Mein Ansprechpartner
Standort auswählen

Nach Eingabe Ihrer Postleitzahl nennen wir Ihnen sofort Ihren persönlichen igus® Berater.

iglidur® T220 - Werkstoffdaten

Werkstofftabelle

Allgemeine Eigenschaften Einheit iglidur® T220 Prüfmethode
Dichte g/cm³ 1,28
Farbe weiß
max. Feuchtigkeitsaufnahme bei 23°C/50% r. F. Gew.-% 0,3 DIN 53495
max. Wasseraufnahme Gew.-% 0,5
Gleitreibwert, dynamisch, gegen Stahl μ 0,20-0,32
pv-Wert, max. (trocken) MPa x m/s 0,28

Mechanische Eigenschaften
Biege-E-Modul MPa 1.800 DIN 53457
Biegefestigkeit bei 20°C MPa 65 DIN 53452
Druckfestigkeit MPa 55
maximal empfohlene Flächenpressung (20°C) MPa 40
Shore-D-Härte 76 DIN 53505

Physikalische und thermische Eigenschaften
obere langzeitige Anwendungstemperatur °C +100
obere kurzzeitige Anwendungstemperatur °C +160
untere Anwendungstemperatur °C -40
Wärmeleitfähigkeit W/m x K 0,24 ASTM C 177
Wärmeausdehnungskoeffizient (bei 23°C) K-1 x 10-5 11 DIN 53753

Elektrische Eigenschaften
spezifischer Durchgangswiderstand Ωcm > 1010 DIN IEC 93
Oberflächenwiderstand Ω > 1010 DIN 53482
1) Ohne Zusatzlast; keine Gleitbewegung; Relaxation nicht ausgeschlossen
Tabelle 01: Werkstoffdaten

pv-Werte T220




Abb. 01: Zulässige pv-Werte für iglidur® T220-Gleitlager mit 1 mm Wandstärke im Trockenlauf gegen eine Stahlwelle, bei +20 °C, eingebaut in ein Stahlgehäuse

X = Gleitgeschwindigkeit [m/s]
Y = Belastung [MPa]

 



iglidur® T220 ist ein Sondermaterial für den Einsatz in der Tabak verarbeitenden Industrie. Es erfüllt die Anforderungen der Tabakindustrie (engineering database). Der Werkstoff ist frei von unerwünschten oder verbotenen Inhaltsstoffen, wie es nach Stand von 2004 namhafte Hersteller von Tabakprodukten fordern.

Abb. 02: Maximal empfohlene Flächenpressung in Abhängigkeit von der Temperatur (40 MPa bei +20 °C)

X = Temperatur [°C]
Y = Belastung [MPa]

 

Abb. 03: Verformung unter Belastung und Temperaturen

X = Belastung [MPa]
Y = Verformung [%]

 
Mechanische Eigenschaften

Die maximal empfohlene Flächenpressung stellt einen mechanischen Werkstoffkennwert dar. Rückschlüsse auf die Tribologie können daraus nicht gezogen werden. Mit steigenden Temperaturen nimmt die Druckfestigkeit von iglidur® T220-Gleitlagern ab. Abb. 02 verdeutlicht diesen Zusammenhang.

iglidur® T220-Gleitlager können bis zur zulässigen Grenze von 45 MPa belastet werden. Die Verformung liegt dann bei nahezu 2%. Die zulässige Belastung wird durch höhere Temperaturen weiter begrenzt (Abb. 02).

Maximale Gleitgeschwindigkeit

m/s rotierend oszillierend linear
dauerhaft 0,4 0,3 1
kurzzeitig 1 0,7 2
Tabelle 02: Maximale Gleitgeschwindigkeit

Zulässige Gleitgeschwindigkeiten

Die maximale Gleitgeschwindigkeit von iglidur® T220- Gleitlagern beträgt dauernd rotierend 0,4 m/s. Die Reibung und die damit verbundene Erwärmung begrenzen die zulässigen Geschwindigkeiten. Daraus folgt, dass im Aussetzbetrieb oder linear höhere Geschwindigkeiten gefahren werden können.

iglidur® T220 Anwendungstemperatur
untere - 40 °C
obere, langzeitig + 100 °C
obere, kurzzeitig + 160 °C
zus. axial zu sichern ab + 50 °C
Tabelle 03: Temperaturgrenzen für iglidur® T220

Temperaturen

Die Elastizität der Lager ist von der Temperatur abhängig. Schon 60 °C führen zu einer deutlichen Erhöhung der Elastizität. Eine mechanische Sicherung sollte ab +50 °C vorgenommen werden.

Abb. 04: Reibwerte in Abhängigkeit von der Gleitgeschwindigkeit, p = 0,75 MPa

X = Gleitgeschwindigkeit [m/s]
Y = Reibwert μ

 

Abb. 05: Reibwerte in Abhängigkeit von der Belastung, v = 0,01 m/s

X = Belastung [MPa]
Y = Reibwert μ

 
Reibung und Verschleiß

Durch die Einhaltung der Vorgaben seitens der Tabak verarbeitenden Industrie bleiben die Reib- und Verschleißwerte der iglidur® T220-Gleitlager hinter denen der besten iglidur®-Gleitlager klar zurück. Der Reibwert sinkt mit der Belastung während er mit höheren Geschwindigkeiten nur leicht ansteigt.

iglidur® T220 trocken Fett Öl Wasser
Reibwerte µ 0,2 - 0,32 0,09 0,04 0,04
Tabelle 04: Reibwerte für iglidur® T220 gegen Stahl (Ra = 1 μm, 50 HRC)

Verschleiß, rotierende Anwendung mit unterschdl.

