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Der Biegeradius beschreibt den Radius, in dem ein Kabel oder eine Leitung gebogen werden kann, ohne beschädigt zu werden. Maßgeblich ist dabei die sogenannte neutrale Faser, also die mittige Platzierung der Leitung in der Kette.
Grundregel:
Je kleiner der Biegeradius, desto höher muss die Materialqualität sein sowie eine entsprechende Verseilung der einzelnen Adern vorliegen .
Ein einfaches Beispiel:
Ähnlich wie beim menschlichen Körper gilt – je stärker eine Biegung, desto größer ist die Belastung. Wird die maximale Biegefähigkeit überschritten, kann es zu Schäden kommen.
Warum ist der richtige Biegeradius so wichtig?
Ein falsch gewählter Biegeradius kann erhebliche Folgen haben:
In der Praxis wird zwischen verschiedenen Anwendungsfällen unterschieden:
In Energieketten hängt der optimale Biegeradius vom Kabel mit dem größten Außendurchmesser ab.
Wichtige Regeln:
Der Mindestbiegeradius ist der kleinste zulässige Radius, unter dem ein Kabel nicht gebogen werden darf.
Die Umgebungsbedingungen spielen eine zentrale Rolle:
Bei niedrigen Temperaturen:
Bei hohen Temperaturen:
Das Unterschreiten des Mindestbiegeradius führt häufig zu vorzeitigem Ausfall.

Eine häufig genutzte einfache Regel lautet:
Mindestbiegeradius = 10 × Kabeldurchmesser
Beispiel:
Ein Kabel mit 10 mm Durchmesser → Mindestbiegeradius = 100 mm
Hinweis:
Je nach Anwendung, Material und Norm kann dieser Wert variieren.
Herstellerangaben niemals unterschreiten
möglichst großen Radius wählen
Anwendung (statisch vs. dynamisch) berücksichtigen
Temperaturbedingungen einbeziehen
bei engen Radien Spezialleitungen einsetzen
Kabel sauber führen und mechanisch entlasten
Bei sehr engen Biegeradien (z. B. < 5× Durchmesser) stoßen klassische Kupferleitungen an ihre physikalischen Grenzen.
Die Einsatzbereiche für Kabel mit engen Biegeradien sind vielfältig. Besonders häufig benötigt man sie bei Anwendungen, bei denen flexible und dynamische Bewegungen auf engstem Bauraum durchgeführt werden müssen. Zum Beispiel werden Sie in der Halbleiter- und Bestückungsindustrie, dem Maschinenbau sowie im Automotiv eingesetzt. Neue Einsatzmöglichkeiten ergeben sich dabei in Automatiktüren für Fahrzeuge und Bahnen sowie in automatischen Food-Selbstbedienungsautomaten und der Verpackungsindustrie.
Leitungen mit kleinem Biegeradius
Dynamische Anwendungen mit engen Biegeradien lassen die Kupferadern herkömmlicher Leitungen schnell an ihre mechanische Belastungsgrenze stoßen. Besonders in Einsatzbereichen, die nur über geringen Bauraum verfügen, aber eine hohe Zahl an Hüben verlangen, bieten spezielle igus Leitungen eine erhöhte Betriebssicherheit.
Neben Leitungen mit herkömmlichen Kupferlitzen mit sehr kurzer Schlaglänge, bietet igus auch Legierungsleiter an, die Biegeradien von bis zu 3xd realisieren können. Außerdem werden besonders abriebfeste und biegefeste Mantelwerkstoffen eingesetzt. Mit der langjährigen Erfahrung durch das eigene Testlabor kann igus auch für chainflex Leitungen mit kleinsten Biegeradien eine lange Lebensdauer und Planungssicherheit in Energieketten garantieren.
Biegeradien bei Kabeln unter 4xd
Für Anwender von sehr kleinen Energieführungsketten und den damit verbundenen meist sehr engen Biegeradien, hat sich in der Vergangenheit die Frage nach der geeigneten Leitung bei oft sehr hohen Hubzahlen gestellt. Kupfer gerät bei Biegeradien von unter 5xd schnell an seine physikalischen Grenzen, wodurch die Suche nach geeigneten Ersatzleiterwerkstoffen oder grundsätzlich anderen Leiteraufbauten, notwendig wurde. Hier werden Legierungen eingesetzt. Diese haben zwar hervorragende mechanischen Eigenschaften, haben aber gegenüber Kupfer einer reduzierten Leitfähigkeit. Der Leiterdurchmesser des legierten Leiters ist somit ein wenig größer.
Nur bis zum angegebenen Mindestbiegeradius. Ein Unterschreiten kann zu Schäden führen.
Es kommt zu Materialermüdung, Kabelbruch oder Funktionsausfällen.
Ja, u. a. IEEE, ICEA und DIN geben Richtwerte vor.
Der größte mögliche Radius innerhalb der baulichen Gegebenheiten.
Ja, extreme Temperaturen beeinflussen die Flexibilität und damit den zulässigen Radius.

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