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Neue Lager kehren gut

Wartungsfreie Polymergleitlager für robuste Aufbaukehrmaschinen

Feuchtigkeit, Salz, Laub, Split, Straßen- oder gröbsten Baustellenschmutz, Öllachen: Es gibt nichts, was diese leistungsstarken Kehrmaschinen auf großen und kleinen Flächen nicht bewältigen. Dabei müssen sie robust und wirtschaftlich sein sowie sehr lange Laufzeiten garantieren. Polymergleitlager an besonders neuralgischen Punkten sorgen für dauerhafte Funktionssicherheit. Die Erfahrungen im rauen Betriebsalltag sind so gut, dass sie für immer neue Einsatzgebiete zur ersten Wahl werden.

„Unsere Kehrmaschinen kapitulieren vor keiner Anforderung“, macht Dipl.-Ing. (BA) Helmut Schmeh, Geschäftsführer der FAUN Viatec GmbH, ein Mitglied der deutschen Kirchhoff-Gruppe, am Standort in Grimma klar. „Sie decken jeden Arbeitsbereich ab und garantieren eine überzeugende Kehrleistung auch unter schwierigsten Bedingungen.“ Ob als Straßenkehrmaschine für die tägliche Arbeit in Kommunen oder im schwersten Einsatz auf Baustellen, als Flugfeldkehrmaschine zum Reinigen der Start- und Landebahnen oder als wendige Kehrmaschine für kleinere Reviere: sie beweisen weltweit ihre Robustheit. Selbst im Stahlwerk, im Kohlebau oder bei der Ölspurbeseitigung zeigen sie ihre Leistungsfähigkeit. Nischen wie Schienenreinigung oder Wildkrautbeseitigung werden mit passenden Anbaugeräten ebenfalls abgedeckt.

„Wir legen allergrößten Wert auf die Entwicklung praktikabler Lösungen, die sich im rauen Alltag tagein tagaus bewähren müssen“, verdeutlicht Helmut Schmeh. „Wir stehen zum Produktionsstandort Deutschland. Unsere Kehrmaschinen sind kundenspezifische Entwicklungen, Unikate, die im engen Dialog auf die jeweiligen Anforderungen vor Ort ausgelegt sind.

Foto einer Aufbaukehrmaschinen

Die robusten Aufbaukehrmaschinen kommen für die tägliche Arbeit in Städten und Kommunen oder im schwersten Einsatz auf Baustellen, im Stahlwerk, im Kohlebau, als Flugfeldkehrmaschine zum Reinigen der Start- und Landebahnen oder als wendige Kehrmaschine für kleinere Reviere zum Einsatz.

 

Zwar bedienen wir uns aus unserem modularen Baukastensystem, trotzdem sind die jeweiligen Maschinenmodelle in der Regel im Endergebnis individuell konzipiert, so dass sie die unterschiedlichsten Problemfelder besetzen können.“ Rund 100 Mitarbeiter sind in Sachsen tätig.

Keine Kompromisse bei den Standzeiten

Die Produktpalette besteht aus den unterschiedlichsten Lkw-Aufbau-Kehrmaschinen. Die Fahrgestelle bringen zwischen 7,5 t und max. 20 t auf die Waage. Das Aufbauvolumen liegt zwischen 4 m3 und 9 m3. Es handelt sich in allen Fällen um besonders leistungsstarke Maschinen, die allen reinigungstechnischen Anforderungen gerecht werden müssen. „In vielen technischen Entwicklungen sind wir Trendsetter“, berichtet Helmut Schmeh. „Unser patentiertes Umluftsystem beispielsweise sorgt in Verbindung mit den unterschiedlichen Serienfahrgestellen für höchste Leistung und Einsatzsicherheit. Wir greifen aktuelle Umweltthemen wie Antriebstechniken, Feinstaubreduzierung, Verbrauchs- und Geräuschoptimierung auf. Dabei sind die Fahrzeuge grundsätzlich auf geringe Betriebskosten während der gesamten Fahrzeuglaufzeit ausgelegt.“

