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Minus achtzig Grad kalte Bleche

Wartungsfreie Kunststoff-Gleitlager für die Richttechnik

Schnell, gerade, präzise: So lassen sich die Anforderungen bei der Blechverarbeitung zusammenfassen. Ausgereifte Richttechnik macht all dies möglich. Tribo-optimierte Kunststoff-Gleitlager helfen dabei, Maschinen und Anlagen technisch und wirtschaftlich zu optimieren. Sie punkten durch Wartungsfreiheit und Schmutzresistenz auch in extrem rauer Umgebung.

„Ob vorgestanzte Ronden in Millimeterdicke, Lamellen für den Kupplungsbau oder Zuschnitte bis 50mm Dicke – wir bedienen alle Märkte mit zuverlässigen Maschinen. Sie genügen höchsten Ansprüchen und sind äußerst präzise im Ergebnis“, so Dipl.-Kfm. Helmut Kunz, Leiter Materialwirtschaft und Prokurist von Kohler Maschinenbau GmbH in Friesenheim. „Seit der Firmengründung im Jahr 1963 haben wir uns zu einem bedeutenden Hersteller von Richtmaschinen und Anlagen für die blechverarbeitende Industrie entwikkelt.“ Rund 130 Mitarbeiter erwirtschaften heute pro Jahr einen Umsatz von rund 25 Millionen Euro.

Mit dem Bau der ersten Richtmaschine für Stanzwerkstücke 1966 wurde das Lieferprogramm ständig erweitert. In den 80ger Jahren kamen die Entwicklung und der Bau von Großrichtmaschinen und Anlagentechnik für die Stahlund Automobilindustrie hinzu. Zusätzlich wurden Anlagen für die Langteilefertigung und Transferanlagen, die dem Teiletransport innerhalb der Presse dienen, gefertigt. „Mit weltweit über 5.000 gebauten Richtmaschinen verfügen wir über einen enormen Erfahrungsschatz in den Bereichen Richttechnik und Coilhandling“, so Helmut Kunz.

Von Bandanfang bis Bandende sind 1.400 schmiermittelfreie „iglidur®“- Rollen von igus® GmbH, Köln, als leichtgängige Transportrollen eingesetzt. Das Band ist zum Teil beschichtet und beölt.

 
Blechverarbeitung: Technik rauf, Kosten runter

Verschiedene Trends in der Blechverarbeitung sorgen dafür, dass die Richttechnik immer stärker an Bedeutung gewinnt. Zum einen sind es engere Toleranzgrenzen in der Fertigung, da von den Verarbeitern immer stärker werdende Ebenheitsanforderungen an die Richtmaschinenhersteller herangetragen werden. Zum anderen setzt der zunehmende Einsatz von hochfesten Stählen exakt ausgelegte Maschinen voraus. Ein weiterer Aspekt ist das qualitativ immer schlechter werdende Rohmaterial.

„Aufgrund dieser Vorgaben werden die Anforderungen an die Maschinentechnik immer größer“, berichtet der Produktmanager Sonderanlagen, Günter Keller. „Unser Fokus liegt dabei auch auf dem Kostenaspekt, freilich ohne Abstriche bei der Qualität zu machen.“ Das betrifft sowohl die Standardmaschinen, die immer stärker im Baukastensystem zusammengesetzt werden, als auch den Sondermaschinenbau. „Im Tagesgeschäft brauchen wir mehr Freiheiten, um uns noch besser auf unsere Stärke, den Sondermaschinenbau, konzentrieren zu können“, fasst Günter Keller zusammen. „Wir müssen stets einen gesunden wirtschaftlichen Mix zwischen Standard- und Sondermaschinenbau erreichen.“

Wartungsfreie „drylin® R“-Lineargleitlager mit unterstützten Wellen als Führungssystem. Die Abmessungen sind kompatibel zu Standard-Kugelbuchsen.

 
Kunststoff-Komponenten überall

Die Investition in eine Richtmaschine zur Blechverarbeitung muss sich langfristig rechnen. Mit ihrer Hilfe lassen sich fast alle beim Umformen oder Stanzen entstehenden Spannungen im Blech beseitigen, damit die Qualität der Produkte bei ihrer Weiterverarbeitung stimmt. Tribo-optimierte Kunststoffgleitlager helfen dabei, die vielfältigen technischen Herausforderungen zu lösen. Seit vielen Jahren kommen in der Produktpalette von Kohler Maschinenbau Maschinenelemente aus dem Hause igus® GmbH, Köln, zum Einsatz. Es handelt sich vor allem um „iglidur® G“-Polymergleitlager, „igubal®“- Stehlager, „drylin® R“-Linearführungen sowie „iglidur®“- Rollen zum Bandtransport. Darüber hinaus kommen „drylin® SHT“-Spindellineartische zum Einsatz. Zur Energieversorgung der hoch komplexen Maschinen und Anlagen setzt das Unternehmen auf Kunststoff- Energieketten. Rund 80.000 Artikel bietet igus® ab Lager ab Losgröße eins bzw. als Meterware. „Vom Gleitlager zur Lineartechnik bis zu den Kunststoffrollen – wir finden immer mehr Einsatzmöglichkeiten für die schmiermittelfreien und korrosionsbeständigen Komponenten“, berichtet Günter Keller.

„Bei unseren Maschinen kommt es vor allem auf höchste Zuverlässigkeit an“, so Konstrukteur Lothar Hug. „Wenn die Anlage vor Ort beim Kunden steht, dann muss sie problemlos im Dauerbetrieb laufen.“ Drei- und Vierschichtbetrieb an sieben Tagen in der Woche sind hier die Regel. Die Umgebungsbedingungen, denen die Kunststoffkomponenten trotzen, sind dabei denkbar unterschiedlich. „Bei einem aktuellen Projekt aus der Luftfahrtindustrie richten wir -80 °C kalte Bleche. Das führt dazu, dass wir jede Menge Kondenswasser auf die Maschine bekommen. In einem anderen Beispiel geht es um Speziallegierungen, die sich erst nach dem Abkühlen auf 900 °C richten lassen“, so der Konstrukteur.

