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Hitze und Staub: Energiezuführung unter widrigen Bedingungen


Im Duisburger Warmwalzwerk von Thyssen Krupp ist ein Brammentransportkran von BANG Kransysteme GmbH & Co. KG für das Handling der Brammen an der Schnittstelle zwischen Stahlwerk und Walzwerk verantwortlich – bei Hitze und Staub. Die Energie- und Signalzuführung zur Katze und zur Kabine wird durch "Heavy Duty"-Energieketten von igus gewährleistet, die als vorkonfektionierte readychain basic-Systeme ausgeliefert wurden.

Steckbrief

  • Was wurde benötigt: Vorkonfektionierte Energieketten für den Einsatz in einer Heavy Duty Anwendung
  • Anforderungen: enger Bauraum, Beständigkeit bei hohen Temperaturen und starken Verschmutzungen, störungsfreier Lauf
  • Anwendungsgebiet: Stahlindustrie
  • Erfolg für den Kunden: Schnelle Montage auf der Kranbrücke durch Anlieferung der befüllten Energieketten auf Transporttrommeln. Auch für den Weitertransport zum Einsatzort müssen die sehr kompakten Ketten weder demontiert noch verpackt werden.

Brammentransportkran

Problem

Ein Doppelträger-Brückenkran im Duisburger Warmwalzwerk von Thyssen Krupp entnimmt die frisch produzierten Brammen, die nachfolgend zu Stahlband verarbeitet werden, lagert sie ein und aus und führt sie den Warmhalteöfen zu. Er verfährt dabei mit bis zu 120 m/min auf der 500 Meter langen Kranbahn. In der Katzfahrt werden 60 m/min erreicht, wobei der Kranfahrer die Kabine über fast die gesamte Brückenlänge verfahren kann. Aus Platzgründen (der Bauraum ist nach oben begrenzt) musste die gesamte Steuerung nicht in einem externen Schaltraum, sondern in der Brücke untergebracht werden sodass die Katze nicht über, sondern zwischen den beiden Brückenträgern verfährt. Darüber hinaus müssen sämtliche verwendete Komponenten auf Heavy Duty Betrieb ausgelegt sein. Der Kran ist konstant hoher Staubbelastung sowie hohen Temperaturen ausgesetzt. Die Brammen und die Warmhalteöfen strahlen so viel Hitze ab, dass selbst knapp unter der Hallendecke noch bis zu 70°C erreicht werden. So müssen die beweglichen Leitungen für elektrische Energie und Signale sowie die Energieketten gemäß den widrigen Bedingungen ausgelegt sein, um unter den Extrembedingungen einen störungsfreien Lauf zu ermöglichen.
 

Lösung

Angesichts der Anforderungen empfahlen die igus-Techniker für die Energie- und Signalführung auf der Kranbrücke eine Rollen-Energiekette des Typs 5050RHD. Das für "Heavy Duty"-Anwendungen eingesetzte Kettensystem zeichnet sich durch verstärkte Seitenteile, zusätzliche Verschleißflächen und ein um etwas 40 Prozent verstärktes Bolzen-Bohrungssystem aus. Damit können auch hohe Leitungsgewichte – in diesem Fall 13 kg/m – zuverlässig geführt und bewegt werden. Die Kettenlänge in diesem Falle beträgt 17,8 m, wobei das System auf einer Strecke von 15,5 m verfährt. Auch Leitungen des chainflex Produktprogramms von igus kamen zum Einsatz. Eine TPE-Ummantelung gewährleistet dabei, dass alle Leitungen den hohen Temperaturen in der Anlage stand hält. Auf Basis der besonderen Anforderungen an Energiekette und Leitungen wurden die Ketten als vorkonfektionierte readychain Basic Systeme ausgelegt und geliefert. Die Leitungen sind eingelegt, aber nicht komplett vorkonfektioniert und mit Steckern ausgerüstet. Da die Leitungen auf Klemmen verdrahtet werden, benötigt man keine Steckverbinder. Zudem lassen sich die Leitungslängen bei einem solchen Sonderprojekt nicht auf den Zentimeter festlegen. Wichtiger ist die Flexibilität bei der Montage. Allein die Lichtwellenleiter (LWL) wurden vorab mit Steckern konfektioniert.

„Der Kran ist konstant hoher Staubbelastung und hohen Temperaturen ausgesetzt. Die Brammen und die Warmhalteöfen strahlen so viel Hitze ab, dass selbst knapp unter der Hallendecke noch bis zu 70 Grad Celsuis erreicht werden."

Dipl. Ing. Mike Götzensberger, Projektleiter bei Bang, zu den hohen Anforderungen der Anlage

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