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Rollen statt Schleppen

Energieeffiziente Rollenenergieketten sorgen für sicheren Betrieb in der Müllverbrennung

Die AVG Köln mbH, Betreiber einer modernen Restmüllverbrennungsanlage, hat die Energie- und Signalversorgung der insgesamt vier Bunkerkrane erneuert. Dabei kommen Rollenenergieketten von igus zum Einsatz. Die "Heavy Duty"-Ketten, die mit sehr viel geringerer Reibung verfahren als gleitende Ketten, benötigen nur rund 25% der sonst üblichen Antriebsleistung und arbeiten auch unter widrigsten Umgebungsbedingungen zuverlässig. Der Kunde profitiert von einer zuverlässigen Energiezuführungslösung, die ohne Unterbrechung des laufenden Betriebs von igus installiert wurde.

Steckbrief

  • Was wurde benötigt: "Heavy Duty"-Rollenenergiekette, Führungsrinnen, schwimmender Mitnehmer, "Easy PPDS 2.0" Condition Monitoring-System
  • Anforderungen: Stark belastbares Energiezuführungssystem, zuverlässiges System trotz starker Staubbelastung in der Anlage
  • Branche: Müllverbrennung, Krane
  • Erfolg für den Kunden: Montage ohne Unterbrechung des laufenden Betriebs, hohe Flexibilität der Energiekette durch einfache Einlegung zusätzlicher Leitungen nach Bedarf

AVG Köln

Problem

Die 1998 eröffnete Verbrennungsanlage in Köln macht Abfall zu Energie, und ist dabei besonders effizient. Denn im Unterschied zu anderen Restmüllverbrennungsanlagen wird bei ihr der zu verbrennende Abfall zunächst vorsortiert und gemischt.
Nach einer Metallabscheidung werden die verschiedenen Abfallströme intensiv durchmischt und erst dann dem Restmüllbunker zugeführt. Von dort befüllen Greiferkrane die Trichter der vier Kessel. Die vier Bunkerkrane werden in der AVG, die rund 710.000 t Restmüll verbrennt, stark belastet. Vor allem die beweglichen Teile werden durch die großen Mengen des klebrigen Staubes stark beansprucht, der in derartigen Anlagen unvermeidlich entsteht. 
Das gilt auch und besonders für die Energiezuführung der Krane.Dipl.-Ing. Oliver M. Hamm, Betriebsingenieur Elektro- und Leittechnik: „Im Zuge der vorbeugenden Instandhaltung haben wir uns nach einem neuen System für die Energie- und Signalversorgung umgesehen. Die vorhandenen Schleppleitungen waren und sind noch intakt. Aber wir müssen vorbereitet sein für den Fall, dass eine Leitung irreparabel ausfällt. Dieser Fall würde sich durch Unterbrechung der Energie- oder Signalzuführung ankündigen. Dann bliebe uns zwar noch Zeit, weil wir diesen Defekt reparieren können. Aber wir müssten dann in absehbarer Zeit ein Alternativsystem in Betrieb nehmen, um die Verfügbarkeit der Krane sicherzustellen.“

Lösung

Bei der Auswahl einer neuen Energiezuführung geriet schnell die Energiekette in den Blick – genauer gesagt eine „Heavy duty“-Rollenenergiekette von igus.
Die gekapselte Ausführung der Rollen und die hohe Zugstabilität der Kette gewährleisten einen problemlosen Betrieb auch unter widrigen Umgebungsbedingungen, wie sie in der RMVA Köln zweifelsohne vorliegen. Auch die Torsionssteifigkeit der „Rollen-e-kette“ ist sehr hoch. Zudem ist die gesamte Konstruktion so ausgelegt, dass auch unter ungünstigen Bedingungen ein hohes Maß an Verschleißfestigkeit gewährleistet ist. So ist z.B. der Rollwiderstand auch bei Anwendungen mit Schmutz gleichbleibend niedrig. Ein weiterer Grund für die Festlegung auf die Rollenenergiekette auf Betreiberseite war die höhere Flexibilität. Wenn in Zukunft andere Steuerungen eingesetzt werden, können einfach zusätzliche Leitungen in die Kette eingelegt werden. Das geht beim Schleppkabel nicht. Deshalb sind die Ketten auch nur zu rund 75% bestückt. In jeweils einer Rinne sind zwei gegenläufige Ketten untergebracht; die Einspeisung befindet sich in der Mitte. Ein schwimmender Mitnehmer sorgt für horizontalen und vertikalen Ausgleich
Zum Lösungsangebot gehört auch ein „Easy PPDS 2.0“ Condition Monitoring-System für Energieketten, das an jedem einzelnen Mitnehmer installiert ist. Das System überwacht die Verschiebekräfte der Energieketten und veranlasst bei Überschreiten einer definierten Kraft sofort das Abschalten der Bewegung, um mögliche Schäden zu vermeiden.

„Wenn wir z.B. in Zukunft andere Steuerungen einsetzen, können wir einfach zusätzliche Leitungen in die Kette einlegen. Das geht beim Schleppkabel nicht. Deshalb sind die Ketten auch nur zu rund 75% bestückt."

Dipl.-Ing. Oliver M. Hamm, Betriebsingenieur Elektro- und Leittechnik

Energiekette
Energiekette

Montage: Hohe Anforderungen an die Logistik

Als echte Herausforderung erwies sich die Montage der insgesamt vier Energiekettensysteme in den beiden Bunkern. Dieter Reitz: „Da die Anlage kontinuierlich in Betrieb ist, gab es immer nur sehr kurze Zeiträume am Wochenende, in denen unsere Monteure in enger Abstimmung mit der Schichtleitung und unter strengen Sicherheitsvorkehrungen tätig werden konnten.“ Das Material, das zunächst auf dem Bunker gelagert und durch eine Luke eingebracht wurde, konnte also nur in kurzen Intervallen verbaut werden. Deshalb nahm diese Arbeit pro Kran rund vier Wochenenden in Anspruch, und man musste auch darauf verzichten, die Ketten im Werk vorzukonfektionieren. Dieter Reitz: „Wir mussten schrittweise vorgehen und erst die Kette verlegen und dann die Kabel – das gesamte System wäre zu schwer und unhandlich gewesen, um es in den Bunker einzubringen.“
Insgesamt war es eine logistische Großtat, die die igus-Monteure zu absolvieren hatten: „Wir haben 10,65 t Rinnen und 640 Meter Kabelpritsche verlegt. In den Energieketten befinden sich 26 km Leitungen und 29.218 Trennstege. Wir haben 2.800 Schrauben angezogen und 4.474 Adern aufgeklemmt.“



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