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iglidur® P210 - Werkstoffdaten

Werkstofftabelle

Allgemeine Eigenschaften Einheit iglidur® P Prüfmethode
Dichte g/cm³ 1,40
Farbe gelb
max. Feuchtigkeitsaufnahme bei 23°C/50% r. F. Gew.-% 0,3 DIN 53495
max. Wasseraufnahme Gew.-% 0,5
Gleitreibwert, dynamisch, gegen Stahl µ 0,07 - 0,19
pv-Wert, max. (trocken) MPa x m/s 0,4

Mechanische Eigenschaften
Biege-E-Modul MPa 2.500 DIN 53457
Biegefestigkeit bei 20°C MPa 70 DIN 53452
Druckfestigkeit MPa 50
maximal empfohlene Flächenpressung (20°C) MPa 50
Shore-D-Härte 75 DIN 53505

Physikalische und thermische Eigenschaften
obere langzeitige Anwendungstemperatur °C +100
obere kurzzeitige Anwendungstemperatur °C +160
untere Anwendungstemperatur °C -40
Wärmeleitfähigkeit [W/m x K] 0,25 ASTM C 177
Wärmeausdehnungskoeffizient (bei +23°C) [K-1 x 10-5] 8 DIN 53752

Elektrische Eigenschaften
spezifischer Durchgangswiderstand Ωcm > 1012 DIN IEC 93
Oberflächenwiderstand Ω > 1011 DIN 53482
Tabelle 01: Werkstoffdaten

Abb. 02: Zulässige pv-Werte für iglidur® P210




Abb. 01: Zulässige pv-Werte für iglidur® P210-Gleitlager mit 1 mm Wandstärke im Trockenlauf gegen eine Stahlwelle, bei +20 °C, eingebaut in ein Stahlgehäuse

X = Gleitgeschwindigkeit [m/s]
Y = Belastung [MPa]

 



Mit iglidur® P210-Gleitlagern stehen dem Anwender vielseitig einsetzbare Allroundlager zur Verfügung, die sich vor allem in Schwenkanwendungen mit mittleren Belastungen von bis zu 20 MPa überdurchschnittlich langlebig zeigen.

Flächenpressung

Abb. 02: Maximal empfohlene Flächenpressung in Abhängigkeit von der Temperatur (50 MPa bei +20 °C)

X = Temperatur [°C]
Y = Belastung [MPa]

 
Verformung unter Temperaturen

Abb. 03: Verformung unter Belastung und Temperaturen

X = Belastung [MPa]
Y = Verformung [%]

 
Mechanische Eigenschaften

Die maximal empfohlene Flächenpressung stellt einen mechanischen Werkstoffkennwert dar. Rückschlüsse auf die Tribologie können daraus nicht gezogen werden. Mit steigenden Temperaturen nimmt die Druckfestigkeit von iglidur® P210-Gleitlagern ab. Abb. 02 verdeutlicht diesen Zusammenhang.

Abb. 03 zeigt die elastische Verformung von iglidur® P210 bei radialen Belastungen. Unter der maximal empfohlenen Flächenpressung von 50 MPa beträgt die Verformung bei Raumtemperatur weniger als 3 %.

Maximale Gleitgeschwindigkeit

m/s rotierend oszillierend linear
dauerhaft 1 0,7 3
kurzzeitig 2 1,4 4
Tabelle 02: Maximale Gleitgeschwindigkeit

Zulässige Gleitgeschwindigkeiten

Gleitlager aus iglidur® P210 sind wartungsfreie Gleitlager, die für niedrige bis mittlere Gleitgeschwindigkeiten entwickelt wurden. Die in Tabelle 02 angegebenen Maximalwerte können nur bei sehr geringer Flächenpressung erreicht werden. Die angegebene Maximalgeschwindigkeit ist die, bei der es durch Reibung zu einem Anstieg bis an die dauerhaft zulässige Temperatur kommen kann.

iglidur® P Anwendungstemperatur
untere -40°C
obere, langzeitig +100°C
obere, kurzzeitig +160°C
zus. axial zu sichern ab +50°C
Tabelle 03: Temperaturgrenzen

Temperaturen

Auch mit seiner höchsten langzeitigen Anwendungstemperatur von +100 °C ist iglidur® P210 für ein breites Spektrum an Anwendungen geeignet. Sind hier nochmal höhere Temperaturen gefordert, steht der Bestseller iglidur® G mit 130°C oberer langzeitigerAnwendungstemperatur zur Verfügung. Die im Lagersystem herrschenden Temperaturen haben auch Einfluss auf den Lagerverschleiß. Steigende Temperaturen bedeuten höheren Verschleiß. Eine zusätzliche Sicherung wird bei Temperaturen höher als +50 °C erforderlich.

