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Sauber, belastbar und wartungsfrei

Polymergleitlager für Wurstkettentrennmaschinen

Oberste Priorität bei Maschinen in der Lebensmittelproduktion ist zum einen die Robustheit, zum anderen müssen sie leicht zu Reinigen sein. Damit Keime erst gar keine Chance haben, kommen in der Regel schärfste Reinigungsmittel und viel Wasser zum Einsatz. Sie dürfen auf Dauer keinen Einfluss auf die Maschinenverfügbarkeit haben. In diesem aggressiven Umfeld bewähren sich schmierfreie Polymergleitlager, die zuverlässig und auf Dauer allen Widrigkeiten standhalten.

„Wir sind fast ausschließlich im Sondermaschinenbau tätig“, erzählt Simone Singer vom Vertrieb und Marketing des Unternehmens Singer & Sohn GmbH in Berching, Oberpfalz. „Und die Nähe zur Bratwurstmetropole Nürnberg bringt es mit sich, dass unsere Maschinen häufig in der Wurst- und Fleischproduktion zum Einsatz kommen. Wir sehen uns als Problemlöser unserer Kunden, die mit maßgeschneiderten Anlagen in der Regel Arbeitsabläufe automatisieren wollen, um unter anderem den strengen Hygienerichtlinien dauerhaft Folge leisten zu können.“

Dazu ergänzt der Leiter der Konstruktion, Dieter Koller: „Unsere Maschinenpalette zeichnet sich dadurch aus, dass sie besonders zuverlässig, langlebig und robust ist. Das ist im Lebensmittelbereich besonders wichtig, da sie einerseits häufig von ungelernten Mitarbeitern bedient werden. Andererseits müssen ihre Standzeiten stimmen. Der Markt ist hart umkämpft. Es dürfen unter keinen Umständen unnötige Wartungs- und Instandhaltungszeiten anfallen.“

Hygienisches Trennen von Wurstketten

1978 als Lohnfertigung gegründet, liegt der Fokus des familiengeführten Unternehmens mit seinen rund 38 hoch qualifizierten Mitarbeitern heute auf der Konstruktion und dem Bau von Förderanlagen und Sondermaschinen, die vorwiegend in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie, vereinzelt auch in Chemie und Pharmaanwendungen zum Einsatz kommen. „Bei uns stimmt jedes Detail. Vom einfachen Förderband bis hin zu hoch komplexen Maschinen - wir planen, produzieren, liefern und montieren wirtschaftliche Anlagen, die mittlerweile in der ganzen Welt ihre Leistungsfähigkeit beweisen“, so Dieter Koller. „Bis hin zum Service kommt bei uns alles aus einer Hand.“ Ob Transportlinien für Teig- und Backwaren, Waagen, Zerlegeanlagen, automatische Produktionsanlagen für Leberkäse oder Bürstenanlagen für Salamistangen: es handelt sich immer um kundenspezifische Produkte, die vollständig aus Edelstahl gefertigt sind. „Der Werkstoff garantiert einen dauerhaften und hygienischen Betrieb“, so Simone Singer. „Und darauf müssen auch alle Maschinenelemente abgestimmt sein.“

Auf der Anuga FoodTec hat der Sondermaschinenbauer jetzt eine Wurstkettentrennmaschine 'OptiCUT SI-1000' vorgestellt, die auf lebhaftes Interesse gestoßen ist. „Diese Entwicklung ist aus der Nachfrage eines Kunden entstanden, der unter anderem aus Hygienegründen Handarbeit in seiner Produktion deutlich verringern wollte.“ Während früher die Mitarbeiter händisch mit einer Art Rasierklinge die Wurst unten aufgetrennt haben, übernimmt jetzt eine Maschine diesen Part. Obwohl die Mitarbeiter selbstverständlich Schutzanzüge tragen, ließ es sich nicht vermeiden, dass sie dabei das Lebensmittel anfassen und damit unter Umständen kontaminierten. Außerdem kam es aufgrund der Handarbeit immer zu unterschiedlichen Wurstlängen, die für eine uneinheitliche Optik sorgten. „Und das ist in der heutigen Zeit dem Lebensmittelhandel nicht mehr zu vermitteln“, spricht der Leiter der Konstruktion einen weiteren Aspekt an.

