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iglidur® P230 - Werkstoffdaten

Technische Daten

Allgemeine EigenschaftenEinheitiglidur® P230Prüfmethode
Dichteg/cm³1,57 
Farbe beige 
Max. Feuchtigkeitsaufnahme bei 23°C/50% r. F.Gew.-%0,1DIN 53495
Max. WasseraufnahmeGew.-%0,5 
Reibwert, dynamisch, gegen Stahlµ0,06 - 0,21 
pv-Wert, max. (trocken)MPa · m/s0,30 

Mechanische Eigenschaften
Biege-E-ModulMPa6.532DIN 53457
Biegefestigkeit bei +20°CMPa173 
DruckfestigkeitMPa101 
Max. empfohlene Flächenpressung (+20°C)MPa60 
Shore-D-Härte 80DIN 53505

Physikalische und thermische Eigenschaften
Obere Anwendungstemperatur langzeitig°C+110 
Obere Anwendungstemperatur kurzzeitig°C+180 
Untere Anwendungstemperatur°C-30 
Wärmeleitfähigkeit[W/m · K]0,34ASTM C 177
Wärmeausdehnungskoeffizient (bei +23°C)[K-1 · 10-5]5DIN 53752

Elektrische Eigenschaften
Spezifischer DurchgangswiderstandΩcm> 1012DIN IEC 93
OberflächenwiderstandΩ> 1012DIN 53482

Tabelle 01: Materialeigenschaften

Abb. 01: Zulässige pv-Werte für iglidur® P230

Abb. 01: Zulässige pv-Werte für iglidur® P230-Gleitlager mit 1 mm Wandstärke im Trockenlauf gegen eine Stahlwelle, bei +20 °C, eingebaut in ein Stahlgehäuse.

X-Achse = Gleitgeschwindigkeit [m/s]
Y-Achse = Belastung [MPa]

 

Mit iglidur® P230 steht dem Anwender für den Einsatz in kostensensiblen Serienanwendungen ein Werkstoff mit geringer Feuchtigkeitsaufnahme und ausgewogenen thermischen Eigenschaften zur Verfügung. Gute Verschleißfestigkeit bei geringen pv-Werten bzw. geringen bis mittleren Geschwindigkeits- und Belastungskollektiven runden das Allround-Profil ab.

Flächenpressung

Abb. 02: Maximal empfohlene Flächenpressung in Abhängigkeit von der Temperatur (60 MPa bei +20 °C)

X = Temperatur [°C]
Y = Belastung [MPa]

 
Mechanische Eigenschaften

Mit steigenden Temperaturen nimmt die Druckfestigkeit von iglidur® P230-Gleitlagern ab. Abb. 02 verdeutlicht diesen Zusammenhang. Die maximal empfohlene Flächenpressung stellt einen mechanischen Werkstoffkennwert dar. Rückschlüsse auf die Tribologie können daraus nicht gezogen werden.

Verformung unter Temperaturen

Abb. 03: Verformung unter Belastung und Temperaturen

X = Belastung [MPa]
Y = Verformung [%]

 

Abb. 03 zeigt die elastische Verformung von iglidur® P230 bei radialen Belastungen. Unter der maximal empfohlenen Flächenpressung von 60 MPa und bei Raumtemperatur beträgt die Verformung weniger als 3 %. Eine plastische Verformung kann bis zu diesem Wert vernachlässigt werden. Allerdings hängt diese auch von der Dauer der Einwirkung ab.

Maximale Gleitgeschwindigkeit

m/srotierendoszillierendlinear
dauerhaft1,00,73,0
kurzzeitig2,01,44,0

Tabelle 02: Maximale Gleitgeschwindigkeit

Zulässige Gleitgeschwindigkeiten

iglidur® P230 wurde für niedrige bis mittlere Oberflächengeschwindigkeiten entwickelt. Im Dauerbetrieb ist eine maximale Geschwindigkeit von 1,0 m/s (rotierend) bzw. 3,0 m/s (linear) zulässig. Die in Tabelle 02 angegebenen Maximalwerte können nur bei geringen Druckbelastungen erreicht werden. Bei den angegebenen Geschwindigkeiten kann es aufgrund von Reibung zu einem Anstieg bis zur Grenze der dauerhaft zulässigen Temperatur kommen. In der Praxis lassen sich aufgrund von Wechselwirkungen unterschiedlicher Einflüsse diese Grenzwerte nicht immer erreichen.

iglidur® P230Anwendungstemperatur
untere-30°C
obere, langzeitig+110°C
obere, kurzzeitig+180°C
zus. axial zu sichern ab+100°C

Tabelle 03: Temperaturgrenzen

Temperatur

Auch mit seiner höchsten langzeitigen Anwendungstemperatur von +110 °C ist iglidur® P230 für ein breites Spektrum an Anwendungen geeignet. Sind hier nochmal höhere Temperaturen gefordert, stehen z. B. der Bestseller iglidur® G (+130 °C) oder der neue Standard iglidur® G1 (+180 °C) zur Verfügung. Die im Lagersystem herrschenden Temperaturen haben auch Einfluss auf den Lagerverschleiß. Mit steigenden Temperaturen nimmt der Verschleiß zu. Bei Temperaturen über +100 °C ist eine zusätzliche Sicherung erforderlich.