Die tägliche Laufzeit der Fahrzeuge ist in der Regel hoch. Die Kunden fordern effiziente Maschinen, die im Dauereinsatz leistungsfähig und robust sein müssen. Lange Stillstandszeiten können sich keine Kommune und kein Dienstleistungsunternehmen leisten. Fakt ist aber auch, dass die verbauten Komponenten durch den enormen Schmutzanfall enorm belastet werden. „Wenn metallische Lager beispielsweise nicht regelmäßig geschmiert werden, verschleißen sie extrem schnell“, gibt Dipl.-Ing. (FH) Gerhard Gräbel aus der Konstruktion zu bedenken. „Das bindet nicht nur tägliche Arbeitszeit, sondern es entstehen auch Kosten. Und Schmierstoff belastet außerdem die Umwelt.“ Aus diesen Gründen hat sich das Unternehmen bereits vor einer Reihe von Jahren im Bereich der Lagertechnik nach einer wartungsarmen Lösung umgesehen, die keine Kompromisse bei den Standzeiten erfordert.

Neuralgische Punkte: Heckklappe und Tellerbesen

Um auf Dauer die Langlebigkeit der Aufbaukehrmaschinen sicherzustellen, hat sich das Unternehmen entschlossen, auf schmiermittelfreie und damit wartungsfreie Polymergleitlager der igus® GmbH, Köln, zu setzen. Vor allem an den neuralgischen Punkten wie dem Tellerbesen, der beispielsweise beim Auskehren der Rinnsteine nahezu ununterbrochen hohen Stoßbelastungen ausgesetzt ist, und im Bereich der Heckklappe, die beim Öffnen und Schließen hohen Kräften ausgesetzt ist, kommen Gleitlager aus verschiedenen iglidur®-Werkstoffen zum Einsatz. Dazu kommt an beiden Stellen der extreme Schmutzanfall, der sich auf alle Bereiche auswirkt.

In den Hebegelenken der Tellerbesen ist zum einen das besonders verschleißfeste iglidur® W300 und zum anderen iglidur® Q für höchste Belastungen verbaut. Dazu sorgt im Scharnier und der Verriegelung der Heckklappen iglidur® Z, der Werkstoff mit der zurzeit höchsten Flächenpressung, für eine ausgeprägte Verschleißfestigkeit. „Über die Heckklappe wird der Schmutz entladen. Da geht es richtig dreckig und unter Umständen auch feucht zu. Seitdem wir die Polymerlager verwenden, muss im Reparaturfall nicht mehr geschweißt werden“, gibt Gerhard Gräbel zu bedenken. „Sollte es an einem Fahrzeug heute einmal zu einem Defekt kommen, müssen lediglich die Kunststoffbuchsen ausgetauscht werden. Das gestaltet sich im Vergleich einfach. Und die Buchsen haben wir im Ersatzteillager auf Vorrat liegen.“

Noch verschleißfesterer Werkstoff

Die Themen Wartungs- und Schmiermittelfreiheit, Schmutzunempfindlichkeit, geringer Verschleiß, Wartungsfreundlichkeit, höchste Druckfestigkeit haben bei der Entscheidung für die jeweiligen Polymergleitlager die ausschlaggebende Rolle gespielt. Während sie im Bereich der Heckklappe bereits seit Jahren Stand der Technik sind und empfindliche Bolzen-Stahl-Verbindungen, die umständlich regelmäßig geschmiert werden mussten, vom ersten Tag an erfolgreich substituiert haben, wird in einem Bereich der Hebegelenke der Tellerbesen über den Einsatz einer Weiterentwicklung des Werkstoffes iglidur® Q nachgedacht. Es handelt sich um iglidur® Q2.

Der Werkstoff ist prädestiniert für hoch belastete Schwenkanwendungen unter extremen Einsatzbedingungen. Verschleißfest und formstabil bei hohen Lasten sorgt er für eine noch höhere Laufzeit der Aufbaukehrmaschinen. „Zurzeit haben wir ein Testfahrzeug bei einem Kunden laufen, dessen Ergebnisse noch nicht endgültig ausgewertet sind“, so der Geschäftsführer. „Wenn die Berechnungen stimmen, werden wir in einem Teil des Tellerbesens auf den noch verscheleißfesteren Werkstoff umschwenken.“

Die Hebegelenke der Tellerbesen sind neu konstruiert worden. Vorher hat der Maschinenbauer auf Bronze- oder Metalllager mit Teflonbeschichtung gesetzt. „Unser Ziel ist, gerade an dieser extrem beanspruchten Stelle in Zukunft bei allen Kehrmaschinenmodellen grundsätzlich auf schmiermittelfreie Gleitlager zu setzen, um unseren Kunden über Jahre größtmögliche Wartungsfreiheit zu garantieren“, macht der Geschäftsführer die mittelfristige Zielsetzung deutlich.

