Energieketten-System statt Kabeltrommel

Seit dem Jahr 2000 reibungsloser Betrieb an Kläranlage

Die Kläranlage Waldbröl-Brenzingen, die Anfang 1970 gebaut und 1991 wesentlich erweitert wurde, ist eine von 38 Kläranlagen, die der Aggerverband im Bergischen Land betreibt. Sie reinigt die Abwässer, die in großen Teilen der Stadt Waldbröl anfallen, und ist für 10.200 Einwohnerwerte ausgelegt. Für den beweglichen Räumer eines Klärbeckens musste nun eine Lösung für die Energiezuführung gefunden werden. Der Aggerverband entschied sich gegen die konventionelle Lösung mit Kabeltrommel und für eine Energiezuführung aus dem LBT flizz®-System von igus®. Das Ergebnis: Das System an der Kläranlage arbeitet seit dem Jahr 2000 ohne Ausfälle.

Steckbrief

  • Was wurde benötigt: LBT-Flizz System, Energiekette der Serie E2, Typ 250.07.100.0, Führungsrinne, Chainflex Spezialleitungen der Serien CF9, CF10, und CF 31, schwimmender Mitnehmer zum Ausgleich von Querbewegungen
  • Anforderungen: starke Witterungseinflüsse (Sonne, Frost, Regen), aggressive Gase wie Schwefelwasserstoff, Laub und Schnee, störungsfreier Betrieb trotz 24/7-Betrieb
  • Branche: Klärwerk
  • Erfolg für den Kunden: zuverlässiges Energiezuführungssystem bei widrigen Umständen, drastische Reduzierung des Wartungsaufwands

Die Ausgangssituation am Nachklärbecken

Problem

Innerhalb der Kläranlage gelangen die Abwässer zunächst in eine Rechenanlage mit mehreren Filterstufen und dann in ein Vorklärbecken, in dem sich der Schlamm absetzt, um dann abgesaugt zu werden. In zwei Nachklärbecken wird der kontinuierlich zugeführte biologische Schlamm von einem Räumer gleichmäßig verteilt und nach dem Absetzen über ein Pumpwerk aus dem Becken entfernt. Eines der beiden Nachklärbecken ist rechteckig und mit einem Längsräumer ausgestattet, der über einen Zahnradantrieb mit einer Geschwindigkeit von 1m/ min verfährt und kontinuierlich den Schlamm in dem 38 Meter langen und 3,15 Meter tiefen Becken verteilt – 24 Stunden pro Tag, 365 Tage im Jahr. Der Räumer benötigt ebenso wie die Pumpen unter dem Wasserspiegel Energie und Steuersignale.
Da das hierzu notwendige Energiezuführungssystem im Außeneinsatz arbeiten wird, muss es aber nicht nur unempfindlich gegenüber Sonne, Frost und Regen sein. Auch außerordentlich aggressive Gase wie Schwefelwasserstoff entstehen bei der Abwasserbehandlung und stellen eine große Herausforderung dar. Zudem können Laub und Schnee die Bewegung der Kabel beeinträchtigen – hier muss man Vorsorge treffen. Und zugleich muss man sicher sein, dass das System rund um die Uhr störungsfrei läuft. Denn jeder außerplanmäßige Einsatz der Rufbereitschaft schlägt mit zusätzlichen internen Kosten zu Buche – das wird im Aggerverband genau registriert.
Ursprünglich nutzte man für diese Aufgabe eine Kabeltrommel. Für die Verantwortlichen war diese Lösung wenig zufrieden stellend, denn mit jeder Vor- und Rückwärtsbewegung führte die Leitung eine leichte Drillbewegung aus, die zum erhöhten Verschleiß beitrug.
 

Lösung

Nachdem der Betreiber nach einer passenden Lösung für die Anlage suchte, wurde er im Energiezuführungs-Programm von igus fündig. Denn igus bietet mit dem LBT Flizz-System eine witterungsbeständige Energiezuführung, die sich modular an die jeweiligen Einsatzbedingungen anpassen lässt. Aber auch preislich stellt das System eine gute Alternative gerade im Vergleich zu Festooning-Lösungen dar.  Als Energieführungskette wurde die bewährte Kette der igus-Serie E2, Typ 250.07.100.0 geführt. Diese läuft in einer Führungsrinne, die aus extrudierten Führungsprofilen, die an einem Stützrahmen befestigt sind, besteht. Da die Rinne oben geschlossen ist, kann weder Schnee noch Laub die Bewegung der befüllten Energieführungskette in der Führungsrinne beeinträchtigen. Insgesamt wurden an dem Nachklärbecken 38 Meter der Führungsrinne installiert. Die darin eingesetzten Chainflex-Spezialleitungen sind ca. 20 Meter lang; in der Rinne sind neben den Elektroleitungen für die drei Pumpen und den Verfahrmotor auch 16 Meldeleitungen sowie eine Profibus-Leitung untergebracht. Die einzelnen igus Chainflex-Spezialleitungen der Serien CF9, CF10, und CF 31 haben einen TPE Aussenmantel und können in einem Temperaturbereich von -25° bis +100° bei einem Mindestbiegeradius von 5xd eingesetzt werden.
Bei Längsräumern dieser Bauart ist immer mit einem seitlichen Versatz von bis zu 150mm zu rechnen. Zum Ausgleich dieser Querbewegungen wurde von igus ein kostengünstiger schwimmender Mitnehmer entwickelt und am Mitnehmerarm der Räumerbrücke installiert.
Sowohl die Kunststoffkomponenten als auch die Metallbauteile sind dauerhaft korrosionsgeschützt.

Kläranlage
Energiekette

Mit LBT Flizz den Wartungsaufwand drastisch reduziert

Nicht Seit der Montage im Jahr 2000 läuft das System ohne Probleme. Der Wartungsaufwand konnte somit drastisch reduziert werden. Da ist es nicht weiter erstaunlich, dass der Aggerverband mit dieser Lösung zufrieden ist. Auch dem Service von igus stellen die Verantwortlichen gute Noten aus. Dazu Reinhard Braun, Betriebsbereichsleiter Elektrotechnik des Aggerverbandes: "Unsere Ansprechpartner haben immer schnell und unbürokratisch reagiert."
Nicht nur in diesem Anwendungsfall bewährt sich das LBT Flizz-System unter widrigen Umgebungsbedingungen. Sämtliche verwendeten Materialien des Systems sind korrosionsgeschützt und witterungsbeständig. Entsprechend viele weitere Möglichkeiten sind bereits realisiert, zum Beispiel in Regenwasser-Überlaufbecken oder auch bei Hafenkranen, die extreme Anforderungen an den Korrosionsschutz erfüllen müssen. Da die Systemkomponenten zudem beständig gegen die gängigen Chemikalien, Fette sowie Lösungsmittel sind, liefert igus das LBT Flizz-System auch an die Hersteller und Betreiber von Galvanikanlagen und anderen Anlagen der Chemietechnik.

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