Reibwerte Gleitgeschwindigkeit

Abb. 04: Reibwerte in Abhängigkeit von der Gleitgeschwindigkeit, p = 1 MPa

X = Gleitgeschwindigkeit [m/s]
Y = Reibwert μ

 
Reibung und Verschleiß

Wie die Verschleißfestigkeit ändert sich mit der Belastung auch der Reibungsbeiwert μ (Abb. 04).

iglidur® P230trockenFettÖlWasser
Reibwerte µ0,13 - 0,320,090,040,04

Tabelle 04: Reibwerte gegen Stahl
(Ra = 1 µm, 50 HRC)

Verschleiß, rotierende Anwendung mit unterschiedlichen Wellenwerkstoffen

Abb. 05: Verschleiß, rotierend mit unterschiedlichen Wellenwerkstoffen, p = 1 MPa, v = 0,3 m/s

X = Wellenwerkstoff
Y = Verschleiß [μm/km]

 
Wellenwerkstoffe

Abb. 05 zeigt einen Auszug der Ergebnisse von Tests mit unterschiedlichen Wellenwerkstoffen, die mit Gleitlagern aus iglidur® P230 durchgeführt worden sind. Bei rotierenden Bewegungen mit 1 MPa Radiallast ist der Verschleiß auf allen Wellen niedrig, wobei die „weichen“ Wellentypen die höheren Verschleißwerte liefern. Der Vergleich von Schwenk und Rotation (Abb. 06) zeigt weniger Unterschiede als bei vielen anderen iglidur® Werkstoffen. Deutlich wird die Begrenzung von iglidur® P230 auf geringe bis mittlere Lasten.

Verschleiß bei oszillierenden und rotierenden

Abb. 06: Verschleiß bei oszillierenden und rotierenden Anwendungen mit Cf53, gehärtet, geschliffen in Abhängigkeit von der Belastung

X = Belastung [MPa]
Y = Verschleiß [μm/km]

 

ChemiekalienBeständigkeit
Alkohole+ bis 0
Kohlenwasserstoffe+
Fette, Öle, nicht additiviert+
Kraftstoffe+
verdünnte Säuren+
starke Säuren+
verdünnte Basen+
starke Basen+
+ beständig      0 bedingt beständig      - nicht beständig

Alle Angaben bei Raumtemperatur [+20 °C]
Tabelle 04: Chemikalienbeständigkeit

Feuchtigkeitsaufnahme

Die Feuchtigkeitsaufnahme von iglidur® P230-Gleitlagern beträgt im Normalklima etwa 0,1 Gew.-%. Die Sättigungsgrenze in Wasser liegt bei 0,3 Gew.-%. Diese geringe Feuchtigkeitsaufnahme liegt deutlich unter den Werten von iglidur® M250 oder iglidur® G.

Radioaktive Strahlen

Gleitlager aus iglidur® P230 sind unter radioaktiver Strahlung bedingt einsetzbar. Sie sind beständig bis zu einer Strahlungsintensität von 3 · 10² Gy.

UV-Beständigkeit

iglidur® P230-Lager haben eine gute Beständigkeit gegenüber UV-Strahlung.

Vakuum

Im Vakuum gast eventuell vorhandene Feuchtigkeit aus. Der Einsatz im Vakuum ist nur für trockene Lager aus iglidur® P230 möglich.

Elektrische Eigenschaften

iglidur® P-Gleitlager sind elektrisch isolierend.

spezifischer Durchgangswiderstand> 1012 Ωcm
Oberflächenwiderstand> 1011 Ω

Ø d1
[mm]
Gehäuse H7
[mm]
Gleitlager
E10 [mm]
Welle h9
[mm]
bis 3+0,000 +0,010+0,014 +0,054-0,025 +0,000
> 3 bis 6+0,000 +0,012+0,020 +0,068-0,030 +0,000
> 6 bis 10+0,000 +0,015+0,025 +0,083-0,036 +0,000
> 10 bis 18+0,000 +0,018+0,032 +0,102-0,043 +0,000
> 18 bis 30+0,000 +0,021+0,040 +0,124-0,052 +0,000
> 30 bis 50+0,000 +0,025+0,050 +0,150-0,062 +0,000
> 50 bis 80+0,000 +0,030+0,060 +0,180-0,074 +0,000
> 80 bis 120+0,000 +0,035+0,072 +0,212-0,087 +0,000
> 120 bis 180+0,000 +0,040+0,085 +0,245-0,100 +0,000

Tabelle 05: Wichtige Toleranzen nach ISO 3547-1 nach dem Einpressen

 

Einbautoleranzen

iglidur® P230-Gleitlager sind Standardlager für Wellen mit h-Toleranz (empfohlen mindestens h9). Die Lager sind ausgelegt für das Einpressen in eine H7-tolerierte Aufnahme. Nach dem Einbau in eine Aufnahme mit Nennmaß stellt sich der Innendurchmesser der Lager mit E10-Toleranz selbständig ein. Bei bestimmten Abmessungen weicht die Toleranz in Abhängigkeit von der Wandstärke hiervon ab (siehe Lieferprogramm).