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iglidur® W360 - Werkstoffdaten

Werkstofftabelle

Allgemeine Eigenschaften Einheit iglidur® W360 Prüfmethode
Dichte g/cm³ 1,34
Farbe gelb
max. Feuchtigkeitsaufnahme bei 23°C/50% r. F. Gew.-% 0,2 DIN 53495
max. Wasseraufnahme Gew.-% 1,6
Gleitreibwert, dynamisch, gegen Stahl µ 0,07 - 0,21
pv-Wert, max. (trocken) MPa x m/s 0,35

Mechanische Eigenschaften
Biege-E-Modul MPa 3.829 DIN 53457
Biegefestigkeit bei 20°C MPa 119 DIN 53452
Druckfestigkeit MPa n.b.
maximal empfohlene Flächenpressung (20°C) MPa 75
Shore-D-Härte n.b. DIN 53505

Physikalische und thermische Eigenschaften
obere langzeitige Anwendungstemperatur °C +180
obere kurzzeitige Anwendungstemperatur °C +200
untere Anwendungstemperatur °C -40
Wärmeleitfähigkeit [W/m x K] 0,24 ASTM C 177
Wärmeausdehnungskoeffizient (bei 23°C) [K-1 x 10-5] 6 DIN 53752

Elektrische Eigenschaften
spezifischer Durchgangswiderstand Ωcm > 1013 DIN IEC 93
Oberflächenwiderstand Ω > 1012 DIN 53482
Tabelle 01: Materialeigenschaften

iglidur W360




Abb. 01: Zulassige pv-Werte für iglidur® W360-Gleitlager im Trockenlauf gegen eine Stahlwelle, bei +20 °C

X = Gleitgeschwindigkeit [m/s]
Y = Belastung [MPa]

 
Feuchtigkeitsaufnahme



Die Feuchtigkeitsaufnahme von iglidur® W360 ist gering und kann bei Verwendung in feuchter Umgebung vernachlässigt werden. Mit einer vollständigen Sättigung von 1,6 % ist der Einsatz unter Wasser allerdings nur sehr eingeschränkt möglich.

iglidur W360

Abb. 02: Maximal empfohlene Flächenpressung in Abhängigkeit von der Temperatur (60 MPa bei +20 °C)

X = Temperatur [°C]
Y = Belastung [MPa]

 
iglidur W360

Abb. 03: Verformung unter Belastung und Temperaturen

X = Belastung [MPa]
Y = Verformung [%]

 
Mechanische Eigenschaften

Mit steigenden Temperaturen nimmt die Druckfestigkeit von iglidur® W360-Gleitlagern ab. Abb. 02 verdeutlicht diesen Zusammenhang. Bei +180 °C beträgt die zulässige Flächenpressung noch 10 MPa. Die maximal empfohlene Flächenpressung stellt einen mechanischen Werkstoffkennwert dar. Rückschlüsse auf die Tribologie können daraus nicht gezogen werden.

iglidur® W360-Gleitlager sind für ein breites Belastungsspektrum geeignet. Abb. 03 zeigt die Verformung unter Temperatur. Gezeigt wird hier das Verhalten der Werkstoffe bei kurzzeitiger Beanspruchung.

Maximale Gleitgeschwindigkeit

m/s rotierend oszillierend linear
dauerhaft 1,2 0,9 3,0
kurzzeitig 2,7 2,0 5,0

Tabelle 03: Maximale Gleitgeschwindigkeit

Zulässige Gleitgeschwindigkeiten

iglidur® W360-Gleitlager sind gut geeignet für niedrige und mittlere Geschwindigkeiten sowohl im rotierenden als auch im oszillierenden Einsatz. Auch Linearbewegungen können mit iglidur® W360 gut gelagert werden.

Temperaturen

Die Temperaturbeständigkeit macht iglidur® W360 zu einem sehr universellen Werkstoff für Gleitlager in unterschiedlichen Branchen. Kurzzeitig sind Anwendungstemperaturen bis +220 °C zulässig. Bitte beachten Sie dabei, dass ab +90 °C die Befestigung der Lager durch Einpressen nicht mehr ausreicht und eine zusätzliche Sicherung der Lagerbuchsen erforderlich wird.

iglidur® W360 trocken Fett Öl Wasser
Reibwerte µ 0,07 - 0,21 0,09 0,04 0,04

Tabelle 04: Tabelle 04: Reibwerte gegen Stahl (Ra = 1 μm, 50 HRC)

Reibung und Verschleiß

Die Reibwerte von iglidur® W360 im Trockenlauf gegen Stahl liegen in einem sehr guten Bereich. Sie bleiben über der Geschwindigkeit sehr konstant auf einem niedrigen Niveau. Abb. 04 verdeutlicht diesen Zusammenhang. Mit steigender Belastung sinkt der Reibwert, vor allem bis ca. 15 MPa sehr stark (Abb. 05).

