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„Absolute Zuverlässigkeit ist für uns das A und O“

Sondermaschinenbau: Vorkonfektionierte Energiezuführungen für ein Hochgeschwindigkeits-Bearbeitungszentrum

Auch bei besonders aggressiven Umgebungsbedingungen im Sondermaschinenbau beweisen Energiezuführungen ihre Zuverlässigkeit. Kommt dazu der ökonomische Zwang noch wirtschaftlicher produzieren zu müssen, um Montagezeiten deutlich zu reduzieren, so führt an vorkonfektionierten Energiezuführungen kein Weg mehr vorbei. Wenn darüber hinaus Qualität und Service stimmen, ist der Grundstock für eine langfristige Zusammenarbeit gelegt.

„Unsere Kernkompetenz liegt in der Tiefdruckform“, erläutert der Geschäftsführer, Christoph Gschoßmann, der Kaspar Walter GmbH & Co. KG in Krailling bei München. Mit rund 80 Mitarbeitern bietet das Unternehmen kundenspezifische Lösungen für systemintegrierte Formherstellung und Zylinderbearbeitung im Tiefdruck an. Auf dem rund 10.000 m² großen Betriebsgelände werden nach dem letzten Stand der Technik Galvanisierungsanlagen sowie Maschinen zur Oberflächenbearbeitung der Zylinder konstruiert und gefertigt. Ein Meilenstein in der Geschichte war die Installation der ersten vollautomatischen Galvaniklinie im Illustrationstiefdruck im Jahr 1978. Damit wurde ein entscheidender Beitrag zur Kostenreduktion in der Herstellung von Tiefdruckformen geleistet. Zum weiteren Ausbau der Produktion trug die 1988 eingeführte adapterlose, vollautomatische Zylinderfertigungs-Linie mit Anbindung an ein Zylinderlager bei.

Sondermaschinenbau

Stephan Bobritz: „Die Energieketten werden in unseren Maschinen und Anlagen in der Regel stark belastet.“

 

Im Jahr 2000 wurde das in Itzehoe ansässige Logistikunternehmen Bauer Logistik Systeme GmbH & Co. KG zur Schwesterfirma. Die in 2002 eingegangene Verbindung mit Hell Gravure Systems in Kiel machte Kaspar Walter endgültig zum Systemanbieter in der Zylinderproduktion. „Wir sind ein typischer Maschinen- und Anlagenbauer und machen die technische bzw. verfahrenstechnische Beratung für alle großen Druckereien. Und mit unseren beiden Schwesterfirmen können wir schließlich schlüsselfertige Angebote abgeben“, so der Geschäftsführer.

Enormer Preisdruck

„Für unsere hoch komplexen Maschinen und Anlagen sind wir auf zuverlässige Komponentenlieferanten angewiesen“, verdeutlicht Christoph Gschoßmann. Seit mindestens 15 Jahren kommen Energiezuführungen von igus® zum Einsatz. Sie werden grundsätzlich stark belastet. Entsprechend den Verfahrwegen, werden die unterschiedlichsten Kettentypen in offener oder geschlossener Form verbaut. Aufgrund der Umgebungsbedingungen kommt auch eine ESD-Variante zum Einsatz.

Der Geschäftsführer führt weiter aus: „Der Preisdruck in unserer Branche ist mittlerweile so groß geworden, dass wir weitere Kosteneinsparungspotenziale nutzen müssen. Vorkonfektionierte Energiezuführungen spielen in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle. Wir schöpfen ihre technischen und vor allem wirtschaftlichen Vorteile voll aus!“

Oliver Fechner (li.), Stephan Bobritz (re.): „Vorkonfektionierte Energiezuführung für unsere Neuentwicklung – ein Hochgeschwindigkeits-Bearbeitungszentrum zum Drehen, Schleifen und Polieren von Tiefdruckzylindern. Es setzt am Markt Maßstäbe!

 
Sondermaschinenbau

Die anderen Achsen werden mit Energiezuführungen ausgerüstet. Hier soll langfristig die komplette mechanische Baugruppe schlüsselfertig als ein System geliefert werden.

 

Vorkonfektionierte Energiezuführungen werden vom Kölner Unternehmen unter dem Namen „readychain®“ angeboten. Vom einfachen Energiekettensystem mit eingelegten chainflex®-Leitungen bis hin zu komplexen Systemen werden sie kundenspezifisch konfektioniert und termingerecht geliefert. Jede Losgröße ist dabei möglich. „Wir übernehmen die komplette Verantwortung für das System, so dass sich der Kunde auf seine Kernkompetenz konzentrieren kann“, so der igus®-Produktmanager, Michael Offner. „Außerdem wird jedes System vor der Auslieferung auf unseren Testständen auf Herz und Nieren geprüft, so dass der Kunde immer auf der sicheren Seite ist.“

Widrige Umgebungsbedingungen

„Unsere Maschinen und Anlagen werden meistens in der Galvanik verwendet“, macht der Dipl. Ing. (FH), Oliver Fechner, zuständig für Design & Development, die in der Regel ausgesprochen unangenehmen Umgebungsbedingungen klar. „Selbst wenn die Energiezuführungen nicht direkt aggressiven Medien ausgesetzt sind, kommen sie durch die Luftfeuchtigkeit beispielsweise mit Chemikalien in Berührung. Deswegen müssen einerseits unsere Maschinen rostfrei und andererseits die Ketten äußerst robust sein. Dazu steigt die Belastung. Unsere Maschinen sind in den Druckereien an sieben Tagen in der Woche vollautomatisch rund um die Uhr im Einsatz. Zuverlässigkeit ist deshalb für uns ausschlaggebend. Es darf weder Kabel- noch Kettenbrüche geben, sondern das komplette System soll möglichst wartungsfrei laufen“, bringt Oliver Fechner die Hauptanforderungen von K.Walter auf den Punkt.

