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iglidur® J - Werkstoffdaten

Werkstofftabelle

Allgemeine Eigenschaften Einheit iglidur® J Prüfmethode
Dichte g/cm³ 1,49
Farbe gelb
max. Feuchtigkeitsaufnahme bei 23°C/50% r. F. Gew.-% 0,3 DIN 53495
max. Wasseraufnahme Gew.-% 1,3
Gleitreibwert, dynamisch, gegen Stahl µ 0,06 - 0,18
pv-Wert, max. (trocken) MPa x m/s 0,34

Mechanische Eigenschaften
Biege-E-Modul MPa 2.400 DIN 53457
Biegefestigkeit bei 20°C MPa 73 DIN 53452
Druckfestigkeit MPa 60
maximal empfohlene Flächenpressung (20°C) MPa 35
Shore-D-Härte 74 DIN 53505

Physikalische und thermische Eigenschaften
obere langzeitige Anwendungstemperatur °C +90
obere kurzzeitige Anwendungstemperatur °C +120
untere Anwendungstemperatur °C -50
Wärmeleitfähigkeit [W/m x K] 0,25 ASTM C 177
Wärmeausdehnungskoeffizient (bei 23°C) [K-1 x 10-5] 10 DIN 53752

Elektrische Eigenschaften
spezifischer Durchgangswiderstand Ωcm > 1013 DIN IEC 93
Oberflächenwiderstand Ω > 1012 DIN 53482
Tabelle 01: Werkstoffdaten




Abb. 01: Zulässige pv-Werte für iglidur® J-Gleitlager mit 1 mm Wandstärke im Trockenlauf gegen eine Stahlwelle, bei +20 °C, eingebaut in ein Stahlgehäuse

X = Gleitgeschwindigkeit [m/s]
Y = Belastung [MPa]

 



Die iglidur® J-Gleitlager zeichnen sich vor allem aus durch niedrigste Reibwerte im Trockenlauf und ihre sehr geringe Stick-Slip-Neigung.

Abb. 02: Maximal empfohlene Flächenpressung in Abhängigkeit von der Temperatur (35 MPa bei +20 °C)

X = Temperatur [°C]
Y = Belastung [MPa]

 

Abb. 03: Verformung unter Belastung und Temperaturen

X = Belastung [MPa]
Y = Verformung [%]

 
Mechanische Eigenschaften

Mit steigenden Temperaturen nimmt die Druckfestigkeit von iglidur® J-Gleitlagern ab. Abb. 02 verdeutlicht diesen Zusammenhang. Bei der langzeitig zulässigen Anwendungstemperatur von +90 °C beträgt die zulässige Flächenpressung noch 20 MPa. Die maximal empfohlene Flächenpressung stellt einen mechanischen Werkstoffkennwert dar. Rückschlüsse auf die Tribologie können daraus nicht gezogen werden.







Mit einer maximal empfohlenen Flächenpressung von 35 MPa sind iglidur® J-Gleitlager nicht für extreme Belastungen geeignet. Aus Abb. 03 geht die elastische Verformung von iglidur® J bei radialen Belastungen hervor.

Maximale Gleitgeschwindigkeit

m/s rotierend oszillierend linear
dauerhaft 1,5 1,1 8
kurzzeitig 3 2,1 10

Tabelle 02: Maximale Gleitgeschwindigkeit

Zulässige Gleitgeschwindigkeiten

Die niedrigen Reibwerte und die sehr geringe Stick-Slip- Neigung von iglidur® J-Gleitlagern sind besonders wichtig bei sehr niedrigen Geschwindigkeiten. iglidur® J kann aber auch für hohe Geschwindigkeiten von über 1 m/s eingesetzt werden. In beiden Fällen ist die Haftreibung sehr gering, und Stick-Slip bleibt fast völlig aus. Die in Tabelle 02 angegebenen Maximalwerte können nur bei geringen Druckbelastungen erreicht werden. Bei den angegebenen Geschwindigkeiten kann es aufgrund von Reibung zu einem Anstieg bis zur Grenze der dauerhaft zulässigen Temperatur kommen. In der Praxis lassen sich aufgrund von Wechselwirkungen unterschiedlicher Einflüsse diese Grenzwerte nicht immer erreichen.

