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Spezialräder und therapeutisches Zubehör

Gleit-, Gelenk- und Lineargleitlager aus Kunststoff helfen Mobilität und Lebensqualität zu verbessern

Behinderten Menschen eine weitgehende Mobilität zu ermöglichen, ist das oberste Anliegen dieses Herstellers von Spezialrädern. Die Anforderungen an die Produkte sind entsprechend hoch. Sie müssen unter anderem sicher, ergonomisch und langlebig sein. Auch die Optik spielt in diesem anspruchsvollen Umfeld eine wichtige Rolle. Das Unternehmen setzt schon lange auf leichte, wartungsfreie Gleit-, Gelenk- und Lineargleitlager aus Kunststoff. Die Maschinenelemente helfen, ausgereifte Konstruktionen sicherzustellen.

„Äußerste Seriosität ist unser oberstes Gebot“, beschreibt Werner Müller, Diplom-Betriebswirt und Geschäftsführer der draisin GmbH, Achern, die Firmenund Produktphilosophie seines Hauses. „Ob Rollstuhloder Dreirad, Partner- oder Liegerad, Zwei- oder Dreiradtandem - unsere Räder helfen, behinderte Menschen mobil zu machen. Das ist unser Herzensanliegen! Dabei wachsen wir stetig mit den Ansprüchen unserer Kunden und bieten heute eine umfassende Produktpalette für alle Altersgruppen.“

„igubal®“-Kunststoffgelenkköpfe zum einfachen Einklappen des Dreirades

 

Seit einer Reihe von Jahren kommen in den Spezialrädern verschiedene Kunststofflager von Lagerspezialist igus® GmbH, Köln, zum Einsatz. Es handelt sich um die flexible Profilrundführung „drylin® W“ für die Sitzverstellung, um „igubal®“-Gelenklager zum problemlosen Zusammenklappen für den einfachen Transport sowie „iglidur® G“-Gelenkbuchsen beispielsweise in den Pedalen und der Sitzfederung. Zur Qualitätssicherung der Rahmen spielt darüber hinaus das variable „drylin® W“-Messsystem eine wichtige Rolle. Ein PMASchlauch schützt sicher Bremsund Motorleitungen, während in einem therapeutischen Hilfsmittel für Schlaganfallpatienten – der sogenannten Orthese – „drylin® N“, eine Miniatur-Profilführung, verbaut ist. Viele schmiermittelfreie und verschleißfeste Kunststoffkomponenten also, die – über die hier besprochene Applikation hinausgehend – in der Medizintechnik zahlreichen Einsatz finden.

Bei Handicap Spezialräder

„Ob Glasknochen, Schlaganfall, Querschnittslähmung, Multiple Sklerose, Conterganschädigung, Arbeits- oder Freizeitunfälle – wir stellen uns auf jeden Behinderungsgrad ein“, erläutert der Diplom-Ingenieur und Geschäftsführer Martin Bombik. „Selbst eine Oberkörper- oder Oberschenkellenkung stellt uns vor keinerlei Probleme.“ Der Spezialanbieter deckt einen bedeutenden Anteil des Bedarfs an Spezialrädern in Deutschland und Europa ab. Erste Aktivitäten in Amerika laufen bereits. Das Produktsortiment umfasst insgesamt 15 Modelle, die aus bewährten Modulen zum großen Teil maßgeschneidert zusammengebaut werden.

Profilrundführung „drylin® WS16“ für die einfache Sitzverstellung

 

´Das Unternehmen hat sich seit den Anfängen 1992 kontinuierlich entwickelt. „Als wir damals unseren Fahrradfachmarkt mit der Zielgruppe 'Menschen mit Handicap' starteten, gab es nur hässliche Modelle“, erinnert sich Martin Bombik. „Die damaligen Räder waren weder technisch ausgereift noch behindertengerecht, dafür freilich unansehnlich und teuer.“ Bereits seit 1994 werden eigene Modelle konstruiert. 2001 zog der Spezialanbieter mit sechs Mitarbeitern an den heutigen Standort in Achern/Baden. Inzwischen besteht das Team aus zwanzig Mitarbeitern in Fertigung, Verkauf und Verwaltung. In der eigenen Werkstatt entstehen die Ideen für neue Radmodelle. „Unser Ziel ist es, für jedes Handicap ein intuitiv und leicht zu bedienendes, sicheres Rad zu bieten. Die Modelle sind technisch hochwertig und langfristig nutzbar. Sie können sofort beim Kauf oder auch nachträglich mit einem Elektromotor ausgerüstet werden“, berichtet Werner Müller.