Abb. 06: Verschleiß, rotierende Anwendung mit unterschdl. Wellenwerkstoffen, p = 1 MPa, v = 0,3m/s

X = Wellenwerkstoff
Y = Verschleiß [μm/km]

A = Alu, hartanodisiert
B = Automatenstahl
C = Cf53
D = Cf53, hartverchromt
E = St37
F = V2A
G = X90

 
Wellenwerkstoffe

Die Abb. 06 zeigt Testergebnisse mit unterschiedlichen Wellenwerkstoffen, die mit Gleitlagern aus iglidur® T220 durchgeführt worden sind.
Abb. 07 zeigt, dass bei Erhöhung der Belastung die Lager mit starker Verschleißzunahme reagieren. Es sollte deshalb darauf geachtet werden, durch ausreichende Dimensionierung der Lager die Belastungen unter 5 MPa zu halten.

Verschleiß bei oszillierenden und rotierenden

Abb. 07: Verschleiß bei oszillierenden und rotierenden Anwendungen mit Cf53 in Abhängigkeit von der Belastung

X = Belastung [MPa]
Y = Verschleiß [μm/km]

A= rotierend
B= oszillierend

 
 

Medium Beständigkeit
Alkohole +
Kohlenwasserstoffe -
Fette, Öle, nicht additiviert +
Kraftstoffe +
verdünnte Säuren 0
starke Säuren -
verdünnte Basen -
starke Basen -
+ beständig      0 bedingt beständig      - nicht beständig
Alle Angaben bei Raumtemperatur [+20 °C] Tabelle 05: Chemikalienbeständigkeit von iglidur® T220


Elektrische Eigenschaften

spezifischer Durchgangswiderstand > 1010 Ωcm
Oberflächenwiderstand > 1010 Ω

Chemikalienbeständigkeit

iglidur® T220-Gleitlager sind beständig gegen stark verdünnte Laugen und sehr schwache Säuren.

Radioaktive Strahlen

Gleitlager aus iglidur® T220 sind strahlenbeständig bis zu einer Strahlungsintensität von 3 x 10² Gy.

UV-Beständigkeit

iglidur® T220-Gleitlager sind nicht beständig gegen den Einfluss von UV-Strahlen.

Vakuum

Ein Einsatz im Vakuum ist nur bedingt möglich. Es sollten nur trockene Lager aus iglidur® T220 im Vakuum getestet werden.

Elektrische Eigenschaften

Gleitlager aus iglidur® T220 sind elektrisch isolierend.

Lieferprogramm

Gleitlager aus iglidur® T220 werden auftragsbezogen hergestellt.

Maximale Feuchtigkeitsaufnahme
bei +23 °C/50 % r. F. 0,3 Gew.-%
max. Wasseraufnahme 0,5 Gew.-%
Tabelle 06: Feuchtigkeitsaufnahme von iglidur® T220

Einfluss der Feuchtigkeitsaufnahme

Abb. 10: Einfluss der Feuchtigkeitsaufnahme

X = Feuchtigkeitsaufnahme [Gew.-%]
Y = Reduzierung Innen-ø [%]

 
Feuchtigkeitsaufnahme

Die Feuchtigkeitsaufnahme von iglidur® T220-Gleitlagern beträgt im Normalklima etwa 0,3 %. Die Sättigungsgrenze im Wasser liegt bei 0,5 %. Diese Werte sind so gering, dass eine Berücksichtigung des Quellens durch Feuchtigkeitsaufnahme nur in extremen Fällen nötig ist.

Durchmesser
d1 [mm]
Welle h9
[mm]
iglidur® T220
E10 [mm]
Gehäuse H7
[mm]
bis 3 0 - 0,025 +0,014 +0,054 0 +0,010
> 3 bis 6 0 - 0,030 +0,020 +0,068 0 +0,012
> 6 bis 10 0 - 0,036 +0,025 +0,083 0 +0,015
> 10 bis 18 0 - 0,043 +0,032 +0,102 0 +0,018
> 18 bis 30 0 - 0,052 +0,040 +0,124 0 +0,021
> 30 bis 50 0 - 0,062 +0,050 +0,150 0 +0,025
> 50 bis 80 0 - 0,074 +0,060 +0,180 0 +0,030
> 80 bis 120 0 - 0,087 +0,072 +0,212 0 +0,035
> 120 bis 180 0 - 0,100 +0,085 +0,245 0 +0,040

Tabelle 07: Wichtige Toleranzen für iglidur® T220- Gleitlager nach ISO 3547-1 nach dem Einpressen

Einbautoleranzen

iglidur® T220-Gleitlager sind Standardlager für Wellen mit h-Toleranz (empfohlen mindestens h9). Die Lager sind ausgelegt für das Einpressen in eine H7-tolerierte Aufnahme.

Nach dem Einbau in eine Aufnahmebohrung mit der Toleranz H7 stellt sich der Innendurchmesser der Lager mit E10-Toleranz selbständig ein.