Abb. 04: Reibwerte

Abb. 04: Reibwerte in Abhängigkeit von der Gleitgeschwindigkeit, p = 1 MPa

X = Gleitgeschwindigkeit [m/s]
Y = Reibwert μ

 
Abb. 05: Reibwerte in

Abb. 05: Reibwerte in Abhängigkeit von der Belastung, v = 0,01 m/s

X = Belastung [MPa]
Y = Reibwert μ

 
Abb. 06: Reibwerte

Abb. 06: Reibwerte in Abhängigkeit von der Wellenoberfläche (Welle Cf53)

X = Wellenrauigkeit Ra [μm]
Y = Reibwert μ

 
Wellenwerkstoffe

Im Fall von iglidur® W360 hat die Oberflächenrauigkeit der Welle im Bereich bis 1,6 MPa praktisch keinen Einfluss auf den Reibwert (Abb. 06). Abb. 07 zeigt einen Auszug der Ergebnisse von Tests mit unterschiedlichen Wellenwerkstoffen. iglidur® W360-Gleitlager sind für alle Gleitpartner geeignet. In Rotation bei 1 MPa Belastung stechen etwa Alu hc, Cf53 sowie die Edelstahlwellen hervor. Bei anderen Lasten oder in Schwenkbewegungen sieht das Bild ähnlich aus. Falls der von Ihnen vorgesehene Wellenwerkstoff in den hier vorgestellten Versuchsergebnissen nicht enthalten ist, sprechen Sie uns bitte an.

Verschleiß, rotierende

Abb. 07: Verschleiß, rotierende Anwendung mit unterschdlichen Wellenwerkstoffen, p = 1 MPa, v = 0,3 m/s

X = Wellenwerkstoff
Y = Verschleiß [μm/km]

A = Alu, hartanodisiert
B = Automatenstahl
C = Cf53
D = Cf53, hartverchromt
E = St37
F = V2A
G = X90

 
 

Medium Beständigkeit
Alkohole 0 bis -
Kohlenwasserstoffe +
Fette, Öle, nicht additiviert +
Kraftstoffe +
verdünnte Säuren 0 bis -
starke Säuren 0 bis -
verdünnte Basen +
starke Basen +
+ beständig      0 bedingt beständig      - nicht beständig

Alle Angaben bei Raumtemperatur [+20 °C]
Tabelle 02: Chemikalienbeständigkeit von iglidur® W360

Weitere Eigenschaften

Radioaktive Strahlen Gleitlager aus iglidur® W360 sind strahlenbeständig bis zu einer Strahlungsintensität von 2 · 102 Gy.


UV-Beständigkeit iglidur® W360-Gleitlager sind gegen UV-Strahlen bedingt beständig.


Vakuum Im Vakuum gasen iglidur® W360-Gleitlager im geringen Maße aus. Der Einsatz im Vakuum ist für trockene Lager möglich.

Durchmesser
d1 [mm]
Welle h9
[mm]
iglidur® W360
E10 [mm]
Gehäuse H7
[mm]
bis 3 0 - 0,025 +0,014 +0,054 0 +0,010
> 3 bis 6 0 - 0,030 +0,020 +0,068 0 +0,012
> 6 bis 10 0 - 0,036 +0,025 +0,083 0 +0,015
> 10 bis 18 0 - 0,043 +0,032 +0,102 0 +0,018
> 18 bis 30 0 - 0,052 +0,040 +0,124 0 +0,021
> 30 bis 50 0 - 0,062 +0,050 +0,150 0 +0,025
> 50 bis 80 0 - 0,074 +0,060 +0,180 0 +0,030

Tabelle 05: Wichtige Toleranzen nach ISO 3547-1 nach dem Einpressen

Einbautoleranzen

iglidur® W360-Gleitlager sind Standardlager für Wellen mit h-Toleranz (empfohlen mindestens h9). Die Lager sind ausgelegt für das Einpressen in eine H7-tolerierte Aufnahme. Nach dem Einbau in eine Aufnahme mit Nennmaß stellt sich der Innendurchmesser der Lager mit E10-Toleranz selbständig ein.