Luftfeuchtigkeit und Zunderpartikel

Hinzu kommen unterschiedlichste klimatische Bedingungen. Bei Umgebungstemperaturen von 40 bis 45 °C und einer Luftfeuchtigkeit von 95 Prozent müssen die Maschinen genau so zuverlässig laufen wie bei -20 °C. Die höchsten Ansprüche an die Maschinenelemente stellen allerdings Zunderpartikel sowie das allgegenwärtige Walz- bzw. Ziehöl dar. „Auch bei diesen rauen Umgebungsbedingungen bewähren sich die igus®-Polymerlager“, berichtet Günter Keller aus seinem Alltag. „Ihre langen Laufzeiten, ihre Wartungsfreundlichkeit und Schmutzresistenz haben sich von Anfang an bezahlt gemacht.“

Das kann Konstrukteur Lothar Hug ebenfalls nur bestätigen: „Da unsere Anlagen teilweise auf engstem Raum stehen, spielen für unsere Kunden, vor allem aus der Automobilindustrie, die Themen Wartung und Instandhaltung eine immer wichtigere Rolle. Da die Polymerlager schmiermittelfrei und darüber hinaus unempfindlich gegen Schmutz sind, reduzieren sich mögliche Wartungsintervalle auf ein absolutes Minimum. Damit können wir bei unseren Kunden natürlich punkten!“
Für einen Automobilhersteller ist jüngst eine Anlage mit einer Baulänge von nur 13,50m konstruiert worden. Da sie auf engstem Raum steht, war ihre Wartungsfreundlichkeit eine der wesentlichen Kundenvorgaben, was durch den Einsatz der Kunststoff-Gleitlager erreicht wurde.

„igubal®“-Flanschlager mit Befestigungslöchern, verschleißfeste und unempfindliche „iglidur®“-Rollen für Bandtransport (vorne).

 
Hoch verschleißfeste Polymere

„Die Verschmutzung der Seitenführung ist bei uns oft ein besonders heißes Thema“, so Günter Keller. Überall tropft Öl, das Band ist zum Teil feucht. In diesem aggressiven Umfeld dienen zum Beispiel acht „drylin® R“-Lineargleitlager mit unterstützten Wellen als Führungssystem. Sie basieren auf speziell für die Lineartechnik entwickelten hochverschleißfesten Polymeren. Die Abmessungen sind kompatibel zu Standard-Kugelbuchsen. Ihre spezielle Geometrie garantiert Robustheit, auch in extremen Umgebungen. Dazu kommen die hohen Belastungen. „Hier fordern wir von unseren Lieferanten zudem sehr viel Flexibilität.

Bei der Seitenführung ist der konstruktive Aufwand besonders hoch. Hinzu kommt die hohe Fertigungstiefe. „Bei Standardmaschinen intensivieren wir die Zusammenarbeit mit igus®. Wir bekommen die Seitenführung als komplettes System geliefert, die dann nur noch angeflanscht wird. So entfallen für uns der Konstruktionsaufwand, die Teilefertigung und die Montage. Die technischen und wirtschaftlichen Vorteile liegen bei rund 50 Prozent“, rechnet Lothar Hug. „Das lohnt sich für uns in jeder Beziehung.“

„drylin® R“-Linearführung, verbaut in Seitenführung. Das Umfeld ist besonders aggressiv mit Schmutz und tropfendem Öl.

 
Keine Kratzer

Von Bandanfang bis Bandende gibt es eine Reihe von Bearbeitungsschritten. Für die komplette Führung kommen um die 1.400 „iglidur®“-Rollen als leichtgängige Transportrollen zum Einsatz. Dafür sprechen gleich mehrere technische Vorteile. „Das Band ist zum Teil beschichtet und beölt. Da der Spezialkunststoff unempfindlich ist, kommt es weder zu Verschleiß noch zu Beschädigungen durch Kratzer bzw. andere Qualitätseinbußen. Die Oberflächen präsentieren sich im einwandfreien Zustand“, bilanziert Günter Keller.

In der Richtanlage sind darüber hinaus „iglidur® G“- Gleitlager und „igubal®“-Stehlager für verschiedene Verstellaufgaben im Einsatz. Auch sie bewähren sich in ihren jeweiligen Aufgabenstellungen und sorgen für Sicherheit und hohe Funktionalität.

Es gibt noch eine Vielzahl von Ansätzen, Polymerlager in den Richtmaschinen einzusetzen. Das Coil etwa wird als erster Schritt mit einer Einführhilfe auf die Haspel aufgesteckt. „Hier kommt es zu höchsten Belastungen, die enorme Anforderungen an die Technik stellen“, berichtet Lothar Hug. „Für diese Stellen bieten sich zum Beispiel unsere einbaufertigen Rundtischlager bis 15 Tonnen an“, so Dominik Hartmann, technischer Verkaufsberater bei igus®. Sie sind robust und halten den hohen Belastungen problemlos stand.“ Erste Gespräche werden bereits geführt. Denn „speziell im Sondermaschinenbau sind wir auf das Know-how unserer Lieferanten angewiesen, um unseren Kunden die beste Lösung zu präsentieren“, weiss Günter Keller.

Lange Laufzeiten, hohe Belastungen: „iglidur® G“-Gleitlager von igus®. Über 650 Abmessungen gibt es ab Lager.

 
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