Reibwerte Gleitgeschwindigkeit

Abb. 04: Reibwerte in Abhängigkeit von der Gleitgeschwindigkeit, p = 1 MPa

X = Gleitgeschwindigkeit [m/s]
Y = Reibwert μ

 
Reibwerte Belastung

Abb. 05: Reibwerte in Abhängigkeit von der Belastung, v = 0,01 m/s

X = Belastung [MPa]
Y = Reibwert μ

 
Reibung und Verschleiß

Wie die Verschleißfestigkeit ändert sich mit der Belastung auch der Reibungsbeiwert μ (Abb. 04 und 05).

iglidur® P trocken Fett Öl Wasser
Reibwerte µ 0,08 - 0,23 0,09 0,04 0,04

Tabelle 04: Reibwerte gegen Stahl
(Ra = 1 µm, 50 HRC)

Verschleiß, rotierende Anwendung mit unterschiedlichen Wellenwerkstoffen

Abb. 06: Verschleiß, rotierende Anwendung mit unterschiedlichen Wellenwerkstoffen, p = 1 MPa, v = 0,3 m/s

X = Wellenwerkstoff
Y = Verschleiß [μm/km]

A = Alu, hartanodisiert
B = Automatenstahl
C = Cf53
D = Cf53, hartverchromt
E = St37
F = V2A
G = X90

 
Wellenwerkstoffe

Abb. 06 zeigt einen Auszug der Ergebnisse von Tests mit unterschiedlichen Wellenwerkstoffen, die mit iglidur® P210- Gleitlagern durchgeführt worden sind. Bei rotierenden Bewegungen unter 1 MPa Radiallast ist der Veschleiß von iglidur® P210 generell sehr niedrig. Lediglich in Kombination mit St37-Wellen ist der Verschleiß signifikant höher. Generell ist der Verschleiß bei Rotation höher als bei belastungsgleicher Schwenkanwendung. Erst ab Belastungen von 25 MPa kehrt sich dies um (Abb. 07).

Verschleiß bei oszillierenden und rotierenden

Abb. 07: Verschleiß bei oszillierenden und rotierenden Anwendungen mit Cf53 in Abhängigkeit von der Belastung

X = Belastung [MPa]
Y = Verschleiß [μm/km]

A= Cf53, rotierend
B= Cf53, schwenkend

 




Medium Beständigkeit
Alkohole +
Kohlenwasserstoffe -
Fette, Öle, nicht additiviert +
Kraftstoffe +
verdünnte Säuren 0
starke Säuren -
verdünnte Basen -
starke Basen -
+ beständig      0 bedingt beständig      - nicht beständig

Alle Angaben bei Raumtemperatur [+20 °C]
Tabelle 05: Chemikalienbeständigkeit von iglidur® P

Chemikalienbeständigkeit

iglidur® P210-Gleitlager haben eine gute Beständigkeit gegen Chemikalien. Sie sind gegen die meisten Schmierstoffe beständig. Von den meisten schwachen organischen und anorganischen Säuren wird iglidur® P210 nicht angegriffen.

Radioaktive Strahlen

Gleitlager aus iglidur® P210 sind unter radioaktiver Strahlung bedingt einsetzbar. Sie sind beständig bis zu einer Strahlungsintensität von 3 x 10² Gy.

UV-Beständigkeit

iglidur ® P210-Gleitlager verfügen über eine vergleichsweise gute UV-Beständigkeit.

Vakuum

Im Vakuum gast vorhandene Feuchtigkeit von iglidur® P210-Gleitlagern aus. Der Einsatz im Vakuum ist nur beschränkt möglich.

Elektrische Eigenschaften

iglidur® P-Gleitlager sind elektrisch isolierend.

spezifischer Durchgangswiderstand > 1012 Ωcm
Oberflächenwiderstand > 1011 Ω

Maximale Feuchtigkeitsaufnahme  
bei +23 °C/50 % r. F. 0,3 Gew.-%
max. Wasseraufnahme 0,5 Gew.-%
Tabelle 06: Feuchtigkeitsaufnahme

Einfluss der Feuchtigkeitsaufnahme

Abb. 9: Einfluss der Feuchtigkeitsaufnahme

X = Feuchtigkeitsaufnahme [Gew.-%]
Y = Reduzierung Innen-ø [%]

 
Feuchtigkeitsaufnahme

Die Feuchtigkeitsaufnahme von iglidur® P210-Gleitlagern beträgt im Normalklima etwa 0,3 %. Die Sättigungsgrenze im Wasser liegt bei 0,5 %. Diese geringe Feuchtigkeitsaufnahme liegt deutlich unter den Werten von iglidur® G.

Durchmesser
d1 [mm]
Welle h9
[mm]
iglidur® P210
E10 [mm]
Gehäuse H7
[mm]
bis 3 0 - 0,025 +0,014 +0,054 0 +0,010
> 3 bis 6 0 - 0,030 +0,020 +0,068 0 +0,012
> 6 bis 10 0 - 0,036 +0,025 +0,083 0 +0,015
> 10 bis 18 0 - 0,043 +0,032 +0,102 0 +0,018
> 18 bis 30 0 - 0,052 +0,040 +0,124 0 +0,021
> 30 bis 50 0 - 0,062 +0,050 +0,150 0 +0,025
> 50 bis 80 0 - 0,074 +0,060 +0,180 0 +0,030
> 80 bis 120 0 - 0,087 +0,072 +0,212 0 +0,035
> 120 bis 180 0 - 0,100 +0,085 +0,245 0 +0,040

Tabelle 07: Wichtige Toleranzen nach ISO 3547-1 nach dem Einpressen

Einbautoleranzen

iglidur® P210-Gleitlager sind Standardlager für Wellen mit h-Toleranz (empfohlen mindestens h9). Die Lager sind ausgelegt für das Einpressen in eine H7-tolerierte Aufnahme. Nach dem Einbau in eine Aufnahme mit Nennmaß stellt sich der Innendurchmesser der Lager mit E10-Toleranz selbständig ein. Bei bestimmten Abmessungen weicht die Toleranz in Abhängigkeit von der Wandstärke hier von ab (siehe Lieferprogramm).