Die Energiezuführung in geschlossener Variante für das verfahrbare Bedienpult. Sie verhindert das Eindringen von Spänen oder anderen Fremdstoffen.

 

„readychain®“ für Bearbeitungszentrum

„Vorkonfektionierte Energiezuführungen setzen wir seit gut einem Jahr bei einer Dreh- und Schleifmaschine ein“, erzählt Oliver Fechner. Es handelt sich um ein Hochgeschwindigkeits-Bearbeitungszentrum zum Drehen, Schleifen und Polieren von Tiefdruckzylindern, 'Finishing Center CFM Compact'. Die Anlage kann in automatische Fertigungslinien eingebunden werden. Ihr Einsatzbereich liegt im Verpackungsdruck. „Mit diesem Bearbeitungszentrum setzen wir Maßstäbe in unserer Branche“, ergänzt Christoph Gschoßmann. Insgesamt kommen in der Kleinserie sieben Energiezuführungen, davon wiederum zwei vorkonfektionierte „readychains®“, zum Einsatz. Sechs bewegen Achsen, eine das Bedienpult. „Für den Werkzeugträger setzten wir von Anfang an auf readychain®. Die Verfahrgeschwindigkeit der Werkzeugachse liegt bei ca. 9 m/min, der Verfahrweg bei ungefähr 2,5 m. Aufgrund der positiven Erfahrungen entschlossen wir uns als nächstes, auch das verfahrbare Bedienpult mit der vorkonfektionierten Variante auszustatten“, so Oliver Fechner. „Und unser langfristiges Ziel ist es, alle sechs Achsen als eine komplette mechanische Baugruppe schlüsselfertig zum Einbau an das Bearbeitungszentrum geliefert zu bekommen.“ Es wird die Energiezuführung der Serie 39 eingesetzt. Diese Bauform stellt den Standard bei Ketten dieser Größe dar. Für fast alle Einsatzbereiche bietet die Serie den besten Kompromiss zwischen Montagefreundlichkeit, Stabilität und Kosten. Sie zeichnet sich u. a. durch ein doppeltes Anschlagsystem aus, ist korrosionsbeständig und für enge Einbauverhältnisse geeignet. Auch bei langen Verfahrwegen wird mit dieser Kette eine hohe frei tragende Länge erreicht. „Beim Bedienpult kommt übrigens die geschlossene Kettenvariante zum Einsatz, um die Leitungen beispielsweise vor Spänen zu schützen“, fügt der Maschinenbautechniker, Stephan Bobritz, hinzu. „Alle anderen Energiezuführungen liegen dagegen geschützt in der Maschinenumhausung!“ Die vorkonfektionierte Energiezuführung besteht aus mindestens 150 Einzelteilen: Leitungstypen, Schläuche, Stecker, Kontakte, Beschriftungen. Als „chainflex®“-Leitungen beweisen u. a. hoch biegefeste Steuer-, Geber- und Umrichterleitungen ihre Alltagstauglichkeit. „Da es sich bei diesem Bearbeitungszentrum um eine Kleinserie handelt, konnten wir hier mit einem vertretbaren Aufwand die Belegung realisieren. Jetzt ist es aus unserer Sicht ein Selbstläufer. Der Bestellaufwand reduziert sich für unseren Einkauf deutlich. Wir geben nur noch die Bestellnummer an und bekommen die vorkonfektionierte Energiezuführung termingerecht zum Einbau geliefert“, macht Stephan Bobritz die ökonomischen Vorteile klar.

Energiezuführung mit langem Verfahrweg

Energiezuführung mit langem Verfahrweg

 

Geringere Fertigungstiefe

„Als Zulieferer der Druckindustrie unterliegen wir deren starken Schwankungen“, macht der Geschäftsführer abschließend deutlich. „Nur wenn wir im Wettbewerb bestehen, haben wir mit unseren Maschinen und Anlagen langfristigen Erfolg.“ Mit den vorkonfektionierten Energiezuführungen reduzieren sich Montage- und damit Lieferzeiten; Einkaufsaufwendungen und Lagerkosten sind deutlich gesunken. Auf Auftragsschwankungen kann das Unternehmen flexibel reagieren. „Vor zehn Jahren hatten wir noch eine sehr viel höhere Fertigungstiefe, das ist nicht mehr zeitgemäß. Heute suchen wir uns Partner am Markt, die wie das Unternehmen igus in ihrem Segment Spezialisten sind. Wir kaufen lediglich zu und montieren die einzelnen Teile. Ich könnte mir vorstellen, dass früher oder später unsere gesamte Produktpalette mit vorkonfektionierten Energiezuführungen ausgerüstet sein wird“, blickt Christoph Gschoßmann in die Zukunft. „Unsere Erfahrungen sind bis jetzt jedenfalls sehr gut!“

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