Mein Ansprechpartner
Standort auswählen

Nach Eingabe Ihrer Postleitzahl nennen wir Ihnen sofort Ihren persönlichen igus® Berater.

Eiscreme und Technik vom Feinsten

Kompaktes Energieketten-System für verschiebbares Bedienpanel einer Verpackungsmaschine

Dieser Messebesuch hat sich für den Spezialmaschinenbauer gelohnt. In der Vergangenheit hatte das Unternehmen seine verschiebbaren Bedienpanels selbst ausgelegt und gebaut. Dann entdeckte man eine spezielle Energiekettenlösung, die sich seitdem in hoch komplexen Verpackungsmaschinen für Eiscreme funktionssicher bewährt. Dabei werden mindestens eine Woche Konstruktionszeit eingespart, so dass sich die Firma auf ihre eigentliche Aufgabe, die Maschinenauslegung, konzentrieren kann.

„Wir bauen keine Produkte von der Stange. In die jeweilige Verpackungsmaschine fließen sehr spezifische Kundenwünsche komplett ein“, erläutert Rupert Greiter, Geschäftsführer der Wilhelm Fischer Spezialmaschinenfabrik GmbH in Durach, die Philosophie seines Hauses. „Das zu verpackende Produkt und der geforderte Leistungsbereich münden bei uns immer in einer maßgeschneiderten Verpackungslösung, damit der Kunde seinen Prozess, abgestimmt auf seine individuellen Anforderungen, optimieren kann.“

Verpackungsmaschine

Verpackungslinie: Auf einer Länge von insgesamt 8 m sind sämtliche Falt-, Heiz- und Verpressstationen untergebracht.

 

Beim Prototyp einer Verpackungsmaschine für das Premiumeis „Magnum Temptation“ aus dem Hause Langnese kommt eine Energiekettenlösung für horizontale Anwendungen der Kölner igus® GmbH zum Einsatz. Der sogenannte „Micro flizz®“ ist eine spezielle Energieführung, die über einen unten laufenden Roll- bzw. Gleitwagen einen beweglichen Verbraucher mit Energie versorgt. Sie läuft in einem Führungskanal aus Aluminium, welcher das Oberund das Untertrum der Energiekette Gewicht sparend voneinander trennt. Durch die geringe Krafteinwirkung minimieren sich Reibung und Verschleiß. Nach oben hin ist das kompakte, Platz sparende System geschlossen und bietet so Schutz vor Schmutz und Staub.

Energie- und Daten horizontal führen

„Micro flizz®“ ist eine völlig neue Konstruktion für die horizontale Bewegung zur Energie- und Datenversorgung von Verbrauchern. „Wir haben das System vor zwei Jahren beim Besuch der „Motek“-Messe entdeckt – und sofort gesehen, dass es unsere Anforderungen komplett abdeckt. Auf aufwändige Tests und die Suche nach Alternativen konnten wir verzichten. Gleich vor Ort haben wir uns entschieden, es für diese Verpackungsmaschine einzusetzen“, blickt Rupert Greiter zurück. Im Gespräch musste lediglich geklärt werden, ob es ein Gewicht von ungefähr 15 kg aushält, was erwartungsgemäß der Fall war. „Daraufhin haben wir das System mit allen Leitungen komplett konfektioniert bei igus® bestellt, eingebaut und seitdem vergessen.“

Kettensystem (oben) für horizontale Energie- und Datenführung.

 

Die Eisproduktion läuft mittlerweile auf Hochtouren, so dass inzwischen eine zweite Verpackungslinie im Einsatz ist. Auch hier kommt „Micro flizz®“ zum Einsatz.

„In unseren Verpackungsmaschinen findet sehr viel selbst gefertigte Mechanik Verwendung“, berichtet Rupert Greiter. „Wir sehen uns als reine Prototypenschmiede und biegen keine Standardmaschine zum jeweiligen Produkt hin, sondern gehen an jede Aufgabenstellung völlig frei heran. So bekommen unsere Kunden ein absolut maßgeschneidertes Maschinenkonzept für ihre jeweilige Aufgabenstellung. Das ist die Stärke unseres Hauses.“

Lebensmitteltechnik und Brauereien

Seit über 50 Jahren baut das Unternehmen nun schon Verpackungsmaschinen. Zu den Kunden gehören namhafte Unternehmen der Lebensmittelindustrie, große Brauereien sowie viele Unternehmen aus dem Non- Food-Bereich. Ob 1.000 Batterien oder 120 Fischfutterdosen pro Minute verpackt werden müssen: die Leistungspalette deckt sowohl intermittierend als auch kontinuierlich laufende Maschinen ab. Es bleiben keine Kundenwünsche offen. „Wir konzipieren, konstruieren und produzieren komplette Linien für die Verpackungsindustrie, einschließlich der elektronischen Steuerung. Im Vordergrund stehen hierbei maßgeschneiderte Komplettlösungen für den Einsatz von Kartonagenverpackungen“, so der Geschäftsführer.

