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Leichtes Spiel beim „Einpacken“ von Häusern

igus® Gleitlager vereinfachen die Bedienung einer Zugsäge für Dämmstoffe

Mit ihrer einfach zu bedienenden Dämmstoffzugsäge hat die Schlosserei Bader in Kißlegg ein neues Geschäftsfeld erschlossen und schon mehrere Auszeichnungen erhalten. Nun beginnt die Serienproduktion des innovativen Werkzeugs, das im Trend liegt, weil eine „ordentliche“ Dämmung zu jedem Neubauprojekt gehört und die energetische Sanierung ebenfalls weit verbreitet ist. In der Säge kommen unterschiedliche wartungsfreie Lager aus dem igus® Konstruktionsbaukasten zum Einsatz – unter anderem ein drylin® Linearlager bei der Führung des Sägeblattes.

Von Jahr zu Jahr verbrauchen die deutschen Haushalte weniger Energie fürs Heizen. Allein im Jahr 2015 sank der Energieverbrauch, der auf die Beheizung von Wohnungen zurückzuführen ist, um sechs Prozent. Seit 2003 wurde eine Reduzierung um 18 Prozent erreicht. Das ist auch der Tatsache zu verdanken, dass die Wohnhäuser heute immer besser „eingepackt“ sind – sowohl die Neubauten als auch der Bestand. Und diese Entwicklung soll und muss weitergehen: Zu den Klimazielen der Bundesregierung gehört es, den Energiebedarf bis zum Jahr 2050 um 80 Prozent zu senken.

Auch aus diesem Grund werden die Dämmschichten der Gebäudehülle immer dicker: 180 Millimeter sind der Standard. Dabei kommt es nicht nur auf die Stärke an, sondern auch auf die exakte und fugenfreie Verlegung der Dämmplatten vor Ort. Sonst entstehen Kältebrücken, die die Dämmwirkung stark beeinträchtigen.

Gesucht: Zugsäge für Dämmstoff

Genau für diese Aufgabe hat die Schlosserei Manfred Bader GmbH (SMB) in Kißlegg/ Allgäu nach dem Hinweis eines Dämmplattenherstellers eine Marktlücke erschlossen. Geschäftsführer und Inhaber Manfred Bader: „Ein Hersteller von Holzfaserdämmplatten wünschte eine Zugsäge für den exakten Zuschnitt von Dämmplatten. Die Säge sollte einerseits mobil sein, andererseits aber auch große Plattenstärken handhaben können – und das nicht nur bei 90°-Schnitten, sondern auch winklig und auf Gehrung, wie es gerade bei der energetischen Sanierung von Bestandsgebäude häufig gefragt ist.“

Ein solches Werkzeug – das zeigte die Recherche von Bader schnell – gab es nicht. Denn die Dämmplatten lassen sich aufgrund der Fasern mit konventionellen Sägen schlecht bis gar nicht sägen, schon gar nicht in Stärken von 200 Millimeter und mehr und erst recht nicht bei Gehrungs- und komplexen Doppelgehrungsschnitten.

Dämmstoffsäge

Für die Dämmstoffzugsäge hat Manfred Bader schon mehrere Innovationspreise gewonnen. Die Sägeeinheit verfährt – auf diesem Bild gut sichtbar – über ein drylin® Linearlager. Das bedeutet wenig Kraftaufwand und sichere, saubere Führung.

 
Herausforderung für den Maschinenbauer

Für Manfred Bader war diese Aufgabe ein Vertrauensbeweis und eine Herausforderung zugleich. Denn sein Unternehmen – 1985 von seinem Vater gegründet – hat sich eigentlich auf die Projektierung und Fertigung von individuellen, Türen und Toren mit Hubfenster für landwirtschaftliche Betriebe spezialisiert und zwischenzeitlich auch Edelstahlgeländer und andere dekorative Bauelemente ins Programm aufgenommen.

Die Gelegenheit wollte sich der gelernte Maschinenbauer nicht entgehen lassen. Er entwickelte einen ersten Prototypen einer Dämmstoffzugsäge, die im Prinzip aus einem einfachen Bock mit Säge und Anschlag bestand – und schon mit igus® Lagern ausgestattet war. Diese Säge stellte er verschiedenen Betrieben zur Verfügung und bat um Rückmeldung nach den Praxistests.

Darauf folgte eine Optimierung, zu der unter anderem ein Winkelanschlag und die Integration eines Linienlasers gehörte – und nun ist die Säge mit der Bezeichnung HDZ 720 serienreif. Sie erlaubt den Zuschnitt von Dämmplatten mit einer maximalen Länge von 2000 Millimetern und einer Dicke von 260 Millimetern (bei winkligen Schnitten) beziehungsweise 200 Millimetern bei 45° Schrägstellung.

Dämmstoffsäge

Auch komplexe Schnitte lassen sich mit der Zugsäge gut erledigen – selbst bei großen Materialstärken. Oben auf dem Maschinenrahmen ist die igus® Energiekette zu sehen.