„Die Trennung funktioniert jetzt komplett automatisch“, erzählt Dieter Koller. Ein Kamerasystem erkennt die Abdrehstellen optisch und sorgt für die Positionierung der Messer und damit für die exakte Trennung der Wurstkette. Die Leistung liegt zurzeit bei sieben Rauchstecken (= Dreikantaluminiumstäben) mit je 26 Wurstpaaren pro Minute. „Unser kurzfristiges Ziel sind zehn Rauchstecken“, wirft der Leiter der Konstruktion ein.“ Die Edelstahlanlage kann für die unterschiedlichsten Wursttypen wie Wiener oder Bockwurst im Naturdarm, Brat- oder Rohwürste eingesetzt werden. Aufgrund des Werkstoffes entspricht sie außerdem allen geltenden Richtlinien für die Reinigung und die Hygiene. „Und durch das automatische Trennen sind alle Würste jetzt beim Verpacken gleich lang.“

Keine Schmiermittel in der Lebensmittelproduktion

Die Funktionsweise der Maschine ist einfach. Die Rauchstecken mit den Wurstketten werden von einer Bedienperson aus dem Koch- oder Rauchwagen entnommen, an der Wursttrennmaschine aufgelegt und laufen dann automatisch in die Anlage ein. Im Inneren werden die Würste fixiert, gespreizt und jeweils unten getrennt. Die Rauchstecken laufen auf der Gegenseite der Anlage wieder heraus und können wiederum von einer Bedienperson abgenommen oder automatisch durch weiterführende Fördertechnik dem nächsten Produktionsprozess zugeführt werden.

„Bei der Produktion von Lebensmitteln sind Schmiermittel absolut verpönt“, macht Dieter Koller klar. „Auch hier ist die Gefahr der Produktkontamination viel zu groß.“ Aus diesem Grund arbeitet der Sondermaschinenbauer schon seit vielen Jahren mit dem Unternehmen igus® GmbH, Köln, zusammen. In der gesamten Produktpalette kommen grundsätzlich schmierfreie Polymergleitlager sowie eine Vielzahl von weiteren Kunststoffprodukten zum Einsatz. Sie stehen in der Regel ab Lager zur Verfügung und helfen, Wartungsintervalle zu reduzieren, Kosten zu senken und die Lebensdauer zu erhöhen.

In der Wurstkettentrennmaschine beweisen außerdem robuste drylin®-Linearführungen und Trapezgewindespindeln sowie korrosionsfreie igubal®-Flanschlager ihre Vielseitigkeit. Alle Zulieferteile sind für den direkten Kontakt mit Lebensmitteln ausgelegt. Außerdem sorgen haltbare Polymer-Energiezuführungen für die notwendige Stromversorgung.

„Früher haben wir Nadellager eingebaut“, blickt der Leiter der Konstruktion zurück. „Sie haben sich im rauen Betriebs- bzw. Reinigungsalltag nicht bewährt. Sie sind sehr empfindlich, sobald beim Reinigungsprozess ein paar Tropfen Wasser durch die Abdichtung gedrungen sind, mussten die Lager ausgetauscht werden. Das hat sich auf Dauer nicht gerechnet. Mit der heutigen Lösung sind wir dagegen von Anfang an sehr zufrieden. Die Maschinenelemente aus Kunststoff zeichnen sich durch eine niedrige Wasseraufnahme aus und sind chemikalienbeständig.“

Eigenes Werkzeug für Polymergleitlager

In die Entwicklung der Wursttrennmaschine 'OptiCUT SI-1000' sind die vielfältigen Erfahrungen des Spezialisten beim Bau der kundenspezifischen Modelle eingeflossen. Im Bereich des Spreizmechanismus kommt in der Wurstkettentrennmaschine eine schnell zu montierende drylin® W-Einzelschienenführung aus Edelstahl mit Gleitelementen aus iglidur® J zum Einsatz. Neben extrem unempfindlichen Linearführungen mit JUM-Folien sind bei den Messerkantenumlenkungen auch Gleitlager aus dem Werkstoff iglidur® P210 im Einsatz. Sie dienen als Verdrehsicherung und sorgen damit für eine hohe Verfügbarkeit. Aufgrund ihrer Wärmestabilität und geringer Wasseraufnahme gehören die P-Werkstoffe zu den dimensionsstabilsten bei wechselnden Umgebungstemperaturen. Sie werden für Rotationsbewegungen bei mittleren bis hohen Belastungen empfohlen. „Speziell in diesem Bereich haben wir in unseren Maschinen über Jahre eine Reihe von Kunststoffen getestet, ehe wir jetzt die richtige Lösung gefunden haben“, blickt Dieter Koller zurück.

„Unsere Maschinen bewähren sich zwar überwiegend in der Fleischindustrie, aber unsere Transportanlagen können beispielsweise auch in großen Bäckereien zum Einsatz kommen. Je nach Einsatzort unterscheiden sich die Reinigungsprozeduren, dazu kommen die äußeren Bedingungen. Im Umfeld der Öfen kann es sehr heiß werden. Außerdem legen die Rollen der Förderbänder bis zu 80 m/min zurück. Hier einen Werkstoff für alle Anforderungen zu finden, hat einige Zeit in Anspruch genommen.“ Der Gleitlagerwerkstoff P210 kommt mittlerweile so häufig zum Einsatz, dass sich die Investition in ein eigenes Werkzeug gelohnt hat. Damit die Stand- bzw. Laufzeiten bei den Kunden noch besser werden, sind dabei die Wandstärken von standardmäßig 1 auf 3 mm erhöht worden. „So garantieren wir dauerhaft lange Laufzeiten.“

Linearführung im Bereich des Spreizmechanismus.

