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„Wir setzen auf Systemlieferanten“

Vorkonfektionierte Energiezuführungen für die Mess- und Regeltechnik

Die Blasfolienextrusion ist ein sehr sensibler Prozess. Es können viele Fehler passieren, die unmittelbare Auswirkungen auf das Produkt, die Folie, haben. Um gleichmäßige Breiten und Dicken zu erreichen, kommt sensible Mess- und Regeltechnik zum Einsatz, an die höchste Anforderungen gestellt werden. Mit Hilfe vorkonfektionierter Energiezuführungen bewältigt sie sicher ihre Aufgabe und sorgt für die gewünschte Qualität – bei gleichzeitig hohen Kostenvorteilen.

„Wenn irgendwo auf der Welt eine automatisierte Blasfolienanlage in Betrieb genommen wird, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sie mit Breiten- und Dickenmessgeräten aus unserem Haus ausgerüstet ist“, erzählt der Prokurist, Peter Bünter, der den Einkauf und die Produktion der Kündig Control Systems, einem Geschäftszweig der HCH. KÜNDIG & CIE. AG, leitet. Das Familienunternehmen aus Rüti bei Zürich entwickelt seit über 30 Jahren immer neue Lösungen zum Messen von Folien.

Seit mindestens 15 Jahren kommen in den Messsystemen des Schweizer Anbieters Energiezuführungen aus dem Hause igus® zum Einsatz. „Haben wir ursprünglich jede Kette, vom einzelnen Glied bis zur Leitung, selbst konfektioniert, setzen wir seit gut sechs Jahren vorkonfektionierte Energiezuführungen ein“, berichtet Peter Bünter. Sie werden von igus® unter dem Namen „readychain®“ vertrieben.

Präzision als Grundlage

In den letzten Jahren entwickelten sich Folienprodukte stark weiter. Neue Materialien und Zusammensetzungen kamen auf den Markt; sie alle müssen bei der Herstellung überwacht werden. Die Geräte von Kündig Control Systems, die die Messdaten sofort anzeigen, bilden die Grundlage, die fehlerfreie Produktion von Blasfolien sicher zu stellen. Das erhöht nicht nur die Folienqualität, sondern verringert auch den Ausschuss. Damit lassen sich große Mengen wertvollen Rohmaterials einsparen. Im Unternehmen arbeiten rund 40 hochqualifizierte Fachleute, Ingenieure und Techniker. Auf einer Hallenfläche von 2.500 m² bauen und entwickeln sie die hochwertigen Messsysteme. „98% unserer Produkte gehen ins Ausland. Weltweit haben wir mittlerweile weit über 4.000 Messsysteme im Einsatz“, so Peter Bünter. Den Anwendern steht ein breites Spektrum an vielseitig einsetzbaren Breiten- und Dickenmesssystemen zur Verfügung. Zusätzliche Geräte machen die gemessenen Daten sichtbar oder bereiten sie für die weiteren Auswertungen wie Korrekturen des Herstellprozesses auf.
„Je stärker die Rohstoffpreise steigen, desto stärker sind wir am Markt vertreten“, macht Peter Bünter klar.

Mess-System für Extruder

Kompaktes Mess- und Regelsystem mit vorkonfektionierten Energiezuführungen.

 
Vom Plasmabeutel bis zum Abfallsack

Ob Verpackungsfolien für Medikamente oder die Lebensmittelindustrie, ob Isoliermaterial für die Landwirtschaft oder den Bau, Abfallsäcke für den Haushalt oder das Büro, Klarsichtmappen: das Spektrum für Folien ist riesig. „Bei unserer Mess- und Regeltechnik handelt es sich um ein reines Nischenprodukt. Es gibt weltweit nur wenige Anbieter, die sich auf dieses Thema spezialisiert haben“, so Peter Bünter.

Die Anforderungen aus der Industrie haben sich im Laufe der Jahre stark verändert. „Während wir früher durch den Einsatz von hängenden Kabeln einen hohen Platzbedarf hatten, bauen wir heute sehr viel kompaktere Anlagen. In einem Aluminiumdrehkranz ist die auf der Seite liegende vorkonfektionierte Energiezuführung eingebettet und rotiert ganz langsam um die Folie. Bei 180° erreicht dabei die Energiekette den Wendepunkt“, erzählt der Prokurist. Das oberste Ziel ist die genaue Messung. Aus diesem Grund bewegt sich das System äußerst langsam. Es ist an den Prozess angepasst, der Ruhe braucht, sonst kann es zu Störungen bzw. Fehlproduktionen kommen.
Die Anforderungen an Messsystem und Energiezuführung sind bei der Blasfolienextrusion sehr hoch. Der gesamte Prozess kann nicht einfach angehalten bzw. abgestellt werden. In der Regel sind die Geräte rund um die Uhr an 360 Tagen im Jahr im Einsatz. Dazu kommen Hitze, ölhaltige und schmutzige Luft. Die Energiezuführung wird nur bei der Dickenmessung eingesetzt. Mit diesem kapazitiven System finden Messungen im µ-Bereich statt berichtet Peter Bünter.

Mess-System für Extruder

Mess- und Regelsystem mit vorkonfektionierten Energiezuführungen. Die Leitungen werden trotz der langsamen Geschwindigkeit von den sich ständig ändernden Zugbewegungen gestresst.

 
Zwei Lösungen für alle Anwendungen

Den wachsenden Größen der Blasfolienanlagen haben sich die Kündig-Mess- und Regelsysteme angepasst. „Zurzeit bieten wir sechs verschiedene Modelle an, brauchen allerdings nur zwei vorkonfektionierte Energiezuführungen, jeweils ausgelegt nach dem längsten Weg“, erläutert der Prokurist. Die beiden Ketten haben eine maximale Länge von 5,25 in der um 90° gedreht, auf der Seite liegenden, bzw. 3,8 m in der horizontalen Version.

