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Fünfzig Prozent mehr Lagerraum

Vorkonfektionierte Energiezuführungen für kundenspezifische Hallenkrane

Einen Hallenkran zu projektieren erfordert viel Erfahrung. Und wenn dazu der zu Verfügung stehende Platz äußerst knapp bemessen ist, dann lohnt es sich, konstruktive Teilaufgaben an Lieferanten auszulagern. Das betrifft im vorliegenden Fall die Energiezuführung für eine vollautomatische Krananlage. Aus Standard- und Sonderteilen ist eine Lösung entstanden, die sich bei höchster Beanspruchung und im Dauerbetrieb vom ersten Tag an bewährt hat.

„Unsere Stärke sind kundenspezifische Krananlagen, die bei uns vor Ort in reiner Manufakturarbeit hergestellt werden“, erläutert Werner Herz vom Unternehmen Kranservice Herz aus dem thüringischen Merkers. „Da die baulichen Gegebenheiten manchmal sehr eng sind, spielen für uns Platz sparende Energiezuführungen eine immer wichtigere Rolle. Energieketten lösen hierbei Festoonings ab, da letztere aufgrund lose hängender Leitungen immer im Weg sind.“

Hallenkran

Stromzuführung für das Drehwerk. Die auf der Seite liegende Energiezuführung mit rückwärtigem Biegeradius ist gut zu erkennen.

 

Für einen namhaften Hersteller des metallverarbeitenden Gewerbes hat der Spezialist eine Stapelkrananlage entwickelt. In dieser spielen vorkonfektionierte „readychain®“- Energiekettensysteme aus dem Hause igus® GmbH, Köln, eine wichtige Rolle. Die Energieführungen garantieren die geforderte Anlagenverfügbarkeit. Gewählt wurde hier die „Basic“- Variante, das heißt konfektionierte Energieketten mit eingelegten Leitungen, beschriftet und mit definierten Überständen gemäß Kundenvorgaben. Zum Lieferumfang gehören weiter Standard- sowie Sonderrinnen. Das komplett einbaufertige Energieführungssystem muss nur noch an den Kran angebaut sowie angeschlossen werden.

Vollautomatische Krananlagen

Das Unternehmen Kranservice Herz wurde 1990 gegründet und hat sich vom reinen Kranservice- Dienstleistungsunternehmen zum Hersteller von kundenspezifischen Kranlösungen entwickelt. „Unser Spezialgebiet ist die Projektarbeit. Mit rund 18 Mitarbeitern bauen wir überwiegend Brücken- und Portalkrane bis zu einer Tragkraft von 100 t und Spannweiten bis an die 40 m. Flexibilität ist hier unsere besondere Stärke“, so der Firmeninhaber Werner Herz.

Ein Standbein des Hauses ist die Entwicklung vollautomatischer Krananlagen. Ihr Einsatzspektrum erstreckt sich von Schrottpaketverladungsanlagen der Automobilindustrie über Schüttgutverladekrane der Gips- und Zementbranche bis hin zu vollautomatisch arbeitenden Stapelkranen. „Bei solch einer automatischen Krananlage zum Verladen von Edelstahlrohren trafen wir auf ganz besondere Umgebungsbedingungen“, berichtet der Sohn Andre Herz. „Aufgrund der baulichen Gegebenheiten vor Ort forderte der Betreiber eine extrem geringe Einbauhöhe. Der Platz von der Schienenoberkante bis zur Störkante des Schieberegallagers beträgt lediglich 1.000 mm, weshalb die gesamte Stapelkrananlage auf diese äußerst engen Platzverhältnisse abgestimmt werden musste.“

Hallenkran

Vollautomatische Stapelkrananlage von Kranservice Herz. Die Energiezuführung kommt von Spezialist igus® GmbH als vorkonfektioniertes „readychain®“-System.

 
Enger Platz, ölhaltige Luft

In den Regalen werden Rohrbündel automatisch ein und ausgelagert und in einem Lagerverwaltungsprogramm gespeichert. Insgesamt 24.000 Ein- und Auslagerungsprozesse erfolgen pro Jahr. Für die Beschickung der in der Halle befindlichen Bearbeitungsautomaten werden die angeforderten Rohrtypen in ein entsprechendes Lademagazin der Bearbeitungsmaschinen durch den Kran abgelegt. Befinden sich noch Restrohrbestände in diesem Magazin, müssen diese zuvor vom Kran in das Schieberegal abgelegt und automatisch gespeichert werden. Die Rohrbündel sind weder in den Abmessungen noch in der Anzahl immer gleich. In den Bearbeitungsautomaten werden die Rohre dann gebogen, gedreht und gestanzt und zur Weiterverarbeitung vorbereitet. Entsprechend sind die Umgebungsbedingungen, ölhaltige Luft stresst zusätzlich das Material. „Die Ausgangslage war nicht einfach“, blickt André Herz zurück. „Jeder Regalplatz ist Geld. Es stehen viele Regale auf engem Raum. Der Kran fährt über die Regale in eine ganz schmale Gasse. Dazu kommen die schnellen Umschlagszeiten sowie die niedrige Einbauhöhe der Halle zur Oberkante des Schieberegals.“ Regalbediengeräte wären bei diesen baulichen Voraussetzungen nicht in Frage gekommen. Sie können die Bearbeitungsautomaten nicht direkt beschicken. Personal wird gebraucht. Und vor allem: die gesamte Lagerkapazität würde sich drastisch reduzieren.