iglidur® J Anwendungstemperatur
untere - 50 °C
obere, langzeitig + 90 °C
obere, kurzzeitig + 120 °C
zus. axial zu sichern ab + 60 °C

Tabelle 03: Temperaturgrenzen für iglidur® J

Temperaturen

Einsetzbar sind iglidur® J-Gleitlager zwischen –50 °C und +90 °C; die kurzzeitige zulässige Höchsttemperatur beträgt +120 °C. Oberhalb von +80 °C steigt der Verschleiß extrem an. Eine zusätzliche Sicherung wird bei Temperaturen höher als +60 °C erforderlich.

iglidur® J trocken Fett Öl Wasser
Reibwerte µ 0,06 - 0,18 0,09 0,04 0,04

Tabelle 04: Reibwerte für iglidur® J gegen Stahl (Ra = 1 μm, 50 HRC)

Reibung und Verschleiß

Wie die Verschleißfestigkeit ändert sich mit der Belastung auch der Reibungsbeiwert μ (Abb. 04 und 05).

Abb. 04: Reibwerte in Abhängigkeit von der Gleitgeschwindigkeit, p = 0,75 MPa

X = Gleitgeschwindigkeit [m/s]
Y = Reibwert μ

 

Abb. 05: Reibwerte in Abhängigkeit von der Belastung, v = 0,01 m/s

X = Belastung [MPa]
Y = Reibwert μ

 
Verschleiß, rotierende Anwendung mit unterschiedlichen Wellenwerkstoffen

Abb. 06: Verschleiß, rotierende Anwendung mit unterschiedlichen Wellenwerkstoffen, p = 1 MPa, v = 0,3 m/s

X = Wellenwerkstoff
Y = Verschleiß [μm/km]

A = Alu, hartanodisiert
B = Automatenstahl
C = Cf53
D = Cf53, hartverchromt
E = St37
F = V2A
G = X90

 
Wellenwerkstoffe

Reibung und Verschleiß sind auch in hohem Maße vom Gegenlaufpartner abhängig. Mit zunehmender Wellenrauigkeit steigt auch der Reibwert der Paarung. Am besten ist eine geschliffene Oberfläche mit einer Mittenrauigkeit Ra = 0,1 bis 0,3 μm geeignet. Abb. 06 und 07 zeigen einen Auszug der Ergebnisse von Tests mit unterschiedlichen Wellenwerkstoffen, die mit iglidur® J-Gleitlagern durchgeführt worden sind. Im Vergleich zu den meisten anderen iglidur®-Werkstoffen, ist der Verschleiß von iglidur®J-Gleitlagern bei den geringen Belastungen mit allen untersuchten Wellenwerkstoffen sehr gering. Auch bei steigenden Belastungen im Bereich bis 5 MPa ist die Verschleißfestigkeit von iglidur® J-Gleitlagern hervorragend. Falls der von Ihnen vorgesehene Wellenwerkstoff in den hier vorgestellten Versuchsergebnissen nicht enthalten ist, sprechen Sie uns bitte an.

Verschleiß bei schwenkenden und rotierenden Anwendungen

Abb. 07: Verschleiß bei schwenkenden und rotierenden Anwendungen mit verschiedenen Wellenwerkstoffen, p = 2 MPa

Y = Verschleiß [μm/km]

A = Cf53
B = hartverchromt
C = V2A
D = St37

blau = rotierend
pink = oszillierend

 
 

Medium Beständigkeit
Alkohole +
Kohlenwasserstoffe +
Fette, Öle, nicht additiviert +
Kraftstoffe +
verdünnte Säuren 0 bis -
starke Säuren -
verdünnte Basen +
starke Basen + bis 0
+ beständig      0 bedingt beständig      - nicht beständig

