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Gleitlager in Elektrorollstühlen

drylin Lineargleitlager arbeiten in Elektrorollstühlen unter hohen Lasten zuverlässig

Bei den Produkten der Motion Solutions GmbH – Elektrorollstühlen und Reha-Therapiesystemen – geht es um die Beweglichkeit der Menschen, die sie nutzen. Auch die Produkte selbst sind extrem beweglich – zum Beispiel das aktive Sitzsystem für Rollstühle, das sich in diverse Richtungen verstellen lässt, oder der Schwerlast-Rollstuhl für bis zu 350 Kilogramm schwere Menschen. Bei der Konstruktion dieser Geräte bedienen sich die Konstrukteure aus unserem Konstruktionsbaukasten für wartungsfreie Gleitlager.

Steckbrief

  • Was wurde benötigt: drylin W Profilführungen 
  • Anforderungen: Beständigkeit bei Outdoor Nutzung und hohe Lasten; Eine wartungs- und schmiermittelfreie Profilführung.
  • Branche: Medizintechnik
  • Erfolg für den Kunden: Eine an die körpereigenen Gelenkfunktionen optimal angepasste Mechanik.

Entlordosierungssystem von Motion Solutions

Problem

Die Motion Solutions GmbH – kurz ‚moso‘ – hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Beweglichkeit und Mobilität ihrer körperbehinderten Kunden zu gewährleisten beziehungsweise zu erhalten. Das Unternehmen entwickelt und fertigt ein breites Programm von Hilfsmitteln, die sich durch innovative Funktionen auszeichnen – zum Beispiel durch die besondere Beweglichkeit der Sitzsysteme.
Für Menschen, die nicht selbstständig stehen können, individualisiert und vertreibt die Motion Solutions die „EasyStand Evolv“-Stehtrainer. Sie bringen den Nutzer per Knopfdruck und ohne sonstiges Zutun vom Sitzen in den Stand. Das stärkt die aktive und passive Muskulatur, stabilisiert das Herz-Kreislauf-System, therapiert Kontrakturen und bringt die Benutzer auf Augenhöhe mit ihren stehenden Mitmenschen.
Die Konstruktion eines solchen Gerätes ist alles andere als einfach. Die Mechanik muss optimal an die körpereigenen Gelenkfunktionen angepasst sein. Beim gesamten Aufrichtvorgang darf es nicht zu Scherbewegungen an der Rückenlehne oder auf der Sitzfläche kommen und alle Systemkomponenten, die den Körper berühren und führen, müssen sich über die gesamte Phase des Aufrichtens und Hinsetzens im selben Positionsverhältnis befinden.
Außerdem verfügen diese Geräte über eine so genannte „Entlordosierung“, die das Becken im Stand in die orthopädisch richtige Position bringt, indem sie als zusätzliche Bewegung die Sitzfläche gemäß den Bedürfnissen des Nutzers verschiebt.

Lösung

Dieses Ausschieben haben die moso-Ingenieure mit einer drylin W-Profilführung, genauer gesagt ein drylin WJ200QM-Gehäuselager mit eckiger Kontur realisiert, das eine Hebelwirkung auf das Entlordosierungssystem ausübt. Es verfährt auf einer Profilschienenführung und ist mit einer Klemmung ausgestattet, die den Bewegungsradius im Verhältnis zur Aufrichtung synchronisiert. Dies ist nur eines von vielen Beispielen für den Einsatz von igus-Gleitlagern in den Reha-Geräten und Rollstühlen von Motion Solutions. Die Konstrukteure setzen seit mehr als zehn Jahren die besonders kompakten Gleitlager ein, die keine Schmierung benötigen und sind uneingeschränkt für den Outdoor-Einsatz geeignet sind. Dass sich die Lager auch für hohe Belastungen eignen, müssen sie in anderen Geräten aus dem moso-Programm unter Beweis stellen. Paradebeispiel ist der „Leo 350 XXL“: ein Elektrorollstuhl für Menschen mit Behinderung, die bis zu 350 Kilogramm wiegen und bis zu 2,20 Meter groß sind. Der Rollstuhl selbst ist extrem wendig und kompakt gebaut. Hier sorgen z. B. in der Längs- als auch in der (optionalen) Höhenverstellung des Sitzsystems drylin Linearführungen für Beweglichkeit und Stabilität. Hervorzuheben ist auch die Sitzkantelung – das bedeutet, dass der Sitz um bis zu 45 Grad nach hinten und – als Ein- und Ausstiegshilfe – nach vorn geneigt werden kann. Hier kommen Kunststoff-Lagerbuchsen zum Einsatz, ebenso im Antriebs- und Lenksystem des Leo 350. Sie bewähren sich auch bei hohen mechanischen Belastungen wie Stößen, die beispielsweise durch die Fahrten über Bordsteine verursacht werden sowie durch die Verschränkungen, denen das Fahrwerk im Praxisbetrieb ausgesetzt ist.


Innovation: Aktives Sitzmodul mit kardanischer Beweglichkeit

Eine aktuelle Neuentwicklung von Motion Solutions ist ein aktives Sitzmodul, das in vorhandene Rollstühle eingebaut wird und für eine erstaunlich große Beweglichkeit sorgt: Der Nutzer kann Rückenlehne und Sitz bis in die Überkopflage bringen. Er kann den Sitz aber auch – in die andere Richtung – als Aufstehhilfe um bis zu 33 Grad nach vorne kanteln. Darüber hinaus lässt sich der komplette Sitz um jeweils 20 Grad nach beiden Seiten neigen. Da die Bewegungen sich überlagern lassen, sitzt der Nutzer letztlich wie auf einer großen Kugel, wobei die Position in jeder Lage sicher gehalten wird.
Das ist keinesfalls nur Spielerei, sondern fördert die Gesundheit von Körperbehinderten. Ein gesunder Mensch, der sitzt, verlagert immer wieder seine Position. Einem Elektrorollstuhlnutzer ist das oft nicht möglich. Die möglichen Folgen sind Durchblutungsstörungen oder sogar offene Druckstellen. Mit dem Sitzmodul kann der Nutzer seine Position verlagern und gezielt die Durchblutung fördern oder einfach über den Stand transferieren. Alle Winkel des Sitzsystems lassen sich so programmieren, dass automatisch und abwechselnd mal die eine, dann die andere Seite druckentlastet wird.
Auch hier wird also die Beweglichkeit des Nutzers gefördert – mit überaus beweglichen Antriebssystemen. Die Scheren des Kardansystems, die durch einen Faltenbalg geschützt sind, sind mit unseren Gleitlagern ausgestattet. Und die Konstrukteure von Motion Solutions nutzen nicht nur den Gleitlagerbaukasten, sondern auch die Systembausteine des zweiten Geschäftsbereichs von igus: Für die Energiezuführung zu den beweglichen, verstellbaren Komponenten der Elektrostühle verwenden sie unsere Kunststoff-Energieketten.

Weitere Bilder zum Anwendungsbeispiel


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