaturen kann es vorkommen, dass die Gleitlager den Presssitz verlieren und sich in der Bohrung bewegen.

Reibwerte in Abhängigkeit von der Geschwindigkeit

Abb. 04: Reibwerte in Abhängigkeit von der Gleitgeschwindigkeit, p = 0,75 MPa

X = Gleitgeschwindigkeit [m/s], Y = Reibwert μ

 
Reibung und Verschleiß

Der sehr geringe Reibwert bleibt auch über hohe Geschwindigkeiten sehr konstant niedrig. Abb. 04 zeigt diesen Zusammenhangauf einer Stahlwelle bei 0,75 MPa Flächenpressung.

iglidur® A300trockenFettÖlWasser
Reibwerte µ0,07 - 0,180,060,040,03

Tabelle 06: Reibwerte für iglidur® A350 gegen Stahl (Ra = 1 μm, 50 HRC)

Verschleiß, rotierende Anwendung mit unterschiedlichen Wellenwerkstoffen, p = 1 MPa, v = 0,3 m/s

Abb. 05: Verschleiß, rotierende Anwendung mit unterschiedlichen Wellenwerkstoffen, p = 1 MPa, v = 0,3 m/s

Y = Verschleiß [μm/km]

 
Wellenwerkstoffe

Abb. 05 zeigt den Verschleißvergleich zwischen einem Sinterlager, sowie Lagern aus den Werkstoffen iglidur® L500 und L350. Ab einer Gleitgeschwindigkeit von 1,5 m/s steigt der Verschleiß des Sinterlagers exponentiell an, während die iglidur® Gleitlager bis über 3 m/s einen nahezu gleichbleibend niedrigen Verschleiß aufweisen.

A = Aluminium, hartanodisiert
B = Automatenstahl
C = Cf53
D = Cf53, hartverchromt
E = St37
F = V2A
G = X90

Rotierender Verschleiß gegen Cf53, p = 0,25 MPa, T = +23 °C

Abb. 06: Rotierender Verschleiß gegen Cf53, p = 0,25 MPa, T = +23 °C

X = Gleitgeschwindigkeit, [m/s], Y = Verschleißrate [μm/km]
A = Sinterlager, B = iglidur® L350, C = iglidur® L500

 
Rotierender Reibwert – „High Speed“ gegen Cf53, p = 1 MPa (außer iglidur® L250), T = +23 °C

Abb. 07: Rotierender Reibwert – „High Speed“ gegen Cf53, p = 1 MPa (außer iglidur® L250), T = +23 °C

X = Gleitgeschwindigkeit [m/s], Y = Reibwert [μ]
A = iglidur® L350, B = iglidur® L500

 

Durchmesser
d1 [mm]
Welle h9
[mm]
iglidur® A350
F10 [mm]
Gehäuse H7
[mm]
bis 3+0,000 +0,010+0,006 +0,046–0,025 +0,000
> 3 bis 6+0,000 +0,012+0,010 +0,058–0,030 +0,000
> 6 bis 10+0,000 +0,015+0,013 +0,071–0,036 +0,000
> 10 bis 18+0,000 +0,018+0,016 +0,086–0,043 +0,000
> 18 bis 30+0,000 +0,021+0,020 +0,104–0,052 +0,000
> 30 bis 50+0,000 +0,025+0,025 +0,125–0,062 +0,000
> 50 bis 80+0,000 +0,030+0,030 +0,150–0,074 +0,000
> 80 bis 120+0,000 +0,035+0,036 +0,176–0,087 +0,000
> 120 bis 180 +0,000 +0,040+0,043 +0,203+0,000 +0,100
Tabelle 07: Wichtige Toleranzen nach ISO 3547-1 nach dem Einpressen

Einbautoleranzen

iglidur® L350-Gleitlager sind Standardlager für Wellen mit h-Toleranz (empfohlen mindestens h9). Die Lager sind ausgelegt für das Einpressen in eine H7-tolerierte Aufnahme. Nach dem Einbau in eine Aufnahme mit Nennmaß stellt sich der Innendurchmesser der Lager mit F10-Toleranz selbständig ein. Bei bestimmten Abmessungen weicht die Toleranz in Abhängigkeit von der Wandstärke hiervon ab (siehe Lieferprogramm).