Vom Nordkap bis nach Dubai

„Wir bieten Produkte, die sicher, schön und ergonomisch sind“, so Martin Bombik. Sie lösen einerseits die absolut notwendige Ausfallsicherheit ein, andererseits sorgen sie aufgrund ihrer Stabilität für die nötige Sicherheit im Straßenverkehr. Um diese absolut zwingenden Anforderungen jederzeit zu gewährleisten, vertraut das Unternehmen auf die Wartungs- und Schmiermittelfreiheit und damit lange Lebensdauer von Kunststoffgleitlagern. „Wir können keine Kompromisse eingehen, sondern setzen ausschließlich auf industrietaugliche Komponenten“, macht der Ingenieur klar. Dafür sind drei Gründe ausschlaggebend: die bereits erwähnte Ausfallsicherheit, Umwelteinflüsse und Wirtschaftlichkeit. Behinderte Menschen sind auf die permanente Verfügbarkeit ihres Fortbewegungsmittels angewiesen, das vom Nordkap bis nach Dubai und damit bei extremen Umgebungsbedingungen zum Einsatz kommt. Sowohl bei extremer Kälte als auch Hitze müssen sie funktionieren. Dazu kommt unter Umständen beispielsweise in unseren Breitengraden noch eine hohe Feuchtigkeit. „Und wenn die Komponenten breitflächig angeboten werden, sind sie natürlich preisgünstiger“, verweist Werner Müller auf den wirtschaftlichen Aspekt.

Die Spezialräder kommen zu ca. 50 % im privaten Umfeld zum Einsatz, der Rest verteilt sich auf behindertenfreundliche Hotels sowie Reha- und Pflegeeinrichtungen. „Vor allem hier spielt natürlich die einfache Handhabung eine besonders wichtige Rolle. Die Sitzverstellung muss beispielsweise so einfach wie möglich sein. Es dürfen keinerlei Werkzeuge zum Einsatz kommen, sonst bleiben die Fortbewegungsmittel ungenutzt in der Ecke stehen“, verdeutlicht Martin Bombik. Auch das Thema Wartung darf keine Rolle spielen. „In behindertengerechten Einrichtungen steht die Therapie im Vordergrund. Alle Hilfsmittel müssen uneingeschränkt funktionieren.“

Die Spezialfahrräder haben in der Regel eine Laufzeit von mindestens 15 Jahren. Sie sind leuchtend bunt und müssen sich nicht hinter normalen Rädern verstecken. „Wir legen sehr viel Wert auf Design und Ästhetik“, berichtet Martin Bombik.

Wartungsfreie Mechatronik: das „drylin® W“-Messsystem von igus® GmbH, Köln, wird zur Kontrolle der Rahmen eingesetzt.

 
Wartungsfreie Schienenlösung

In der Sitzverstellung kommt die runde „drylin® WS-16“- Einzelschiene zum Einsatz. Der Sitz kann heute problemlos ähnlich wie beim Auto ohne Werkzeuge stufenlos auf die jeweilige Körpergröße eingestellt werden. Die wartungsfreie Schienenlösung mit zwei Schnellspannern substituiert Schrauben, die einerseits zum Verstellen den Einsatz eines Werkzeuges erforderten und andererseits zu viel Spiel beim Fahren hatten. „Das ist auf Dauer zu unsicher. Unsere Sitze sind für 175 kg Personengewicht ausgelegt, die sicher, fest und stabil sein müssen. Je einfacher und unkomplizierter die Handhabung der Räder ist, desto höher gestaltet sich der Nutzwert für den betroffenen Menschen“, macht Martin Bombik eine einfache Rechnung auf.