Mikrovibrationen im Versuchslabor

Im igus®-eigenen Versuchslabor in Köln werden jährlich unzählige Versuche gefahren. Hier stehen beispielsweise Materialtests mit hohen Taktzahlen, Geschwindigkeiten, Beschleunigungen oder anspruchsvolle Einsatzbedingungen im Mittelpunkt. Die Bauteile werden teilweise kundenseitig gestellt. Neben den normalen Flächenpressungen sind in dieser Anwendung beispielsweise die Arbeitsabläufe der Tellerbesen, die im Kehrbetrieb ununterbrochen aus- und einschwenken, genauestens unter die Lupe genommen worden. Selbst die Mikrovibrationen des Fahrzeuges sind nachgestellt worden, um die fahrende Kehrmaschine abzubilden.

iglidur® im Bereich der Heckklappe

Polymergleitlager im Bereich der Heckklappe der Aufbaukehrmaschine.

 
iglidur® im Bereich des Tellerbesens

Polymergleitlager im Bereich des Tellerbesens der Aufbaukehrmaschine.

 
Foto der beteiligten Personen

Von links: Gerhard Gräbel, Helmut Schmeh (beide Faun Viatec), Thomas Sommerweiß (igus®).

 
Detailaufnahme der Aufbaukehrmaschine

Detailaufnahme der Aufbaukehrmaschine Faun Viajet 5 Allround mit 5m³ Aufbauvolumen.

 

„Die Testergebnisse verdeutlichen, dass der sprödere neue Werkstoff die Alltagsbelastungen voraussichtlich auf Dauer noch besser standhält“, gibt sich der Konstrukteur sicher. „Damit liegen die Vorteile für den Maschinenbetreiber auf der Hand. Die robusten Kehrmaschinen sind auf Dauer wirtschaftlich im Einsatz bei gleichzeitig sinkenden Unterhalts- und Wartungskosten“, ergänzt der Geschäftsführer.

Die Zusammenarbeit beider Unternehmen funktioniert sehr gut. „Wir haben vor einigen Jahren unsere Suche nach verschleißfreien Werkstoffen auf einer Messe begonnen und im Nachgang erste Versuche mit Kunststoffgleitlagern unternommen“, erinnert sich Gerhard Gräbel. „Unser Ansprechpartner vor Ort ist stets erreichbar. Darauf legen wir sehr großen Wert. Außerdem brauchen wir kurzfristig Muster bzw. Ersatzteile, um die Wertstabilität der Kehrmaschinen zu erhalten. Und bei Neu- bzw. Weiterentwicklungen denken wir jetzt gleich in Richtung Kunststoff.“

Polymerlager für Vorbaubesen

Schon heute sind weitere Einsätze der Kunststoffgleitlager geplant. Im Bereich der Vorbaubesen werden beispielsweise zurzeit noch Metalllager eingesetzt. Auch sie müssen regelmäßig geschmiert werden, um auf Dauer funktionsfähig zu bleiben. Es laufen bereits die ersten Versuche mit schmiermittelfreien Kunststofflagern.

Pro Jahr werden am Standort rund 250 Aufbaukehrmaschinen in variantenreicher Serienproduktion gebaut. Die Vorgaben sind eindeutig. „Unsere Kunden fordern effiziente Maschinen – bei engen betriebswirtschaftlichen Vorgaben“, sagt abschließend der Geschäftsführer. „Wir punkten mit deutscher Wertarbeit. Mit unseren robusten und hochwertigen Kehrmaschinen aller Größenordnungen können vielfältige Reinigungsaufgaben abgedeckt werden. Außerdem sind wir sicher, dass sich auf Dauer die schmiermittelfreien Gleitlagern an weiteren Stellen bewähren bzw. durchsetzen werden und für die geforderten Standzeiten sorgen.“

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