Platz ist in dem Drehkranz reichlich vorhanden. Die überzähligen Segmente stören bei den kleineren Varianten nicht, sie legen einfach einen weiteren Weg nach hinten zurück. „Durch die Beschränkung auf zwei Systeme konnten wir eine weitere Reduzierung der Kosten erzielen. Dazu kommen geringere Handling- und Logistikkosten.“, rechnet Peter Bünter vor. Da außerdem nur zwei Bestellungen aufgegeben werden müssen, verringert sich das Fehlerpotenzial.

Aber die Kostenersparnis geht noch weiter. Um den definierten rückwärtigen Bogen fahren zu können, musste früher bei jedem einzelnen Kettenglied der Radiusbegrenzungsnocken abgefräst werden. Das Ergebnis war zwar eine harmonische Bewegung, aber im Zuge der Wirtschaftlichkeit war die aufwändige Nachbearbeitung nicht aufrecht zu erhalten. Heute wird jedes zehnte Kettenglied um 180° gedreht und ein kleiner Teil abgefräst, ehe es wieder an die Standardkette angedockt wird. „Zwar ist der rückwärtige Lauf nicht mehr harmonisch rund, aber die gesamte Lösung funktioniert, ist wirtschaftlich und effektiv“, fasst der Geschäftsführer der igus® Schweiz GmbH, Andreas Voelkel, zusammen. „Hier haben wir eine Idee aus dem Hause Kündig aufgegriffen und gemeinsam umgesetzt.“

Mess-System für Extruder

Für die kreisförmigen Bewegungen ist die Kette max. 5,25 m lang, für die horizontalen Einsätze ist sie max. 3,8 m lang.

 
Konkurrenzlos günstig

Die vorkonfektionierten Energiezuführungen werden im System „readychain®“-Standard als Maßanfertigung geliefert. Es handelt sich um einfach konfektionierte Energiekettensysteme mit eingelegten Leitungen, allen Steckverbindungen, beschriftet und mit definierten Überständen nach Kundenvorgaben. „Wir machen keine Eingangskontrolle, sondern vertrauen dem igus®-Protokoll, das jedem Produkt beigefügt ist“, so Peter Bünter.

„Für unsere ältere Messtechnik für die Blasfolienextrusion konfektionieren wir die Energiezuführungen im Reparaturfall übrigens noch selbst; die älteste Anlage läuft völlig problemlos seit 1993. Im Vergleich zu heute rechnet es sich für uns in keiner Weise. Die Einsparungen liegen durch die Vorkonfektionierung pro System in dreistelliger Höhe. Alles spricht für das Einkaufsteil!“

Zum Einsatz kommen Energiezuführungen des Systems E2/mini. Die Kette kann einfach geöffnet werden. Die Leitungen werden eingelegt und nicht eingezogen. Damit können sie nicht nur günstig konfektioniert, sondern im Schadensfall auch schnell ausgewechselt werden. Eine Daten- und eine Steuerleitung aus dem „chainflex®“-Programm (Leitungen speziell für den Einsatz in Energieketten) runden die Gesamtlösung ab. Trotz der langsamen Bewegung werden die Leitungen durch die sich aus der s-förmigen Bewegung ergebenden ständigen Längenänderungen und den dadurch permanent ändernden Zugbelastungen gestresst. „Ganz am Anfang haben wir die Energiezuführungen mit Leitungen eines anderen Herstellers bestückt, hatten aber permanent das Problem mit Korkenziehern und dementsprechend mit Systemausfällen“, blickt Peter Bünter zurück. „Seitdem wir die kettentauglichen igus®-Leitungen einsetzen, gibt es keinerlei Probleme mehr.“

Mess-System für Extruder

Die eingelegten „chainflex®“-Leitungen speziell für Energieketten sind gut zu erkennen.

 
Weitere Produkte im Einsatz

„Wir sind so zufrieden mit der Zusammenarbeit, dass wir auch weitere Produkte aus dem Hause igus® einsetzen“, erzählt Peter Bünter. Seit einiger Zeit wird ein Messgerät entwickelt, dass kombiniert eine Breiten- und Dickenmessung durchführen kann. Für die Verfahrwege, die linear ausgeführt werden müssen, hat sich Kündig für Lineartechnik aus dem Hause igus® entschieden. Mit diesem Produkt soll beispielsweise radioaktiven Messgeräten Paroli geboten werden. Das Gerät wird auf der Messe „K“ in Düsseldorf in diesem Jahr vorgestellt.

Der Vorteil der Kündig Mess- und Regeltechnik ist einerseits die hohe Qualität. Andererseits kann jedes System kundenspezifisch auf die jeweilige Extrusionsanlage abgestimmt werden. „Bei unserer geringen Fertigungstiefe haben wir schon immer verstärkt auf zuverlässige Lieferanten gebaut. Mit Hilfe der vorkonfektionierten Energiezuführungen können wir uns im internationalen Wettbewerb behaupten. Da unsere Mess- und Regelsysteme weltweit zum Einsatz kommen, mussten wir anfangs natürlich zu 100 % sicher sein, dass sie auch zuverlässig funktionieren. Aber die positiven Erfahrungen der letzten Jahre bestätigen uns in der Entscheidung, sie aus technischen und wirtschaftlichen Gründen einzusetzen“, bilanziert abschließend Peter Bünter.

Peter Bünter (li.), Andreas Voelkel (re.) mit vorkonfektionierten Energiezuführungen, die nur aus dem Lager genommen und eingebaut werden müssen, ehe der Testlauf beginnen kann.

 
Hier geht es zu den eingesetzten Produkten
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