Seniorengerechte Dreiräder haben wahlweise vorne oder hinten zwei Räder, die zusammengeschoben werden können, um auf engem Raum abgestellt oder im Auto transportiert werden zu können. Zum schnellen Einklappen des Gelenkgestänges kommen Kunststoff- Gelenkköpfe von igus® zum Einsatz, die sich u. a. durch eine hohe Dauerfestigkeit bei wechselnden Belastungen auszeichnen. Außerdem gleichen sie Kantenbelastungen und Fluchtungsfehler aus. „Auch hier kommt wieder die Spielfreiheit ins Spiel. Das gesamte System darf ausgeklappt nicht wackeln, sonst fühlt sich der Fahrer nicht wohl, seine Sicherheit ist nicht gewährleistet, und das Fahrrad steht ungenutzt in der Ecke“, erklärt Martin Bombik. Auf die hohe Qualität der Rahmen wird besonders geachtet. Zum räumlichen Vermessen der Grundrahmen wird seit gut einem Jahr das transportable „drylin® W“-Messsystem eingesetzt. Geplant ist, das variable System auch auf die Zulieferer zu übertragen. „Wir bekommen unsere Rahmen aus der ganzen Welt. Mit dem Messsystem kann prozessnah die Qualität kontrolliert, die internen Abläufe verbessert und eventuelle Reibungsverluste minimiert werden“, ist sich Martin Bombik sicher. Auch das wirtschaftliche Allroundgleitlager aus dem Werkstoff „iglidur® G“, das für nahezu alle Anwendungsfälle geeignet ist, zeigt in den Fahrrädern seine Multifunktionalität. Unempfindlich gegen Schmutz beweist es bei hoher Belastung in den Pedalen und in der Sitzfederung seine Stärke. Und der PMASchutzschlauch führt sicher und geordnet die hydraulischen Bremsleitungen für die Vorder- und Hinterradbremse sowie die Motorleitung.

Training nach Schlaganfall: flexible, leichte Polymerlager

„Den Körper aufzurichten und diesen in einer symmetrischen Position zu halten, ist ein Ziel unserer Orthese“, erläutert Werner Müller. Als Trainingseinheit dient sie dazu, bei Schlaganfallpatienten den Bewegungsablauf zu fördern und die Motorik zu verbessern. Der Arm ist korrekt und stabil gelagert und kann dennoch den Bewegungen des Körper folgen: stufenlos gleitend nach vorne und hinten, nach außen und vor den Körper. In der Gleitschiene kommt die flexible und leichte Miniaturgleitführung „drylin® N40“ zum Einsatz. Es musste lediglich eine Durchgangsbohrung versetzt werden. „Ein Anruf bei igus® genügte und die Angelegenheit war sofort erledigt“, erinnert sich Martin Bombik. „Sonderanpassungen stehen bei uns auf der Tagesordnung. Auf Flexibilität und kurze Reaktionszeiten legen wir deshalb großen Wert.“

Schmierfreie Miniaturgleitführung „drylin® N“ für die Orthese

 

„Weitere Einsatzmöglichkeiten unserer Kunststoffgleitlager, wie beispielsweise im Bereich Sitzlängenverstellung und in der Orthese, werden zurzeit erarbeitet“, erläutert der technische Verkaufsberater aus dem igus® Büro Baden, Dominik Hartmann. „Wir sind permanent im Gespräch.“ Die Wartungs- und Schmiermittelfreiheit der Kunststofflager, ihre lange Lebensdauer, das geringe Gewicht und die Korrosionsbeständigkeit spielen für den Hersteller der Spezialräder eine wichtige Rolle. „Wir tragen eine große Verantwortung. Unsere Kunden vertrauen uns. Wir wollen ihr Leben lebenswert machen und ihre Mobilität gewährleisten. Deswegen müssen unsere Räder unter allen Umständen sicher und zuverlässig funktionieren. Und da wir sehr viel Zeit in die Produktwicklung investieren, gibt es noch eine Reihe von Ansätzen, die technischen Vorteile der Kunststoffgleitlager zu nutzen“, bestätigt abschließend Martin Bombik.

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