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Fünfzig Prozent mehr Lagerraum

Vorkonfektionierte Energiezuführungen für kundenspezifische Hallenkrane

Einen Hallenkran zu projektieren erfordert viel Erfahrung. Und wenn dazu der zu Verfügung stehende Platz äußerst knapp bemessen ist, dann lohnt es sich, konstruktive Teilaufgaben an Lieferanten auszulagern. Das betrifft im vorliegenden Fall die Energiezuführung für eine vollautomatische Krananlage. Aus Standard- und Sonderteilen ist eine besonders platzsparende Lösung entstanden, die sich bei höchster Beanspruchung und im Dauerbetrieb vom ersten Tag an bewährt hat – und die heute 50 Prozent mehr Lagerraum für den Endkunden schafft.

Steckbrief

  • Was wurde benötigt: vierteilige Energieketten des Systems E4/4 der Serie 3838, Ready-Chain Energiezuführungen, Standard- und Sonderrinnen für die Ketten
  • Anforderungen: extrem geringer Bauraum
  • Branche: Metallverarbeitendes Gewerbe
  • Erfolg für den Kunden: kundenindividuelle Projektierung und Leistungserstellung in Zusammenarbeit mit allen Projektbeteiligten

Vollautomatische Hallenkrane

Problem

Für einen namhaften Hersteller des metallverarbeiten- den Gewerbes hat der Spezialist Kranservice Herz eine Stapelkrananlage zum Verladen von Edelstahlrohren entwickelt und traf dabei auf ganz besondere Umgebungsbedingungen. Aufgrund der baulichen Gegebenheiten vor Ort forderte der Betreiber eine extrem geringe Einbauhöhe. Der Platz von der Schienenoberkante bis zur Störkante des Schieberegallagers beträgt lediglich 1.000 mm, weshalb die gesamte Stapelkrananlage auf diese äußerst engen Platzverhältnisse abgestimmt werden musste.“
Eine weitere Herausforderung stellten die Stromzuführungen für die Katzfahrt und das Drehwerk dar. Als Bauraum für die Katzstromzuführung standen lediglich 500 mm Höhe und 300 mm Breite zur Verfügung. Herkömmliche Festoonings oder Schleifleitungen scheiden in solchen Fällen aufgrund der geringen Bauhöhe sofort aus. So kamen für die Projektverantwortlichen nur Energiezuführungen in Frage, die in enger Zusammenarbeit mit igus ausgelegt worden sind. Über sie wird die gesamte Verkabelung der Hauptstromzuführung für die Antriebe, die Steuerleitungen und das Profibuskabel geführt. Und um sie kleiner zu halten, sind sie zusätzlich noch gesplittet worden.

Lösung

In der Anlage kommen heute vierteilige Energieketten des Systems E4/4 der Serie 3838 zum Einsatz, die robust und modular aufgebaut und speziell für Anwendungen in Seitenlage geeignet sind. Die nach Kundenvorgaben konfektionierten Energieketten mit eingelegten Leitungen garantieren heute die gesamte Anlagenverfügbarkeit. Zum Lieferumfang gehören weiter Standardrinnen für die Energieketten im gleitenden Einsatz, als auch Sonderrinnen für die Ketten mit rückwärtigem Biegeradius.
Für die Katzstromzuführung werden zwei gegenläufige horizontal angeordnete Energieketten eingesetzt, die über dem Katzrahmen seitlich an der Innenseite des Hauptträgers liegen. Dessen Oberkante wird mit dieser konstruktiven Anordnung nicht überschritten. Die Verfahrwege der Katzstromzuführung betragen 21.245  mm bei der ersten bzw. 17.650 mm bei der zweiten Anlage. Die Geschwindigkeit liegt bei 0 bis 60 m/min. Für die Drehwerksstromzuführung werden auf dem Drehwerksrahmen ebenfalls zwei gegenläufige horizontal gelagerte igus-Energieketten eingesetzt. Mit diesem System wird ein Drehwinkel von 270° erreicht. Hier liegen die Geschwindigkeiten bei 0 bis 4 U/min. „Anfangs war ich äußerst skeptisch. Aufgrund der hohen Belastungen müssen wir in jedem Detail Reserven haben“, blickt Werner Herz zurück. „Vor allem die horizontale Ausrichtung fürs Drehwerk war für uns Neuland. Wir wussten nur eines: Da wir nicht mehr Platz zur Verfügung stellen konnten, gab es zur Energiekette keine Alternative.“

Energiekette
Energiekette

„Unsere Erfahrungen mit den Energiezuführungen von igus sind mehr als gut. Wir haben die technischen Eckdaten zu Verfügung gestellt und eine passende Lösung präsentiert bekommen, die seitdem problemlos im Einsatz ist."

André Herz, Kranservice Herz

Neben dem Standardprogramm auch Sonderlösungen im Angebot

„Wir haben generell den Anspruch, unsere Kunden bereits während der Projektierungsphase zu unterstützen“, erläutert Yve Kirsch, technischer Anwendungsberater bei igus. „Das tun wir, indem wir beispielsweise Zeichnungen erstellen und Einbaumaße überprüfen. Außerhalb unseres Standardprogramms – Energieketten und Leitungen – können wir Systemlösungen mit Sonderteilen ergänzen. Das umfasst nicht nur spezielle Rinnen. Wir bearbeiten Energieketten kundenspezifisch nach oder fertigen sie sogar, um den jeweiligen Anwendungsfall abzudecken.“ Das kann Seniorchef Werner Herz des projektbeteiligten Unternehmens Kranservice Herz nur bestätigen: „Unser Kunde ist mit seiner Krananlage sehr zufrieden. Seine Anforderungen werden abgedeckt. Und ich bin sicher, dass sich nicht nur aus Platzgründen Energiezuführungen auch bei Hallenkranen immer stärker durchsetzen werden.“

Hallenkran