Linearführung im Bereich des Spreizmechanismus.

 
Sechskantführung ist als Sonderteil speziell für die Wurstkettentrennmaschine entwickelt worden.

Sechskantführung ist als Sonderteil speziell für die Wurstkettentrennmaschine entwickelt worden.

 
Schmiermittelfreie Polymergleitlager sorgen für einen störungsfreien Betrieb. Sie harmonieren mit dem Reibpartner Edelstahl.

Schmiermittelfreie Polymergleitlager sorgen für einen störungsfreien Betrieb. Sie harmonieren mit dem Reibpartner Edelstahl.

 
Auch Energieketten von igus® kommen zum Einsatz.

Auch Energieketten von igus® kommen zum Einsatz.

 
Schaltschrankabdeckung mit Polymergleitlager. Sie verhindern u. a. Quietschgeräusche.

Schaltschrankabdeckung mit Polymergleitlager. Sie verhindern u. a. Quietschgeräusche.

 
Vorn: Simone Singer, Dieter Koller (beide: Singer & Sohn GmbH), hinten: Bernhard Hofstetter (igus® GmbH).

Vorn: Simone Singer, Dieter Koller (beide: Singer & Sohn GmbH), hinten: Bernhard Hofstetter (igus® GmbH).

 
Automatische Wurstkettentrennmaschine aus Edelstahl.

Automatische Wurstkettentrennmaschine aus Edelstahl.

 
Die Wurst wird automatisch getrennt. Im Bereich der Messerführung beweisen schmiermittelfreie Linearführungen und Polymerlager ihre Vielseitigkeit.

Die Wurst wird automatisch getrennt. Im Bereich der Messerführung beweisen schmiermittelfreie Linearführungen und Polymerlager ihre Vielseitigkeit.

 
FDA-Konformität im Fokus

Darüber hinaus sind in der Maschine kostengünstige EFSM-Flanschlager zur Lagerung der Schwenkzylinder verbaut. Selbst die Klappe des Schaltschranks ist mit einem Kunststoffgleitlager ausgestattet, das dauerhaft für ein geräuscharmes Auf- und Zuklappen sorgt. Dazu kommt als Sonderteil eine Sechskantführung mit iglidur® J. Für weitergehende Anforderungen der Endanwender gerade im Lebensmittelbereich, wie etwa eine noch höhere Temperatur- oder chemische Beständigkeit oder FDA-Konformität, können die Gleitfolien aus den unterschiedlichen J-Werkstoffen problemlos jederzeit gegen Gleitfolien aus iglidur® A180 getauscht werden. Dabei handelt es sich um einen vielfach bewährten FDA-konformen Werkstoff, der für Anwendungen mit niedrigen bis mittleren Belastungen im direkten Kontakt mit Lebensmitteln sowie Feuchtigkeit geeignet ist.

„Wir versuchen grundsätzlich, Lösungen aus unserem umfangreichen Baukastensystem zu liefern“, verdeutlicht der zuständige technische Verkaufsberater rund um das Thema Lagertechnik, Bernhard Hofstetter. „Sollte das allerdings nicht funktionieren, sind wir in der Lage, Bemusterungen oder Sonderteile ab Losgröße 1 zur Verfügung zu stellen, um unseren Kunden die beste Lösung zu bieten.“

Kontinuierliche Reinigungsprozesse

Die Wursttrennanlage wird beim Endanwender mindestens an fünf Tagen in der Woche für jeweils drei Schichten im Einsatz sein. Pro Tag wird sie einmal gereinigt. Davon sind vor allem die produktberührten Teile betroffen. Aber Spritzwasser kommt auch auf die Kamera oder das integrierte Bedienterminal. „Alle inneren und äußeren Bereiche müssen Nässe und Reinigungschemie dauerhaft aushalten können“, verdeutlich noch einmal Dieter Koller. „Es darf im laufenden Betrieb unter keinen Umständen zu Fehlfunktionen bzw. ungewollten Stillständen kommen.“

Der Sondermaschinenbauer setzt in seiner gesamten Maschinen- und Anlagenpalette auf wartungs- und schmiermittelfreie Polymergleit- und Gelenklager sowie Lineartechnik. Sie sind wirtschaftlich, einfach einzubauen und harmonieren mit Edelstahl. Die Zusammenarbeit beider Unternehmen funktioniert gut. „Als wir uns beispielsweise für den neuen Werkstoff entschieden haben, haben wir vorab 50 Lager bekommen, um sie auf Herz und Nieren zu testen. Das Ergebnis hat uns so überzeugt, dass wir heute nicht mehr auf sie verzichten möchten“, macht Dieter Koller abschließend klar. „Und da wir überwiegend auf Standardteile zurückgreifen können, sind wir auch betriebswirtschaftlich auf der sicheren Seite.“

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