Alle Angaben bei Raumtemperatur [+20 °C]
Tabelle 05: Chemikalienbeständigkeit von iglidur® J





Elektrische Eigenschaften iglidur® J-Gleitlager sind elektrisch isolierend.

spezifischer Durchgangswiderstand > 1013 Ωcm
Oberflächenwiderstand > 1012 Ω

Weitere Eigenschaften

Chemikalienbeständigkeit
iglidur® J-Gleitlager sind beständig gegen verdünnte Laugen und sehr schwache Säuren sowie gegen Kraftstoffe und alle Arten von Schmierstoffen. Die geringe Feuchtigkeitsaufnahme erlaubt auch den Einsatz in nasser oder feuchter Umgebung. Gegen gebräuchliche Reinigungsmittel in der Lebensmittelindustrie sind Gleitlager aus iglidur® J beständig.


Radioaktive Strahlen Gleitlager aus iglidur® J sind strahlenbeständig bis zu einer Strahlungsintensität von 3 • 102 Gy.


UV-Beständigkeit iglidur® J-Gleitlager verfärben sich unter dem Einfluss von UV-Strahlen. Die Werkstoffeigenschaften ändern sich jedoch nicht.


Vakuum Im Vakuum gasen iglidur® J-Gleitlager aus. Deshalb sind nur trockene Lager für Vakuum geeignet.

Maximale Feuchtigkeitsaufnahme
bei +23 °C/50 % r. F. 0,3 Gew.-%
max. Wasseraufnahme 1,3 Gew.-%

Tabelle 06: Feuchtigkeitsaufnahme von iglidur® J

Einfluss der Feuchtigkeitsaufnahme

Abb. 10: Einfluss der Feuchtigkeitsaufnahme

X = Feuchtigkeitsaufnahme [Gew.-%]
Y = Reduzierung Innen-ø [%]

 
Feuchtigkeitsaufnahme

Die Feuchtigkeitsaufnahme von iglidur® J-Gleitlagern beträgt im Normalklima etwa 0,3 %. Die Sättigungsgrenze im Wasser liegt bei 1,3 %. Diese Werte sind so gering, dass eine Berücksichtigung des Quellens durch Feuchtigkeitsaufnahme nur in extremen Fällen nötig ist.

Durchmesser
d1 [mm]
Welle h9
[mm]
iglidur® J
E10 [mm]
Gehäuse H7
[mm]
bis 3 0 - 0,025 +0,014 +0,054 0 +0,010
> 3 bis 6 0 - 0,030 +0,020 +0,068 0 +0,012
> 6 bis 10 0 - 0,036 +0,025 +0,083 0 +0,015
> 10 bis 18 0 - 0,043 +0,032 +0,102 0 +0,018
> 18 bis 30 0 - 0,052 +0,040 +0,124 0 +0,021
> 30 bis 50 0 - 0,062 +0,050 +0,150 0 +0,025
> 50 bis 80 0 - 0,074 +0,060 +0,180 0 +0,030
> 80 bis 120 0 - 0,087 +0,072 +0,212 0 +0,035
> 120 bis 180 0 - 0,100 +0,085 +0,245 0 +0,040

Tabelle 07: Wichtige Toleranzen für iglidur® J-Gleitlager nach ISO 3547-1 nach dem Einpressen

Einbautoleranzen

iglidur® J-Gleitlager sind Standardlager für Wellen mit h-Toleranz (empfohlen mindestens h9). Die Lager sind ausgelegt für das Einpressen in eine H7-tolerierte Aufnahme. Nach dem Einbau in eine Aufnahme mit Nennmaß stellt sich der Innendurchmesser der Lager mit E10-Toleranz selbständig ein. Bei bestimmten Abmessungen weicht die Toleranz in Abhängikeit von der Wandstärke hiervon ab (siehe Lieferprogramm).