Neben den Verpackungsmaschinen gibt es bei Wilhelm Fischer noch ein weiteres Standbein. „Unser zweiter Geschäftsbereich ist die Montage- und Handhabungstechnik überwiegend für die Automobilindustrie. Dabei können wir Synergien in alle Richtungen hervorragend nutzen“, so Rupert Greiter. Bis zu acht Projekte können die rund 40 Mitarbeiter gleichzeitig abdecken. Es handelt sich immer um vollkommen unterschiedliche Maschinen, die gleichzeitig vor Ort gefertigt werden können. Rund 90 % der Aufträge werden im eigenen Haus erledigt.

Verpackungsmaschine

Die Steuer-, Daten- und Busleitungen sind keinen mechanischen Einflüssen ausgesetzt.

 

„In der präzisen Verfaltung des Kartons für ein Premiumprodukt liegt in diesem Fall unser spezielles Know-how“, erzählt der Geschäftsführer. Die Verpackung wird aufgerichtet und verlässt mit offenem Deckel die Maschine, ehe der Folgeprozess weitergeht. Es handelt sich um eine Primärverpackung, d. h. sie darf nicht geklebt sein, damit keine Klebereste in die Verpackung gelangen. Als Material kommt beidseitig polyesterbeschichteter bedruckter Karton zum Einsatz. Der Polyester dient einerseits als Feuchtigkeitsbarriere und wird andererseits als Siegelmedium verwendet.

Sechs-Tage-Woche, drei Schichten

Die Verpackungslinie läuft an sechs Tagen in der Woche, täglich in drei Schichten. In diesem Teil der Gesamtanlage, dem sogenannten Aufrichter, wird die Schachtel hergestellt, die wie ein Blechteil in einem Tiefziehwerkzeug verformt wird. Auf einer Länge von insgesamt 8 m sind sämtliche Falt-, Heiz- und Verpressstationen untergebracht. „Es war ein langer Weg, bis das Maschinenkonzept stand“, blickt der Geschäftsführer zurück. „Im Vorfeld ging eine Vielzahl von Versuchen voraus, um die Erwärm- und Presszeiten zu ermitteln.“

Außerdem muss das Produkt im Hochleistungsbereich verpackt werden. Trotzdem dürfen keine Abstriche an der Präzision gemacht werden. „Nach Abschluss aller Versuche haben wir die erste Linie in gut sechs Monaten gebaut“, berichtet Rupert Greiter. „Die Anforderungen an die zum Einsatz kommenden Komponenten sind bei uns generell hoch. Sie müssen absolut zuverlässig funktionieren, langlebig sein und optisch gut zu der Gesamtanlage passen, sonst werden sie nicht eingesetzt.“

Micro flizz®

Über den unten laufenden Roll- bzw. Gleitwagen erfolgt die Versorgung mit Elektrizität und Daten.

 
Energiekette als geschlossenes System

Auf der gesamten Länge des Aufrichters kommt ein verschiebbares Bedienpanel zum Einsatz. Damit kann der jeweilige Maschinenbediener jederzeit alle Stationen des Zuschnitts verfolgen, bei Bedarf die Anlage anhalten und eingreifen. Alle Bedien- und Programmierelemente sind in das Panel integriert, das immer genau an die Stelle geschoben werden kann, wo es gerade gebraucht wird. Es erspart viele Wege.

„Von Anfang an kam aus Gründen der Praktikabilität nur ein verschiebbares Bedienpanel in Frage“, erzählt der Geschäftsführer. „Während wir es früher mit Hilfe eines Schienenführungssystems in Kombination mit einer Energieführungskette selbst gebaut haben, nutzen wir jetzt die Vorteile des kompakten und leisen „Micro flizz®“-Systems. Das igus®-System ist eine wartungsfreie Alternative zur bisherigen Lösung und fügt sich nebenbei auch optisch völlig in das Design der Gesamtanlage ein“.

Geschlossenes System, komplett konfektioniert

Alle „chainflex®“-Steuer-, Bus- und Datenleitungen liegen vollkommen geschützt und sind keinerlei mechanischen Einflüssen ausgesetzt. Komplett konfektioniert bestellt, rechnet sich für den Spezialmaschinenbauer der Zeitgewinn. „Wir sparen heute mindestens eine Woche Konstruktionszeit ein. Wir bekommen von igus die fertigen CAD-Daten und sorgen nur noch für die Anbindung an die Maschine, die sich mit Hilfe einer Adapterplatte einfach bewerkstelligen lässt.“

Das Panel hängt insgesamt an vier Rollen. Sie sind so stabil, das das gesamte Bedienelement starr an der Maschine hängt und nicht wackelt. Da es sich um eine reine Maschinenbedienung handelt, werden keine hohen technischen Anforderungen an die Lösung gestellt. Es kommt lediglich zu Einstell- und Wartungsarbeiten zum Einsatz. „Es kommt auch schon einmal vor, dass es während einer Schicht überhaupt nicht bewegt wird“, berichtet Rupert Greiter. „Das komplett geschlossene System ist ein Riesenvorteil, den auch andere Branchen nutzen können“, bilanziert der Geschäftsführer abschließend.

Verpackungsmaschine

Das verfahrene Bedienpanal kann einfach an die Verpackungsmaschine angebunden und an jeder Stelle bewegt werden. So kann der Maschinenbediener in das Geschehen eingreifen.

 
Hier geht es zu den eingesetzten Produkten
Weitere interessante Anwendungen aus den verschiedensten Bereichen finden Sie hier
Zum vector - Wettbewerb