Energieketten statt Festoonings oder Schleifleitungen

Die konstruktive Bauhöhe der Kranträger mit einer Spannweite von 27,5 m, der Katze, des Drehwerks und der starren Lastführung durfte die vorgenannten 1.000 mm nicht überschreiten. „Um hier eine passende Lösung zu finden, mussten völlig neue konstruktive Wege beschritten werden“, erzählt der Konstrukteur für die Mechanik, Marko Jacob. Das Unternehmen entwikkelte eine so genannte Verschachtelungsmethode. Das heißt, zwischen den Kranbrückenträgern wurde die Katze mit der Katzbahn eingebaut und das Drehwerk so konstruiert, dass es im Katzrahmen untergebracht werden konnte, ohne das Höhenmaß – die Oberkante Kranbrückenträger – zu überschreiten.

Eine weitere Herausforderung stellten die Stromzuführungen für die Katzfahrt und das Drehwerk dar. Als Bauraum für die Katzstromzuführung standen lediglich 500 mm Höhe und 300 mm Breite zur Verfügung. „Herkömmliche Festoonings oder Schleifleitungen schieden aufgrund der geringen Bauhöhe sofort aus“, so Andre Herz. „Es kamen nur Energiezuführungen in Frage, die in enger Zusammenarbeit mit igus® ausgelegt worden sind. Über sie wird die gesamte Verkabelung der Hauptstromzuführung für die Antriebe, die Steuerleitungen und das Profibuskabel geführt. Und um sie kleiner zu halten, sind sie zusätzlich noch gesplittet worden.“

Gegenläufige Anordnung für Katzstromzuführung

Für die Katzstromzuführung werden zwei gegenläufige horizontal angeordnete Energieketten eingesetzt, die über dem Katzrahmen seitlich an der Innenseite des Hauptträgers liegen. Dessen Oberkante wird mit dieser konstruktiven Anordnung nicht überschritten. Die Verfahrwege der Katzstromzuführung betragen 21.245 mm bei der ersten bzw. 17.650 mm bei der zweiten Anlage. Die Geschwindigkeit liegt bei 0 bis 60 m/min. Für die Drehwerksstromzuführung werden auf dem Drehwerksrahmen ebenfalls zwei gegenläufige horizontal gelagerte igus®-Energieketten eingesetzt. Mit diesem System wird ein Drehwinkel von 270° erreicht. Hier liegen die Geschwindigkeiten bei 0 bis 4 U/min. „Anfangs war ich äußerst skeptisch. Aufgrund der hohen Belastungen müssen wir in jedem Detail Reserven haben“, blickt Werner Herz zurück. „Vor allem die horizontale Ausrichtung fürs Drehwerk war für uns Neuland. Wir wussten nur eines: Da wir nicht mehr Platz zur Verfügung stellen konnten, gab es zur Energiekette keine Alternative.“

Der Kran hat heute eine Verfügbarkeit von 96 Prozent. Er läuft vollautomatisch 24 Stunden an sieben Tagen in der Woche. „Unsere Erfahrungen mit den Energiezuführungen von igus® sind mehr als gut“, so Werner Herz. „Die Krananlage ist annähernd zwei Jahre im Einsatz. Bis heute sind keinerlei nennenswerte Störungen aufgetreten.“ Und aufgrund der guten Gesamtkonzeption und der hohen Zuverlässigkeit ist jetzt bereits eine zweite Anlage in Auftrag gegeben worden, die Anfang 2009 in Betrieb gehen wird.

Hallenkran

Anspruchsvoll: Horizontale Auslegung des Drehwerks. Der Platz für die Energiekette ist eng und die Luft ölhaltig.

 
Robustes System „E4/4“ in Seitenlage

Zum Einsatz kommt die vierteilige Energiekette des Systems „E4/4“ von igus®, Serie 3838. Robust und modular aufgebaut, ist sie speziell für Anwendungen in Seitenlage geeignet. „Die enge Zusammenarbeit hat sich bei beiden Projekten bewährt“, erzählt Andre Herz. „Wir haben die technischen Eckdaten zur Verfügung gestellt und eine passende Lösung präsentiert bekommen, die seitdem problemlos im Einsatz ist.“ Neben den vorkonfektionierten „readychain®“-Energiezuführungen wird darüber hinaus das gesamte Rinnenmaterial geliefert. Dabei handelt es sich sowohl um Standardrinnen für die Energieketten im gleitenden Einsatz, als auch um Sonderrinnen für die Ketten mit rückwärtigem Biegeradius.

30 plus 20 Prozent

Durch die Energiekettenlösung konnte Kranservice Herz 50 Prozent mehr Lagerraum schaffen. 30 Prozent durch die Schieberegal-Lösung sowie 20 Prozent durch die geringe Bauhöhe des Krans. „Wir haben generell den Anspruch, unsere Kunden bereits während der Projektierungsphase zu unterstützen“, erläutert Yve Kirsch, technischer Anwendungsberater bei igus®. „Das tuen wir, indem wir beispielsweise Zeichnungen erstellen und Einbaumaße überprüfen. Außerhalb unseres Standardprogramms – Energieketten und Leitungen – können wir Systemlösungen mit Sonderteilen ergänzen. Das umfasst nicht nur spezielle Rinnen. Wir bearbeiten Energieketten kundenspezifisch nach oder fertigen sie sogar, um den jeweiligen Anwendungsfall abzudecken.“ Das kann Seniorchef Werner Herz nur bestätigen: „Unser Kunde ist mit seiner Krananlage sehr zufrieden. Seine Anforderungen werden abgedeckt. Und ich bin sicher, dass sich nicht nur aus Platzgründen Energiezuführungen auch bei Hallenkranen immer stärker durchsetzen werden.“

Hallenkran

Robustes Energiekettensystem „E4/4“ von igus® für Energieversorgung der Katze.

 
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