 
Sägeblatt verfährt über igus® Linearlager

Zu den Herausforderungen, die Manfred Bader zu lösen hatte, gehörte das exakte und verwindungsfreie Verfahren des Sägeblattes in jedem gewünschten Winkel. Bader entschied sich – auch aufgrund der Beratung durch den Außendienst von igus® – für eine einrollige Linearführung vom Typ drylin® WJRM-01-20 und nennt dafür gute Gründe: „Alle Lagerelemente müssen schmierstofffrei sein, weil sich Sägemehl auf der Führung absetzt, das in Kombination mit Schmiermitteln zum Verkleben führt. Außerdem ist das einrollige Führungselement kosteneffizient.“ Und es erfüllt seine Aufgabe auch aus Sicht des Bedieners bestens: Für das Bewegen des 35 bis 40 Kilogramm schweren Sägeaggregates muss nur eine Zugkraft von 3 bis 4 Kilogramm aufgebracht werden.

igus® Beratung

Gut beraten: Manfred Bader mit igus® Verkaufsberater Reiner Nusser (rechts).

 
drylin® Führung

Blick auf die drylin® Führung von igus® in der Sägeeinheit.

 
drylin® Führung

Die drylin® Führung erleichtert dem Bediener die Arbeit an der Zugsäge: Er muss nur drei bis vier Kilogramm Zugkraft aufbringen, um die knapp 40 Kilogramm schwere Sägeeinheit zu bewegen.

 
Linearlager, Gewindetrieb und Tribo-Tape

Auch bei anderen Lagerelementen bediente sich Manfred Bader aus dem igus® Konstruktionsbaukasten, der ihm aus dem ursprünglichen Produktprogramm – den Türen und Toren mit Hubfenster – schon bekannt war: „Wir haben mit den igus® Lagern immer gute Erfahrungen gemacht – auch in widrigen Umgebungsbedingungen.“

So wird die Schutzhaube vor dem Sägeblatt, die sich selbsttätig absenkt, auch über ein Linearlager aus dem drylin® Programm geführt. Die Neigung des Sägeblattes wird über eine Trapezmutter eingestellt, die Einstellung des Gehrungswinkels erfolgt über einen igus®-Gewindetrieb, und auf dem drehbaren Anschlag sorgt das Tribo-Tape von igus® für ein einfaches Verschieben des Anschlags. Bei der Energiezuführung vom Grundrahmen zum Sägeblattantrieb kommt eine Energiekette zum Einsatz.

Schutzhaube der Sägeeinheit mit drylin® Linearlagern

Die Schutzhaube der Sägeeinheit wird ebenfalls über ein drylin® Linearlager geführt.

 
igus®-Gewindetrieb

Die Einstellung des Gehrungswinkels erfolgt über einen igus®-Gewindetrieb.

 
Neues Geschäftsfeld erschlossen

Die Nullserie, die Bader jetzt testen ließ, kam bei den Anwendern gut an. Manfred Bader: „Die Säge liefert sehr saubere Schnitte mit hoher Geschwindigkeit. Sie ist einfach zu bedienen. Die Testbetriebe berichteten, dass sie einfach gern mit diesem modernen Werkzeug arbeiten.“ Auch die Absaugung, in deren Entwicklung viel Aufwand steckt, wird sehr gelobt: Sie gewährleistet sauberes Arbeiten und den Einsatz in geschlossenen Räumen. Zum Beispiel bei der Wandvorfertigung und im Elementebau.

Von igus® – insbesondere vom zuständigen igus® Verkaufsberater Reiner Nusser – fühlt sich Manfred Bader sehr gut unterstützt: „In die Entwicklung ist viel Know-how von igus® eingeflossen, und wir haben auch mehrfach ganz ‚unbürokratisch‘ kostenlose Muster bekommen.“

Ausgezeichnete Innovation

Inzwischen hat die Schlosserei schon mehrere Auszeichnungen bekommen für ihr innovatives Produkt, das ein neues Geschäftsfeld begründet: den Bayerischen Staatspreis 2015, den Innovationspreis der Wirtschafts- und Innovationsförderungsgesellschaft Landkreis Ravensburg (WIR) und den VR-innovationsPreis Mittelstand regional 2015.

Nun wird die erste Serie aufgelegt. Als Zielgruppe hat Bader das Zimmerer- und Ausbauhandwerk im Blick, das die HDZ vor Ort einsetzt. Auch die ersten Fertighaus-Hersteller haben die neue Dämmstoffzugsäge schon erprobt und für gut befunden. Sie schätzen ebenfalls die Mobilität der Säge im Betrieb. Und angesichts der ehrgeizigen Klimaziele der Bundesregierung kann man davon ausgehen, dass die Betriebe im Fertighausbau und Bauhandwerk in den kommenden Jahren viele solcher Dämmstoffzugsägen benötigen.

Hier geht es zu den eingesetzten Produkten
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